Beschreibung der Studie

Myelompatienten sind in der Regel ältere und häufig sehr fragile Patienten, die im Durchschnitt 70 Jahren alt sind. Die Patienten zeigen sich bezüglich ihres Allgemeinzustands, ihrer körperlichen Fitness und physischen Belastbarkeit sehr unterschiedlich; die meisten haben mehrere Begleiterkrankungen (Komorbiditäten), deren Schwere und Anzahl erheblich variieren können. Diese Unterschiede der - bisher nicht systematisch erfassten - Komorbidität erklären, warum erhebliche individuelle Unterschiede in der Therapieverträglichkeit bestehen. Die Wichtigkeit, Komorbiditäten systematisch zu erfassen, ist eindrücklich für MDS- und AML-Patienten und für Patienten vor intensiven Therapiemaßnahmen, wie einer allogenen ("vom Familien- oder Fremdspender-stammenden) Stammzelltransplantation, demonstriert worden. Dabei wird zunehmend die Dringlichkeit der systematischen Erfassung bestehender Komorbiditäten auch bei anderen Erkrankungen als MDS/AML erkannt, um einen bestmöglichen Therapieerfolg zu erreichen. Dieses ist auch deshalb entscheidend, da Myelompatienten heute verschiedenste Therapieoptionen zur Verfügung stehen, wie a) neue Substanzkombinationen, b) Stammzelltransplantationen im Rahmen von klinischen Studien oder c) Standardtherapien. Für die objektive Einschätzung der bestmöglichen Therapie bei Myelompatienten erscheint somit die Aussage über eine vorhandene Komorbidität und Abschätzung der Therapieverträglichkeit bedeutsam. Die Einschätzung der 'Fitness' eines Myelompatienten wird bisher meist 'instinktiv' bei der Anamnese und Untersuchung von Myelompatienten erfasst, erscheint aber für die heute zur Verfügung stehenden intensiven Therapien deutlich systematischer erforderlich. Im Rahmen dieses Forschungsprojektes sollen deshalb prognostische Faktoren, wie Organfunktionen, Komorbiditäten sowie bekannte Myelom-Prognosefaktoren an Patienten mit multipler Myelomerkrankung, unabhängig und abhängig von der Behandlungszuweisung, intensiv untersucht werden. Wir postulieren, dass unsere Analysen ein fundiertes, altersunabhängiges Komorbiditätsassessment (Erhebung) liefern wird, das wissenschaftliche Aussagen über die individuelle Therapieverträglichkeit und das Gesamtüberleben bei Myelompatienten zukünftig zuverlässig ermöglicht und eine wesentliche Entscheidungshilfe für Therapieentscheidungen bieten wird.

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Studiendetails

Studienziel Erfassung von Komorbiditäten (MM spezifische Faktoren, Organfunktion, Funktionsassessment) bei Patienten mit Multiplem Myelom und deren Einfluss auf das Ereignisfreie- und Gesamtüberleben.
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 100
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Beobachtungsstudie
Finanzierungsquelle Universitätsklinikum Freiburg

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Patienten mit Erstdiagnose oder Rezidiv eines therapiebedürftigen Multiplen Myeloms

Ausschlusskriterien

  • Kein therapiebedürftiges Multiples Myelom

Adressen und Kontakt

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Häufig gestellte Fragen

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Das Bestreben, Komorbiditäten bei Myelompatienten zu erfassen, resultiert einerseits aus der Erkenntnis, dass Myelompatienten ein typischerweise älteres Patientenklientel mit im Mittel 69 Jahren darstellt (am Universitätsklinikum Freiburg: 62 Jahren, in Olmstedt county und Mayo clinic: 69 Jahren und in Schweden: 72 Jahren, personal communication RA Kyle; Mayo Clinic, USA), das in seinem Allgemeinzustand, in seiner köperlichen Fitness, Belastbarkeit, Schwere und Anzahl von Begleiterkrankungen und damit der Therapieverträglichkeit erhebliche Unterschiede aufweist. Die Wichtigkeit, Komorbidität systematisch zu erfassen, ist eindrücklich an MDS- und AML-Patienten (Deschler B, 2006) sowie vor intensiven Therapiemaßnahmen, wie allogener Stammzelltransplantation (Sorror ML, 2009), demonstriert worden. Da heute nicht mehr Melphalan/Prednison (MP) allein, sondern verschiedene Therapieoptionen Myelompatienten offen stehen, z.B. a) neue Substanzkombinationen, b) eine autologe oder allogene Stammzelltransplantation im Rahmen von Studien oder c) konventionelle Standardtherapien, erscheint die objektive Einschätzung der Komorbidität und Therapieverträglichkeit für Myelompatienten wesentlich und für die richtige Therapiewahl unerlässlich. Die Studie strebt die Prüfung der prognostischen Faktoren Organfunktionen, Komorbiditäten sowie üblicher Myelom-Prognosefaktoren an einem großen Myelompatientenklientel an (>400 Patienten), das in Freiburg anhand einer Daten- und Myelomdatenbank exzellent charakterisiert ist, um Voranalysen zu verifizieren und diese Ergebnisse nachfolgend prospektiv weiter zu validieren.

Quelle

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