Beschreibung der Studie

Der Hauptzweck der Studie ist die Vermittlung von Fertigkeiten, mit dem Stigma psychischer Erkrankungen umzugehen. Dies geschieht vor dem Hintergrund, dass psychische Erkrankungen auch heutzutage noch weitgehend stigmatisiert werden. Davon Betroffene erleben häufig Diskriminierungen in verschiedenen Lebensbereichen wie der Familie, im sozialen Umfeld oder am Arbeitsplatz. Im Rahmen einer Psychoedukationsgruppe (Gruppentherapie zur Vermittlung von Kenntnissen über eine psychische Erkrankung und von Fertigkeiten zur Bewältigung von Krankheitsfolgen) sollen Fertigkeiten erlernt werden, das Stigma und Diskriminierungserlebnisse nicht negativ zu verarbeiten und hinsichtlich der eigenen Krankheit selbstbestimmt Entscheidungen treffen zu können (Empowerment). Potentielle Studienteilnehmer sind Patienten verschiedener psychiatrischer Einrichtungen (stationär, teilstationär, ambulant) mit den Krankheiten Schizophrenie oder Depression. Es wird die Hypothese überprüft, dass sich in der Interventionsgruppe langfristig die Lebensqualität der Teilnehmer stärker verbessert als in der Vergleichsgruppe.

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Studiendetails

Studienziel Primärer Endpunkt ist subjektive Lebensqualität, gemessen mit dem Fragebogen WHOQOL-BREF Gesamtscore (Selbstbeurteilung). Der Fragebogen wird vor Intervention, nach Intervention, 6 Wochen, 6 und 12 Monate später erhoben. Primärer Endpunkt ist dabei die Veränderung zwischen "vor Intervention" und nach 12 Monaten.
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 512
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Wirksame Behandlung
Finanzierungsquelle Bundesministerium für Bildung und Forschung Dienstsitz Bonn

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Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Alter 18-65 Jahre
  • Vorliegen einer Behandlungsdiagnose nach ICD-10 aus den Bereichen F2, F31.3-F31.5, F32-F34, F43.2
  • Patienten, die regulär an einer Psychoedukationsgruppe teilnehmen würden
  • Schriftliche Einverständniserklärung
  • Einwilligungsfähigkeit (vom Prüfer beurteilt)

Ausschlusskriterien

  • Geringe Kenntnisse der deutschen Sprache (lesen, verstehen und sprechen nicht ausreichend möglich, durch Prüfer beurteilt)
  • Akute psychotische oder dissoziative Zustände

Adressen und Kontakt

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Häufig gestellte Fragen

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Menschen mit psychischen Erkrankungen leiden sowohl unter den Auswirkungen der eigentlichen Erkrankung als auch unter dem mit psychischen Erkrankungen verbundenen sozialen Stigma, was ihre Behandlung behindert (Sartorius et al. 2005, Link et al. 1999). Negative Einstellungen und diskriminierende Verhaltensweisen gegenüber Menschen mit psychischen Erkrankungen wirken sich negativ auf die Inanspruchnahme von Versorgungsangeboten, den Krankheitsverlauf, die Behandlungstreue und die soziale Funktionsfähigkeit aus (Sirey et al. 2001, Link et al. 2001, Perlick et al. 2001). Die Internalisierung negativer Stereotypen (Selbst-Stigmatisierung; Ritsher et al. 2003, Watson et al. 2007) beeinträchtigt die Lebensqualität und verstärkt sozialen Rückzug (Rüesch 2005). Außerdem ist das Selbststigma mit niedrigerem Empowerment (Ritsher et al. 2004), einem kleineren sozialen Netzwerk (Lysaker et al. 2007), verschlechterter Behandlungstreue (Fung et al. 2008) und einer höheren Symptombelastung (Corrigan et al. 2006) verbunden. Es äußert sich in einer eingeschränkten Verfolgung individueller Lebensziele wie der Aufgabe beruflicher Ambitionen oder des Wunsches nach Partnerschaft (Rüesch et al. 2005). Bisherige Ansätze zur Bekämpfung des Stigmas setzen primär bei der Aufklärung über psychische Erkrankungen in verschiedenen Zielgruppen an (z.B. Gaebel et al. 2003, 2004) und können bei entsprechender Umsetzung erfolgreich sein (Gaebel et al. 2008). Gruppenangebote zur Stigmabewältigung sind bislang jedoch nicht in kontrollierten Studien evaluiert worden. Vor diesem Hintergrund ist das primäre Ziel der Studie die Entwicklung, Manualisierung und Evaluation einer gruppentherapeutischen Intervention als Ergänzung zu bestehenden Gruppenangeboten zur Vermittlung von Kompetenzen zur Stigmabewältigung und Reduktion von Selbststigmatisierung. In diesem Zusammenhang ist die Wirksamkeit gruppenbasierter kognitiv-verhaltenstherapeutischer Psychotherapie als Interventionsmethode für Patienten mit Depressionen (vgl. McDermut et al. 2006) und Schizophrenie (vgl. Lawrence et al. 2006, Barrowclough et al. 2006) in verschiedenen Settings untersucht worden. Die Patienten können sich gegeneinander als Rollenvorbilder dienen und die mit dem Selbststigma verbundenen negativen selbstbezogenen Kognitionen mit Hilfe kognitiver Umstrukturierung aufbrechen und neue selbstwertfördernde Kognitionen individuell entwickeln und etablieren (Corrigan et al. 2001). Die folgenden Interventionseffekte sollen die Lebensqualität der Patienten verbessern sowie die Häufigkeit und Dauer stationärer Aufenthalte und krankheitsbedingter Arbeitsausfälle verringern: • die verbesserte Fähigkeit, negative stigmatisierende Erlebnisse zu verarbeiten, • die reduzierte Belastung durch selbststigmatisierende Kognitionen, • die mit der reduzierten Selbststigmatisierung einhergehende verbesserte Nutzung bzw. Inanspruchnahme von Ressourcen bei der Krankheitsbewältigung sowie • die verbesserte Verarbeitung bzw. die Verhinderung von Konflikten am Arbeitsplatz.

Quelle

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