Beschreibung der Studie

Viele Menschen in Deutschland weisen einen Migrationshintergrund auf. Sie werden häufig nur unzureichend von Gesundheitsangeboten erreicht. In der Studie wurden kultursensitive Patienteninformationen für Patienten mit Migrationshintergrund entwickelt. Es wurde untersucht, ob diese Informationen von Patienten als nützlicher bewertet werden als Patienteninformationen die zwar übersetzt, aber nicht kulturell adaptiert wurden. An der Studie nahmen Patienten mit türkischem, polnischem, russischem oder italienischem Migrationshintergrund mit einer depressiven Störung oder chronischem Kreuzschmerz teil. Die Studie liefert eine Antwort auf die Frage, ob kultursensitive Patienteninformationen von Personen mit Migrationshintergrund nützlicher bewertet werden als übersetzte Informationsmaterialien ohne kulturelle Anpassung.

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Studiendetails

Studienziel Subjektiver Nutzen nach Konsultation (T0; Usefulness Scale for Patient Information Material [USE])
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 480
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Wirksame Behandlung
Finanzierungsquelle Bundesministerium für Bildung und Forschung Dienstsitz Bonn

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Patienten mit türkischem, polnischem, russischem oder italienischem Migrationshintergrund mit der Diagnose einer depressiven Störung oder chronischem Kreuzschmerz.

Ausschlusskriterien

  • Analphabetismus

Adressen und Kontakt

An dieser Studie können Sie leider nicht mehr teilnehmen. Hier finden Sie aktuelle Depression-Studien.

Häufig gestellte Fragen

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Hintergrund: Von den in Deutschland lebenden ca. 15 Millionen Personen mit Migrationshintergrund (19% der Bevölkerung) werden viele nur unzureichend von den bestehenden Gesundheitsangeboten erreicht. In der Literatur wird oft auf die Notwendigkeit kulturell angepasster Informationsmaterialien für Patienten mit Migrationshintergrund, als einen Weg zur Verbesserung der gesundheitlichen Versorgung, hingewiesen. Ziel und Fragestellung: In der Studie wurden kultursensitive Patienteninformationen für Patienten mit Migrationshintergrund und chronischer Erkrankung (Depression oder chronischem Kreuzschmerz) entwickelt und evaluiert. Dabei wurde geprüft, ob kultursensitive Patienteninformationen einen höheren subjektiven Nutzen als standardübersetzte Informationen haben. Methodik: Implementierung und Evaluation der kultursensitiven Patienteninformationen erfolgten im Rahmen einer doppelblinden randomisiert-kontrollierten Studie in vier Studienzentren (Freiburg/Lörrach; Leipzig; Hamburg; Oberhausen/Mülheim/Duisburg) mit Patienten mit türkischem, polnischem, russischem oder italienischem Migrationshintergrund mit der Diagnose einer depressiven Störung oder chronischem Kreuzschmerz. In der Interventionsgruppe wurden im Rahmen der ärztlichen Konsultation kultursensitive Patienteninformationen ausgeteilt. In der Kontrollgruppe wurden standardübersetzte Patienteninformationen eingesetzt. Die Patienten wurden mittels national und international etablierter, sprachlich-kulturell adaptierter Fragebögen nach der Indexkonsultation (T0) sowie nach 8 Wochen (T1) und 6 Monate (T2) befragt. Dabei wurden neben der Erfassung der primären Zielgröße (subjektiver Nutzen) auch Daten zu sekundären Zielgrößen erhoben. Zusätzlich wurden die Hausärzte bzgl. der Praxisrelevanz kultursensitiver Patienteninformationen befragt. Durchführung: Zu Beginn des Projektes wurden die erkrankungsspezifischen Patienteninformationen zu Depressionen und chronischem Kreuzschmerz erstellt und in die Zielsprachen übersetzt. Diese standardübersetzten Patienteninformationen wurden dann in Fokusgruppen unter Berücksichtigung migrations-, sprach- und kulturspezifischer Aspekte adaptiert und zu kultursensitiven Versionen der Patienteninformation weiterentwickelt. Die teilnehmenden Hausärzte wurden durch die vier Zentrumskoordinatoren in ihren Praxen aufgesucht und dort in die Durchführung der Studie eingewiesen. Anschließend wurden ihnen die Patienteninformationen in den studienrelevanten Sprachen zur Verfügung gestellt. Die Randomisierung und die Befragung der Patienten erfolgte über das leitende Studienzentrum in Freiburg. Erwartete Ergebnisse: Die Studie liefert eine empirisch überprüfte Antwort auf die Frage, ob kultursensitive Patienteninformationen von Migranten nützlicher bewertet werden als übersetzte Informationsmaterialien ohne kulturelle Anpassung.

Quelle

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