Beschreibung der Studie

Nach einem Schlaganfall in der linken Hirnhälfte leiden die Betroffenen häufig an einem Verlust der Spontansprache – einer sogenannten nicht-flüssigen Aphasie. Doch oft können Patienten mit schweren Aphasien dennoch ganze Liedtexte und sprachliche Alltagsfloskeln vergleichweise flüssig singen. Erklärt wurde diese erstaunliche Beobachtung lange mit der noch intakten rechten Hirnhälfte, die beim Singen wichtige Funktionen unterstützt. Demnach würde der Gesang Areale der rechten Hirnhälfte stimulieren, die dann Funktionen der linken zerstörten Sprachareale übernehmen. Auf dieser Annahme beruht etwa die sogenannte Melodische Intonationstherapie. Diese Therapie umfasst insbesondere das Intonieren und rhythmische Sprechen formelhafter Alltagsphrasen ("Guten Tag"). Ziel der vorliegenden Studie ist es, die einzelnen Elemente der Melodischen Intonationstherapie hinsichtlich ihrer Wirksamkeit zu prüfen. Wir untersuchen 15 Patienten mit nicht-flüssigen Aphasien, die entweder eine Singtherapie, eine Rhythmustherapie oder eine herkömmliche Sprachtherapie erhalten. Wir wollen herausfinden, ob Singen gegenüber rhythmischem Sprechen einen therapeutischen Vorteil für Patienten mit nicht-flüssigen Aphasien hat. Ob ein solcher Vorteil besteht, lässt sich im Hinblick auf bisherige Forschungsarbeiten kaum vorhersagen.

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Studiendetails

Studienziel Abhängige Variable: Qualität der Sprachproduktion bei Patienten mit nicht-flüssigen Aphasien; hierfür artikulieren die Patienten verschiedene Texte unter streng kontrollierten Bedingungen; die Äußerungen der Patienten werden mit einem Mikrofon aufgenommen und schließlich auf ihre Fehlerraten hin ausgewertet (auf phonetischer und phonematischer Ebene) Tonaufnahmen finden statt zu Beginn und zum Ende der jeweilis sechswöchigen Therapien (Singtherapie, Rhythmustherapie, Standardtherapie); zusätzlich: follow-up-Aufnahmen nach 3 Monaten nach Therapieende
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 15
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Wirksame Behandlung
Finanzierungsquelle Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften International Max Planck Research School on Neuroscience of Communication

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Nicht-flüssige Aphasie; Muttersprache Deutsch; rechtshändig; zwischen 35 und 75 Jahre alt; intaktes Hörvermögen; Schlaganfall muss mindestens sechs Monate zurückliegen zum Testzeitpunkt

Ausschlusskriterien

  • neurologischen und / oder psychiatrischen Vorerkrankungen, einschließlich Demenz

Adressen und Kontakt

An dieser Studie können Sie leider nicht mehr teilnehmen. Hier finden Sieaktuelle Sprachstörung-Studien.

Häufig gestellte Fragen

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Die sogenannte Melodische Intonationstherapie umfasst zahlreiche Elemente, inbesondere die melodische Intonation und das rhythmische Sprechen formelhafter Phrasen. Ziel der vorliegenden Studie ist es, die einzelnen Elemente der Melodischen Intonationstherapie hinsichtlich ihrer klinischen Wirksamkeit zu prüfen in einem zeitlichen Längsschnitt. Die Studie ist weder invasiv, noch kommen Medikamente oder moderne Bildgebung zum Einsatz; die Datenerhebung ist rein behavioral.

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