Beschreibung der Studie

Die akute Promyelozytenleukämie (APL) ist ein seltener Leukämietyp der etwa 5% der Fälle von akuter myeloischer Leukämie (AML) umfasst. In größeren Therapiestudien der 80-iger Jahre wurden bei APL mit Anthrazyklin/Cytarabin (Ara-C)-basierter Chemotherapie Remissionsraten zwischen 53 und 84% erreicht. Die durchschnittliche mediane Remissionsdauer (Zeit bis zum Rückfall der Leukämie) lag bei 19 Monaten. Die häufigsten Ursachen für das Nichterreichen einer kompletten Remission (vollständige Rückbildung der Leukämie in der zytologischen Untersuchung des Knochenmarkes) waren tödliche Blutungskomplikationen durch die mit diesem Leukämietyp assoziierten Gerinnungsstörungen. Mit dem Chemotherapiekonzept der Deutschen AMLCG (AML Cooperative Group) wurden bei über 70% der Patienten mit neu diagnostizierter APL anhaltende Remissionen erzielt. Dieses Konzept setzte im Vergleich zu den international gängigen Schemata eine intensivere Chemotherapie ein. Die Therapieintensivierung wurde insbesondere durch eine Verkürzung des Zeitintervalls zwischen den ersten beiden Therapiezyklen (Zeitintensivierung - Doppelinduktion) und durch eine Steigerung der Dosis von Ara-C (hoch dosiertes Ara-C) im zweiten Induktionskurs bewirkt (Dosisintensivierung). Ende der 80-iger Jahre wurden erstmals Ergebnisse von Studien aus China publiziert, welche eine alleinige differenzierende Therapie bei der APL einsetzten. Mit dem Vitamin A-Säurederivat All-trans-Retinsäure (ATRA), welches zu einer Ausdifferenzierung der Leukämiezellen bei APL führt, wurden Remissionsraten über 90% bei neu diagnostizierter APL erreicht. Auffällig war die sehr rasche Besserung der of lebensbedrohlichen Blutgerinnungsstörungen. Die Remissionsdauer nach alleiniger ATRA-Therapie betrug jedoch in der Regel nur wenige Monate und konnte auch durch den Zusatz von niedrig dosierter Chemotherapie nicht wesentlich verbessert werden. Deshalb wurde die Kombination von ATRA mit Anthrazyklin/Ara-C basierter Standardtherapie in nachfolgenden Studien geprüft. Diese Studien zeigten übereinstimmend eine höhere komplette Remissionsrate gegenüber konventioneller alleiniger Chemotherapie, eine Verlängerung der Remissionsdauer und zum Teil auch einen Vorteil im Gesamtüberleben. Ziel der hier vorliegenden Studie der AMLCG bei neu diagnostizierter APL ist es, die Wirksamkeit der Kombination von ATRA mit einem Chemotherapiekonzept zu prüfen, welches sich vor der Verfügbarkeit von ATRA bei der APL als besonders wirksam erwiesen hatte. Die Therapie besteht aus der simultanen Gabe von ATRA und Doppelinduktion unter Einschluss von hoch dosiertem Ara-C, gefolgt von Konsolidierung und Erhaltungstherapie.

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Studiendetails

Studienziel Beurteilung der Wirksamkeit der Therapie Hauptparameter: Komplette Remissionsrate, Gesamtüberleben nach 6 Jahren, rezidivfreies Überleben nach 6 Jahren, Ereignisfreies Überleben nach 6 Jahren.
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Studienphase 3
Zahl teilnehmender Patienten 200
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Finanzierungsquelle III. Med. Klinik, Universiätsmedizin Mannheim

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Erstdiagnose APL, zytogenetisch oder molekularbiologisch gesichert, Alter über 16 Jahre, schriftliches Einverständnis

Ausschlusskriterien

  • Herzinsuffizienz NYHA-Stadium III und IV
  • chronische Lungenerkrankung mit Hypoxämie
  • schwere therapierefraktäre Hypertonie
  • refraktäre Nierenfunktionsstörung (Serumkreatinin 2 mg/ 100 ml oder höher),
  • wenn nicht durch leukämische Infiltration erklärt, schwere Leberfunktionsstörung, wenn nicht durch leukämische Infiltration erklärt
  • unkontrollierte Pneumonie, insbesondere mit Hypoxämie,
  • unkontrollierte Sepsis,
  • unkontrollierte lenbensbedrohliche Blutung,
  • schwere geistige Störung,
  • körperliche Schwäche mit Pflegebedürftigkeit, bereits vor Eintritt der Leukämie,
  • Kachexie,
  • Schwangerschaft,

Adressen und Kontakt

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Häufig gestellte Fragen

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Mit ATRA und Chemotherapie konnte die Prognose der APL gegenüber vorausgegangenen Behandlungskonzepten signifikant verbessert werden. Die Erarbeitung der effizientesten und gleichzeitig hinsichtlich der Nebenwirkungen tolerablen Kombination von ATRA und Chemotherapie ist Gegenstand laufender klinischer Studien. Die gegenwärtige Studie zur Primärtherapie der APL ist eine einarmige prospektive Therapiestudie, welche die Wirksamkeit der Kombination der differenzierenden Substanz ATRA mit einem bei der APL hoch wirksamen Chemotherapiekonzept untersucht. Durch die simultane Behandlung mit ATRA und einer Doppelinduktion (TAD-HAM) und den Einschluss von Hochdosis-Ara-C wird zusätzlich zu ATRA in kurzer Zeit eine große Menge an Chemotherapie appliziert. Hoch-dosiertes Ara-C hat darüber hinaus ein breiteres Wirkungsspektrum im Vergleich zu Ara-C in Standarddosierung. Nach der Induktion werden zur Remissionsstabilisierung eine Konsolidierung mit TAD und eine monatliche Erhaltungschemotherapie angeschlossen. Besonders wichtige Parameter zur Einschätzung der Wirksamkeit dieses Therapiekonzeptes sind die Rate an kompletter Remission, das Gesamtüberleben und das rezidivfreie und ereignisfreie Überleben.

Quelle

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