Beschreibung der Studie

Das Ziel dieser Studie ist es, die Bedeutung von Tests und Untersuchungsmethoden des so genannten autonomen Nervensystems bei Patienten mit schubförmiger Multipler Sklerose (MS) zu untersuchen und Zusammenhänge zwischen Störungen des autonomen Nervensystems und Krankheits-Schweregrad und –Fortschreiten zu beurteilen. Durch diese Erkrankung leiden die Patienten nicht nur unter körperlichen Beschwerden wie Gangstörungen, Sprach- oder Koordinationsstörungen, sondern auch an psychischen Problemen wie Stimmungsschwankungen oder Depressionen. Daneben kann es zu Funktionsstörungen des so genannten autonomen Nervensystems kommen. Das autonome Nervensystem ist ein äußert wichtiger Teil des Nervensystems, der verschiedene Körperfunktionen ohne unsere willentliche Kontrolle steuert, wie z. B. den Herzschlag, den Blutdruck, das Schwitzen, die Atmung, die Verdauung, die Blasen- und Darmfunktion sowie den Tag-Nacht-Rhythmus. Störungen des autonomen Nervensystems führen zu Blutdruckschwankungen, Veränderungen im Schlaf-Wach-Rhythmus, Erbrechen, Durchfall, Verstopfung, Problemen bei der Erektion oder beim Wasserlassen oder zu schweren Herzrhythmusstörungen. In besonders schweren Fällen kann eine Funktionsstörung des autonomen Nervensystems sogar zu unerwarteten Todesfällen führen. All diese Beschwerden können ziemlich belastend sein, die Lebensqualität mindern und - in seltenen Fällen - die Lebenserwartung verkürzen. Um die Lebensqualität zu verbessern, sollten Funktionsstörungen des autonomen Nervensystems erkannt werden. Bei Patienten mit MS kann die Funktion des autonomen Nervensystems bereits unter Ruhebedingungen beeinträchtigt sein. Allerdings kann die Beeinträchtigung des autonomen Nervensystems deutlicher während leichter Belastung, z. B. durch langsames und tiefes Atmen, durch das Ballen einer Faust für mehrere Minuten oder während 10-minütigen Stehens, zum Ausdruck kommen. Sollte die Studie bei den Patienten irgendeine Störung im Bereich des unwillkürlichen autonomen Nervensystems unter milder körperlicher Belastung zeigen, so könnten Herz, Blutdruck und verschiedene andere Organe nicht in der Lage sein, sich angemessen an verschiedene Situationen des täglichen Lebens anzupassen. Dadurch kann die Lebensqualität beeinträchtigt sein und es könnte sogar die Gefahr bestehen, dass dadurch die Lebenserwartung vermindert ist. Darüber hinaus kann eine Störung der Blasenfunktion zu wiederkehrenden Infektionen im Bereich der Harnblase führen. Eine Störung der Sexualfunktion kann die Lebensqualität deutlich einschränken. Das Erkennen solcher Funktionsstörungen und negativer Effekte könnte hilfreich sein, einige der Beschwerden zu lindern. Alle geplanten Untersuchungen wurden bereits bei sehr vielen Patienten angewandt. Zunächst werden wir die Krankengeschichte erheben und die Patienten körperlich untersuchen. Danach werden wir das autonome Nervensystem untersuchen. Das autonome Nervensystem ist der Teil des Nervensystems, der ohne willentliche Kontrolle funktioniert. Wir werden verschiedene Körperfunktionen untersuchen wie den Herzschlag, den Blutdruck, die Atemfrequenz und den Blutfluss in der Haut. Zur Messung des Herzschlags wird ein Elektrokardiogramm über oberflächliche Klebeelektroden abgeleitet, die am Brustkorb im Bereich der Schultern und am Beckenkamm angebracht werden. Zur Messung des Blutdrucks wird ein manschettenförmiges Messgerät über der Handgelenksschlagader angebracht. Die Signale der Handgelenksschlagader (der so genannten Arteria radialis) werden von diesem Messfühler fortlaufend an einen Computer weitergeleitet. Die Messung der Atmung erfolgt über dehnbare, gürtelförmige Messfühler, die um den Brustkorb und den Bauch angelegt werden. Zur Messung der oberflächlichen Hautdurchblutung werden kleine Messsonden auf die Fingerbeere des Zeigefingers der rechten und der linken Hand geklebt. Diese Messsonden ermitteln über eine Laserlichttechnik die Durchblutung in oberflächlichen Hautabschnitten. Die Leitfähigkeit der Haut wird auf der an der Handinnenseite mit einer Messelektrode gemessen. Die Indifferenzelektrode wird auf dem Handrücken positioniert. Unter anderem werden wir den Herzschlag, den Blutdruck und alle oben genannten Signale in Ruhe aufzeichnen. Anschließend werden wir die folgenden Manöver durchführen, um die Antwort des unwillkürlichen autonomen Nervensystems unter leichter körperlicher Belastung zu untersuchen. Bei den verschiedenen Tests zur Beurteilung der autonomen Anpassungsfähigkeit des Herzkreislaufsystems werden wir die Patienten auch bitten, mit einer Frequenz von 6 Atemzügen pro Minute ein- und auszuatmen. Diese Atemfrequenz ist ähnlich der Atemfrequenz in der Nacht. Ferner werden wir die Patienten bitten, mit einem leichten, aber gleich bleibenden Druck, in ein Mundstück zu blasen, während wir dabei die Veränderungen von Herzschlag und Blutdruck aufzeichnen. Außerdem werden wir die Patienten bitten, vom Sitzen aufzustehen und 10 Minuten stehen zu bleiben. Dieses Manöver entspricht dem Aufstehen von einem Stuhl oder dem Aufstehen aus dem Bett am Morgen. Schließlich werden wir die Patienten bitten, mit der Hand ein Manometer mit einem gewissen Druck zu drücken. In einer kurzen Untersuchung werden wir die Pupillenfunktion prüfen. Zunächst werden die Patienten gebeten, auf einen entfernten Punkt zu blicken und dabei nach Möglichkeit nicht zu häufig zu blinzeln. Danach werden wir mit einem Gerät fünf geringe Lichtreize auf das Auge geben und dabei die Geschwindigkeit messen, mit der sich die Pupille zunächst verengt und danach wieder erweitert. Die Messung des Pupillen-Licht-Reflexes, erlaubt uns die Beurteilung der Nervenzellen und Nervenfasern, die an der Steuerung des Pupillendurchmessers beteiligt sind, sowie der Muskeln innerhalb des Auges, die zum Zusammenziehen oder zur Erweiterung der Pupille beitragen. In einer weiteren Untersuchung werden wir die Funktion der Muskeln, die die Augenbewegungen steuern, untersuchen. Dabei werden wir die Patienten bitten, zunächst auf einen Punkt in der Mitte eines Computerbildschirmes zu blicken. Nach einer gewissen Zeit wird ein zweiter, andersfarbiger Punkt entweder links oder rechts von dem ursprünglichen Punkt auf dem Bildschirm erscheinen. Wir bitten die Patienten, sobald dieser zweite Punkt auf dem Bildschirm erscheint, möglichst rasch auf den zweiten Punkt zu blicken. Die Augenbewegungen werden mit Hilfe einer Infrarot-Kamera gemessen. Die Geschwindigkeit der Augenbewegungen gibt uns einen Aufschluss über die Funktion der kleinen Muskeln um das Auge herum, die die Augenbewegungen koordinieren. Ferner werden wir die Funktion der Harnblase untersuchen. Wenn die Patienten Harndrang verspüren, werden wir mittels Ultraschall äußerlich über die Bauchdecke den Füllungszustand der Harnblase aufzeichnen. Danach werden die Patienten gebeten, in einen Trichter zu urinieren. Über eine elektronische Messvorrichtung erfassen wir dabei, wie viel Urin die Patienten pro Zeiteinheit entleeren können, d.h. wie schnell sie Ihre Blase entleeren können. Anschließend erfolgt nochmals die Bestimmung des Füllungszustandes der Harnblase mittels Ultraschall. Zuletzt bestimmen wir mit einem so genannten Urinteststreifen, ob sich im Urin rote Blutkörperchen, weiße Blutkörperchen und Abbauprodukte von Bakterien als mögliches Anzeichen einer Harnblasenentzündung befinden. Außerdem bitten wir die Patienten, drei Fragebögen auszufüllen. In den Fragebögen sollen sie mögliche Einschränkungen ihrer sexuellen Funktion, ihrer Herz-Kreislauf-Funktion sowie ihrer Blasenfunktion und anderer vom autonomen Nervensystem kontrollierter Funktionen einordnen. Die genannten Messungen sollen an insgesamt sechs Untersuchungsterminen durchgeführt werden. Folgende Termine sind für die Messungen vorgesehen: -nachdem die Patienten gemeinsam mit ihrem behandelnden Arzt die Entscheidung getroffen haben, eine Eskalations-Therapie zur Behandlung Ihrer MS zu beginnen -am ersten Tag dieser Eskalationstherapie (An diesem Termin sollen die verschiedenen Körperfunktionen wie Herzschlag, Blutdruck, Atemfrequenz und Blutfluss in der Haut während der oben beschriebenen Manöver siebenmal innerhalb von sechs Stunden - in denen sich die Patienten zum Monitoring, also zur Überwachung, in unserer Klinik befinden - aufgezeichnet werden). -nach 6 Monaten ± 2 Wochen nach Beginn dieser Eskalationstherapie -nach 12 Monaten ± 2 Wochen nach Beginn dieser Eskalationstherapie -nach 24 Monaten ± 2 Wochen nach Beginn dieser Eskalationstherapie -nach 36 Monaten ± 2 Wochen nach Beginn dieser Eskalationstherapie

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Studiendetails

Studienziel Es soll die Relevanz autonomer Testung bei Patienten mit schubförmiger Multiple Sklerose untersucht werden; zudem sollen mögliche Zusammenhängen zwischen Störungen des autonomen Nervensystems und Krankheits-Schwere und - Fortschreiten bei Patienten mit schubförmiger Multiple Sklerose untersucht werden. Zur Überwachung klinischer MS-Parameter während der geplanten 36 Monate Follow-up Studie, erheben wir die Expanded Disability Status Scale (EDSS), zur Überwachung und Einschätzung des Grades der neurologischen Beeinträchtigung und die Multiple Sclerosis Functional Composite (MSFS), zur Beurteilung der Bein-, Arm- und kognitiven Funktionen. Die Expanded Disability Status Scale (EDSS) und die Multiple Sclerosis Functional Composite (MSFS) werden direkt vor der Baseline-Messung erhoben, 6 Monate ± 2 Wochen nach Studieneinschluss direkt vor der dritten Messung, 12 Monate ± 2 Wochen nach Studieneinschluss direkt vor der vierten Messung, 24 Monate ± 2 Wochen nach Studieneinschluss direkt vor der fünften Messung, 36 Monate ± 2 Wochen nach Studieneinschluss direkt vor der sechsten Messung. Wir werden eine Basismessung durchführen, nachdem der Patient /die Patientin (der/die die Einschlusskriterien erfüllt), die Patienten-Einwilligungserklärung unterschrieben hat, aber vor Umstellung der krankheitsmodifizierenden Therapie. Dabei werden der Pupillenlichtreflex mittels Lichtreflex-Pupillographie erhoben, eine Sakkadenmessung mit Hilfe eines Video-Nystagmograph aufgezeichnet, Herzfrequenz mittels EKG, nicht-invasiv Blutdruck mittels sog. applanation tonometrie, Atmung mittels 2 Atemgürteln um Thorax und Abdomen, Hautdurchblutung mittels laserflow Doppler und Hautwiderstand mittels zweier Elektroden, zwischen denen eine kontinuierliche Spannung von 0,5 V herrscht, wodurch die elektrische Leitfähigkeit der Haut als fließenden Strom zwischen den zwei Elektroden gemessen werden kann. Wir werden die Anpassung von Herzfrequenz und Blutdruck sowie die spektralen Leistungen der autonomen Modulation in Ruhe, während aktiven Stehens, während des Valsalva-Manövers, während 3-minütigem metronomischen Atmens, und während des so genannten Sustained Handgrip Tests erheben. Es wird eine Restharnbestimmung mittels Blasen-Sonographie durchgeführt sowie eine Uroflowmetrie-Messung. Zusätzlich erhalten die Studienteilnehmer mehrere Fragebögen zur subjektiven Beurteilung folgender autonomer Störungen: sexuelle Funktionsstörungen, Blasen- und Miktionsstörungen, Autonome Funktionsstörungen. Innerhalb von 24 Stunden nach Umstellung der krankheitsmodifizierenden Therapie wird eine weitere Messung durchgeführt. Dabei werden der Pupillenlichtreflex mittels Lichtreflex-Pupillographie erhoben, eine Sakkadenmessung mit Hilfe eines Video-Nystagmograph aufgezeichnet, Herzfrequenz mittels EKG, nicht-invasiv Blutdruck mittels sog. applanation tonometrie, Atmung mittels 2 Atemgürteln um Thorax und Abdomen, Hautdurchblutung mittels laserflow Doppler und Hautwiderstand mittels zweier Elektroden, zwischen denen eine kontinuierliche Spannung von 0,5 V herrscht, wodurch die elektrische Leitfähigkeit der Haut als fließenden Strom zwischen den zwei Elektroden gemessen werden kann. Wir werden die Anpassung von Herzfrequenz und Blutdruck sowie die spektralen Leistungen der autonomen Modulation in Ruhe, während aktiven Stehens, während des Valsalva-Manövers, während 3-minütigem metronomischen Atmens, und während des so genannten Sustained Handgrip Tests erheben. Es wird eine Restharnbestimmung mittels Blasen-Sonographie durchgeführt sowie eine Uroflowmetrie-Messung. 6 Monate ± 2 Wochen nach Studieneinschluss erfolgt die nächste Messung. Dabei werden der Pupillenlichtreflex mittels Lichtreflex-Pupillographie erhoben, eine Sakkadenmessung mit Hilfe eines Video-Nystagmograph aufgezeichnet, Herzfrequenz mittels EKG, nicht-invasiv Blutdruck mittels sog. applanation tonometrie, Atmung mittels 2 Atemgürteln um Thorax und Abdomen, Hautdurchblutung mittels laserflow Doppler und Hautwiderstand mittels zweier Elektroden, zwischen denen eine kontinuierliche Spannung von 0,5 V herrscht, wodurch die elektrische Leitfähigkeit der Haut als fließenden Strom zwischen den zwei Elektroden gemessen werden kann. Wir werden die Anpassung von Herzfrequenz und Blutdruck sowie die spektralen Leistungen der autonomen Modulation in Ruhe, während aktiven Stehens, während des Valsalva-Manövers, während 3-minütigem metronomischen Atmens, und während des so genannten Sustained Handgrip Tests erheben. Es wird eine Restharnbestimmung mittels Blasen-Sonographie durchgeführt sowie eine Uroflowmetrie-Messung. Zusätzlicherhalten die Studienteilnehmer erhalten mehrere Fragebögen zur subjektiven Beurteilung folgender autonomer Störungen: sexuelle Funktionsstörungen, Blasen- und Miktionsstörungen, Autonome Funktionsstörungen. 12 Monate ± 2 Wochen nach Studieneinschluss erfolgte eine weitere Messung. Dabei werden der Pupillenlichtreflex mittels Lichtreflex-Pupillographie erhoben, eine Sakkadenmessung mit Hilfe eines Video-Nystagmograph aufgezeichnet, Herzfrequenz mittels EKG, nicht-invasiv Blutdruck mittels sog. applanation tonometrie, Atmung mittels 2 Atemgürteln um Thorax und Abdomen, Hautdurchblutung mittels laserflow Doppler und Hautwiderstand mittels zweier Elektroden, zwischen denen eine kontinuierliche Spannung von 0,5 V herrscht, wodurch die elektrische Leitfähigkeit der Haut als fließenden Strom zwischen den zwei Elektroden gemessen werden kann. Wir werden die Anpassung von Herzfrequenz und Blutdruck sowie die spektralen Leistungen der autonomen Modulation in Ruhe, während aktiven Stehens, während des Valsalva-Manövers, während 3-minütigem metronomischen Atmens, und während des so genannten Sustained Handgrip Tests erheben. Es wird eine Restharnbestimmung mittels Blasen-Sonographie durchgeführt sowie eine Uroflowmetrie-Messung. Zusätzlicherhalten die Studienteilnehmer erhalten mehrere Fragebögen zur subjektiven Beurteilung folgender autonomer Störungen: sexuelle Funktionsstörungen, Blasen- und Miktionsstörungen, Autonome Funktionsstörungen. 24 Monate ± 2 Wochen nach Studieneinschluss erfolgte eine weitere Messung: Dabei werden der Pupillenlichtreflex mittels Lichtreflex-Pupillographie erhoben, eine Sakkadenmessung mit Hilfe eines Video-Nystagmograph aufgezeichnet, Herzfrequenz mittels EKG, nicht-invasiv Blutdruck mittels sog. applanation tonometrie, Atmung mittels 2 Atemgürteln um Thorax und Abdomen, Hautdurchblutung mittels laserflow Doppler und Hautwiderstand mittels zweier Elektroden, zwischen denen eine kontinuierliche Spannung von 0,5 V herrscht, wodurch die elektrische Leitfähigkeit der Haut als fließenden Strom zwischen den zwei Elektroden gemessen werden kann. Wir werden die Anpassung von Herzfrequenz und Blutdruck sowie die spektralen Leistungen der autonomen Modulation in Ruhe, während aktiven Stehens, während des Valsalva-Manövers, während 3-minütigem metronomischen Atmens, und während des so genannten Sustained Handgrip Tests erheben. Es wird eine Restharnbestimmung mittels Blasen-Sonographie durchgeführt sowie eine Uroflowmetrie-Messung. Zusätzlicherhalten die Studienteilnehmer erhalten mehrere Fragebögen zur subjektiven Beurteilung folgender autonomer Störungen: sexuelle Funktionsstörungen, Blasen- und Miktionsstörungen, Autonome Funktionsstörungen. 36 Monate ± 2 Wochen nach Studieneinschluss erfolgt die letzte Messung. Dabei werden der Pupillenlichtreflex mittels Lichtreflex-Pupillographie erhoben, eine Sakkadenmessung mit Hilfe eines Video-Nystagmograph aufgezeichnet, Herzfrequenz mittels EKG, nicht-invasiv Blutdruck mittels sog. applanation tonometrie, Atmung mittels 2 Atemgürteln um Thorax und Abdomen, Hautdurchblutung mittels laserflow Doppler und Hautwiderstand mittels zweier Elektroden, zwischen denen eine kontinuierliche Spannung von 0,5 V herrscht, wodurch die elektrische Leitfähigkeit der Haut als fließenden Strom zwischen den zwei Elektroden gemessen werden kann. Wir werden die Anpassung von Herzfrequenz und Blutdruck sowie die spektralen Leistungen der autonomen Modulation in Ruhe, während aktiven Stehens, während des Valsalva-Manövers, während 3-minütigem metronomischen Atmens, und während des so genannten Sustained Handgrip Tests erheben. Es wird eine Restharnbestimmung mittels Blasen-Sonographie durchgeführt sowie eine Uroflowmetrie-Messung. Zusätzlicherhalten die Studienteilnehmer erhalten mehrere Fragebögen zur subjektiven Beurteilung folgender autonomer Störungen: sexuelle Funktionsstörungen, Blasen- und Miktionsstörungen, Autonome Funktionsstörungen. Es soll festgestellt werden, ob leicht durchzuführende autonome Tests und Fragebögen geeignet sind, autonome Dysfunktionen, die möglicherweise Folgeerkrankunegn wie Herz-, Kreislauf-, Blasen-, oder Sehstörungen hervorrufen können, aufzudecken, und eine solche Dysfunktion mit dem klinischen Schweregrad korreliert. Diese Korrelationen werden nach jeder Messung für die verschiedenen Parameter berechnet.
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up läuft noch
Zahl teilnehmender Patienten 90
Stationärer Aufenthalt Keiner
Finanzierungsquelle Neurologische Universitätsklinik Erlangen

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • In diese Studie sollen Patienten mit schubförmig-remittierender MS in einem eng definierten Stadium der Erkrankung eingeschlossen werden.
  • Wir werden Patienten einschließen, die trotz krankheitsmodifizierender Therapie mit Glatirameracetat oder Interferon beta an Krankheits-Progression und weiteren MS-Schüben leiden.
  • Wir werden Patienten mit hoher Krankheitsaktivität trotz Basistherapie mit in die Studie einschließen. Diese Pat. sollten während der Therapie im vorangegangenen Jahr mindestens 1 Schub gehabt haben und mindestens 9 T2-hyperintense Läsionen im kranialen MRT oder mindestens 1 Gadolinium anreicheichernde Läsion aufweisen. Außerdem werden unbehandelte Patienten mit schwerer, rasch fortschreitender schubförmig-remittierender MS eingeschlossen, d.h. Patienten mit 2 oder mehr Schüben mit Behinderungsprogression in 1 Jahr, und mit 1 oder mehr Gadolinium anreichernden Läsionen im MRT des Gehirns oder mit einer signifikanten Erhöhung der T2-Läsionen im Vergleich zu einem kürzlich durchgeführten MRT.
  • Nach unseren Einschlusskriterien handelt es sich bei den Personen, die wir fragen werden, ob sie an unserer Studie teilnehmen wollen, um MS-Patienten deren Krankheitsstadium und –Verlauf so vorangeschritten sind, dass eine Eskalations-Therapie mit Fingolimod oder Natalizumab indiziert ist. Daher werden wir MS-Patienten in unsere Studie einschließen, denen – unabhängig von unserer Studie und vor der Frage, ob sie an unserer Studie teilnehmen wollen, – eine krankheits-modifizierende Therapie mit Fingolimod oder Natalizumab angeboten wurde.
  • Die Entscheidung des behandelnden Neurologen, einen Patienten auf die Behandlung mit Fingolimod einzustellen, erfolgt völlig unabhängig von unserer Studie und vor der Befragung, ob die Patienten bereit wären, an unserer Studie teilzunehmen.

Ausschlusskriterien

  • Es dürfen keine weiteren organischen oder psychiatrischen Erkrankungen vorliegen. Personen unter 20 oder über 75 Jahren sowie Patienten, mit vorbestehenden kardiovaskulären Erkrankungen und Patienten die Medikamente, die das autonome Nervensystem beeinflussen einnehmen, werden wegen der eingeschränkten Aussagemöglichkeiten bezüglich unserer Fragestellungen nicht in die Studie eingeschlossen.

Adressen und Kontakt

An dieser Studie können Sie leider nicht mehr teilnehmen. Hier finden Sie aktuelle Multiple Sklerose-Studien.

Häufig gestellte Fragen

In unserem übersichtlichen Ratgeber finden Sie alle Antworten zu Fragen über klinische Studien.

Ratgeber öffnen

Störungen des autonomen Nervensystems treten häufig bei Patienten mit Multipler Sklerose (MS) auf und können die Lebensqualität der Patienten erheblich einschränken. Parameter, die die Funktion des autonomen Nervensystems beurteilen, können zur Beurteilung der Schwere der Erkrankung beitragen und möglicher-weise die Einschätzung der Prognose der Patienten verbessern. Bisher sind autonome Funktions-Test nicht Standard der Routine-Diagnostik bei MS Patienten. Zur Verbesserung der klinischen Evaluation und der Langzeit-Überwachung von MS Patienten, wäre eine leicht verfügbare standardisierte Batterie autonomer Tests notwendig. Mit Hilfe dieser Testbatterie könnten autonome Störungen in frühen Erkrankungsstadien erkannt und behandelt werden und sekundäre Komplikationen, die den Gesundheitszustand und die Prognose der Patienten verschlechtern, eventuell verhindert werden. In dieser Studie haben wir daher die Absicht, zu untersuchen, ob ein Batterie von leicht durchzuführenden autonomen Tests und Fragebögen dazu geeignet ist, autonome Störungen adäquat zu diagnostizieren, welche zu sekundären Komplikationen, wie etwa kardiovaskulären-, Blasenfunktions-, oder Seh-Störungen führen. Darüber hinaus wollen wir untersuchen, ob solche Störungen im Zusammenhang mit dem klinischen Schweregrad der Erkrankung stehen. Um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, Assoziationen zwischen autonomen Störungen und dem MS-Schweregrad sowohl in einer Querschnitts-Patientenpopulation, als auch bei prospektiven Kontrolluntersuchungen zu finden, planen wir, nur Patienten mit schubförmig-remittierender MS, in einem gut eingrenzbarem Therapiestadium einzuschließen. Daher möchten wir nur MS-Patienten einschließen, bei denen es trotz vorangegangener immunmodulierender Therapie mit Glatirameracetat oder beta Interferon zum Fortschreiten der Erkrankung und zu weiteren Schüben kommt. Um beurteilen zu können, ob autonome Störungen mit der Entwicklung der Krankheit korrelieren, planen wir bei den in die Studie eingeschlossenen MS-Patienten, prospektiv über einen Zeitraum von 36 Monaten Korrelationen zu prüfen zwischen autonomen Funktionsparametern und klinischen Parametern des MS-Schweregrades. Bei dem Ziel, Korrelationen zwischen autonomen Parametern und Bewertungsskalen der MS-Schwere zu berechnen, muss die Auswahl der Patienten zudem nachfolgende Aspekte berücksichtigen: Verlauf und Ausprägung der MS können von Patient zu Patient sehr variabel sein, der mögliche Einfluss unterschiedlicher Krankheits- und Behandlungsstadien auf die Korrelationen zwischen autonomen Parametern und Indices klinischer MS-Schwere ist nicht abzuschätzen; zudem sind Korrelationen zwischen klinischer Schwere und autonomen Störungen in sehr frühen MS-Stadien ebenso wie in weit fortgeschrittenen Stadien - beispielsweise mit Rollstuhlpflichtigkeit – vermutlich sehr variabel. Um diesen Kriterien Rechnung zu tragen und Patienten mit möglichst vergleichbarem Verlauf und Vorbehandlung der MS zu erfassen, sollen in unsere Studie Patienten eingeschlossen werden, bei denen hohe Krankheitsaktivität trotz Basistherapie besteht, d.h. Patienten, die nicht auf einen vollständigen und angemessenen Zyklus einer β-Interferon- oder Glatirameracetat-Therapie angesprochen haben und welche während der Therapie im vorangegangenen Jahr mindestens 1 Schub gehabt haben und mindestens 9 T2-hyperintense Läsionen im kranialen MRT oder mindestens 1 Gadolinium anreichernde Läsion aufweisen. Zusätzlich werden wir Patienten mit einer im Vergleich zum Vorjahr unveränderten oder vermehrten Schubrate, oder Patienten mit rasch fortschreitender schwerer schubförmig-remittierend verlaufender MS, definiert durch 2 oder mehr Schübe mit Behinderungsprogression in 1 Jahr, und mit 1 oder mehr Gadolinium anreichernden Läsionen im MRT des Gehirns oder mit einer signifikanten Erhöhung der T2-Läsionen im Vergleich zu einem kürzlich durchgeführten MRT, einschließen. Typischerweise handelt es sich dabei um Patienten, bei denen die Indikation zur Eskalationstherapie mit Fingolimod oder Natalizumab gestellt wird. Um Korrelationen zwischen MS-Verlauf, MS-Schwere und autonomen Störungen adäquat untersuchen zu können, werden wir daher Patienten in unserer Studie einschließen, denen – unabhängig von unserer Studie – eine Eskalationstherapie angeboten wurde. Um die Störvariable der heterogenen Dauer der Erkrankung und Therapie zu minimieren, und um sicherzustellen, dass der Verlauf der Korrelationen bei den Patienten vergleichbar ist, planen wir, ANS Funktionen und die klinische Erkrankungs-Schwere bei den Patienten – welche die Einschlusskriterien erfüllen – zu vergleichbaren Zeitpunkten krankheitsbedingter Therapieschritte zu bestimmen, nämlich vor der ersten Therapie mit der angebotenen Eskalationstherapie mit Fingolimod oder Natalizumab, innerhalb von 24 Stunden nach Beginn der Eskalationstherapie, sowie 6 Monate ± 2 Wochen nach Beginn der Eskalationstherapie, 24 Monate ± 2 Wochen nach Beginn der Eskalationstherapie sowie 36 Monate ± 2 Wochen nach Beginn der Eskalationstherapie zu erheben. Zum Vergleich der klinischen MS-Schwere mit ANS Funktionen während unserer 3-Jahres-Follow-up Studie, verwenden wir die Expanded Disability Status Scale (EDSS), welche den Grade der neurologischen Beeinträchtigungen bewertet, sowie den Multiple Sclerosis Functional Composite (MSFC) zur Beurteilung der Arm-, Bein- und kognitiven Funktionen. Um die autonom gesteuerte Pupillenfunktion mit dem Fortschreiten der Erkrankung und der Krankheits-Schwere vergleichen zu können, werden wir mittels Infrarot-Pupillograpie die Lichtreflex-Amplitude sowie die Konstriktions- und Redilatations-Geschwindigkeiten bestimmen. Pupillendurchmesser und Redilatations-Geschwindigkeit stellen Parameter der sympathisch vermittelten Pupillen Modulation dar. Die Lichtreflex-Amplitude sowie die Konstriktions –Geschwindigkeit stellen Parameter der parasympathisch vermittelten Pupillen-Modulation dar. Um kardiovaskulär autonome Funktionen mit dem Fortschreiten der Erkrankung und der Erkrankungs-Schwere zu vergleichen, werden wir anhand nicht-invasiver, leicht durchzuführender Verfahren die Funktionen des autonomen Nervensystems untersuchen. Wir werden mittels elektrokardiographischer Aufzeichnung der Herzfrequenz, des kontinuierlichen Blutdrucks und der Atemfrequenz die Anpassung der Herzfrequenz und des Blutdrucks sowie die autonom-vermittelten spektralen Leistungen der autonomen Modulation in Ruhe, während aktiven Aufstehens, während wiederholter Valsalva-Manöver, während 3-minütiger metronomischer Atmung und während des sustained handgrip Tests messen. Um die autonome Blasenfunktion mit dem Fortschreiten der Erkrankung und der Erkrankungs-Schwere zu vergleichen, werden wir mit Hilfe von Blasen-Sonographie eine Restharnbestimmung durchführen. Darüber hinaus führen wir eine Uroflowmetrie-Messung zur Bewertung des möglicherweise veränderten Blasenentleerungs-Profils durch. Ein Fragebogen zusammen mit der Uroflowmetrie und der Blasen-Sonographie dienen der Diagnose von Dranginkontinenz, Detrusor-Hyperreflexie, Detrusor-Sphinkter-Dsyssynergie und Detrusor-Hyporeflexie. Urin-Teststreifen dienen der Diagnose von Harnwegsinfekten, die möglicherweise durch autonome Blasenfunktionsstörungen hervorgerufen werden. Um autonome Sexual-Funktionen mit dem Fortschreiten der Erkrankung und der Erkrankungs-Schwere zu vergleichen, werden wir anhand einer Batterie standardisierter sowie selbst entwickelter Fragebögen die Sexual-Funktionen bei männlichen und weiblichen MS-Patienten untersuchen. Außerdem werden wir mit Hilfe eines Fragebogens, subjektive autonome Symptome der Patienten abfragen. Die daraus entstehende Einstufung autonomer Störungen werden wir mit der Bewertung des klinischen Erkrankungs-Fortschreitens und der Erkrankungs-Schwere vergleichen.

Quelle

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