Beschreibung der Studie

Jede mechanische Beatmung, ob im Rahmen einer Narkose oder bei Lungenversagen, birgt prinzipiell das Risiko beatmungsbedingter Lungenschäden. Ist eine Beatmung notwendig, so ist eine möglichst lungenschonende Beatmungseinstellung anzustreben. Das Ziel der Studie ist es, zu untersuchen, ob bei geplanten Operationen bei lungengesunden Patienten die Atemmechanik Hinweise auf eine Verbesserungsmöglichkeit der Beatmungseinstellung geben kann. Hierzu werden während der Narkose Gasdrücke und Gasfluss im Beatmungsschlauch des Beatmungsgerätes gemessen und diese Werte von uns aufgezeichnet. Aus diesen Daten werden mit Hilfe der so genannten Gliding-Slice-Methode bestimmte Parameter der Atemmechanik ermittelt, aus denen wiederum Rückschlüsse auf die Belastung, der die Lunge während der Beatmung ausgesetzt ist, gezogen werden können.

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Studiendetails

Studienziel Dynamische, volumenabhängige Compliance und Resistance der Lunge. Diese werden mit Hilfe der Gliding-Slice-Methode aus dem vom Beatmunggerät gemessenen Atemwegsdruck und Fluss berechnet
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up läuft noch
Zahl teilnehmender Patienten 40
Stationärer Aufenthalt Keiner
Finanzierungsquelle Klinik für Anästhesie, Intensiv- und Rettungsmedizin, Diakonissenkrankenhaus Karlsruhe

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Lungengesunde Patienten bei elektiven chirurgischen Eingriffen

Ausschlusskriterien

  • Alter <18 Jahre, Schwangerschaft, bekannte Lungenerkrankung, terminales Krank-heitsstadium, fehlendes Einverständnis

Adressen und Kontakt

An dieser Studie können Sie leider nicht mehr teilnehmen. Hier finden Sieaktuelle Atemnotsyndrom des Erwachsenen-Studien.

Häufig gestellte Fragen

In unserem übersichtlichen Ratgeber finden Sie alle Antworten zu Fragen über klinische Studien.

Ratgeber öffnen

Bei mechanisch beatmeten Intensivpatienten mit Lungenversagen konnte die Mortalität dank umfangreicher Forschungstätigkeit seit den 90er Jahren deutlich reduziert werden. Als entscheidende Therapiesäule gilt hierbei seit der ARDS-Net Studie [1] die lungenprotektive Beatmung zur Vermeidung eines beatmungsinduzierten Lungenschadens (VILI=ventilator induced lung injury [2]). Grundsätzlich birgt jede me-chanische Beatmung das Risiko eines beatmungsinduzierten Lungenschadens. Das Konzept der lungenprotektiven Beatmung konnte sich allerdings bei der Beatmung lungengesunder Patienten während der Allgemeinanästhesie bisher nicht durchsetzen. In der klinischen Routine orientieren sich die Beatmungseinstellungen allenfalls an der Bewertung des Gasaustauschs, insbesondere der Sauerstoffsättigung. In der Zusammenschau von Studien, bei denen das Behandlungskonzept der lungenprotektiven Beatmung auf die Beatmung während der Allgemeinanästhesie übertragen wurde, war die lungenprotektive der konventionellen Beatmung nicht überlegen [3]. Dies könnte allerdings dem Umstand geschuldet sein, dass die Überwachung der Atemmechanik in diesen Studien keine Rolle spielte. Bei mechanisch beatmeten Intensivpatienten mit Lungenversagen wird und wurde die Beurteilung der Beatmung anhand der Atemmechanik intensiv untersucht [4,5]. Beispielsweise konnten Mols et al. darlegen, dass die Beatmungssituation von ARDS-Patienten unter dem Gesichtspunkt der Atemmechanik einer großen Inhomogenität unterliegt. Dies lässt sich auch für die Beatmungssituation lungengesunder Patienten vermuten. Aus diesem Grund soll in dieser Studie bei lungengesunden Patienten während der Allgemeinanästhesie die Atemmechanik gemessen werden. Es soll untersucht werden, in welchem Bereich der nichtlinearen dynamischen Compliance [6, 7], also der Volumen/Druck-"Kennlinie" des respiratorischen Systems, Patienten während der Narkose beatmet werden. Mit diesem Projekt sollen zwei Fragen beantwortet werden: 1. Findet die Beatmung von lungengesunden Patienten während der Narkose unter lungenprotektiven Bedingungen statt? 2. Lassen sich durch die Bestimmung der Atemmechanik Rückschlüsse auf den pulmonalen Gasaustausch ziehen? Literatur [1] The Acute Respiratory Distress Syndrome Network: Ventilation with lower tidal volumes as compared with traditional tidal volumes for acute lung injury and the acute respiratory distress syndrome. N Engl J Med 2000, 342:1301-1308. [2] Gillette, Hess. Ventilator-induced lung injury and the evolution of lung-protective strategies in acute respiratory distress syndrome.Respir Care. 2001 Feb;46(2):130-48. [3] David, Bodenstein, Markstaller: Protective ventilation therapy. Also relevant for the operating room? Anaesthesist. 2010 Jul;59(7):595-606. [4] Mols et al. Volume-dependent compliance in ARDS: proposal of a new diagnostic concept. Intensive Care Med (1999) 25: 1084±1091 [5] Stahl et al. Dynamic versus static respiratory mechanics in acute lung injury and acute respiratory distress syndrome Crit Care Med 2006 Vol. 34, No. 8 [6] Guttmann et al. Determination of volume-dependent respiratory system mechan-ics in mechanically ventilated patients using the new SLICE method Technol-ogy and Health Care, 2 (1994) 175-191 [7] Schumann et al. Estimating intratidal nonlinearity of respiratory system mechan-ics: a model study using the enhanced gliding-SLICE Method. Physiol Meas 2010 Feb;31(2):261-72

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