Beschreibung der Studie

Die sensorische Wahrnehmung unserer Umwelt beschäftigt große Teile des menschlichen Gehirns und ist eine wichtige Grundlage des menschlichen Empfindens, der Orientierung und des Entscheidens. Dabei ist das Gehirn in der Lage viele eingehende Informationen gleichzeitig zu verarbeiten und auszuwerten. Hauptsächlich ist an diesen Prozessen der so genannte Kortex – die Hirnrinde – beteiligt. Heute weiß man, dass die Art, in der verschiedene Hirnareale miteinander kommunizieren, mit der Kommunikation von Schaltstellen in einem großen Netzwerk vergleichbar ist. Bei bestimmten Erkrankungen kann diese Kommunikation gestört sein. Zum Beispiel kann die Verbindung unter den einzelnen Stellgliedern gestört werden. Andererseits gibt es Erkrankungen, die zu einem Ungleichgewicht im Netzwerk führen, da einige Schaltstellen zu stark oder zu wenig kommunizieren. Solche Störungen können beispielsweise nach einem Schlaganfall in Form einer Spastik oder bei sogenannten Dystonien auftreten. Ziel dieser Studie ist zu untersuchen, welche Hirnareale bei diesen Erkrankungen „falsch“ funktionieren und inwieweit die gezielte Therapie mit Botulinum Toxin A bei diesen Erkrankungen zu einer Korrektur der „falschen“ Funktion führen kann.

Studie via E-Mail versenden

Studiendetails

Studienziel Behandlungserfolg bei Gruppe 1 (Dystonie) und Gruppe 2(Spastik) nach 12 Monaten unter Therapie mit Botulinumtoxin: - Dystonie: UDRS (Unified Dystonia Rating Scale), TWSTRS (Toronto Western Spasmodic Torticollis Rating Scale) - Spastik: MAS (Mod. Ashworth-Skala), SERS (Spasticity Examination Rating Scale)
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up läuft noch
Zahl teilnehmender Patienten 60
Stationärer Aufenthalt Keiner
Finanzierungsquelle Klinik für Neurologie FSU Jena

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Gruppe 1 (Dystonie): Nachweis einer cervikalen Dystonie durch einen Facharzt f. Neurologie, Ausschluss andersweitiger Ursachen, Rechtshänder, keine sonstigen neurologischen Erkrankungen, keine Vormedikation, MRT-Tauglichkeit
  • Gruppe 2 (Spastik): Nachweis einer klinisch relevanten Spastik der rechten Körperhälfte in Folge eines ischämischen Mediainfarktes durch einen Facharzt f. Neurologie, Ausschluss andersweitiger Ursachen, Rechtshänder, keine sonstigen neurologischen Erkrankungen, keine relevante Vormedikation, MRT-Tauglichkeit

Ausschlusskriterien

  • Psychiatrische Komorbidität, MRT-Untauglichkeit

Adressen und Kontakt

An dieser Studie können Sie leider nicht mehr teilnehmen. Hier finden Sie aktuelle Dystonie-Studien.

Häufig gestellte Fragen

In unserem übersichtlichen Ratgeber finden Sie alle Antworten zu Fragen über klinische Studien.

Ratgeber öffnen

Die intramuskuläre Injektion von Botulinumtoxin A zur Behandlung spezieller Bewegungsstörungen, wie beispielsweise fokalen Dystonien und spastischer Syndrome bei Erwachsenen und Kindern, stellt eine effektive Methode zur passageren partiellen Lähmung der betroffenen, pathologisch aktivierten Muskelgruppen dar. Aufgrund aktiver Aufnahmemechanismen an die präsynaptische Membran werden hierbei Muskelfasern mit hoher Aktivität bevorzugt gelähmt. Diese Bewegungsstörungen sind neben motorischen Beschwerden fast immer mit unangenehmen Wahrnehmungen und Schmerzen in den betroffenen Körperregionen verbunden. Darüber hinaus konnten einige neue Studien zeigen, dass bei Vorliegen einer fokalen Dystonie Veränderungen in der haptischen Wahrnehmung bestehen und diese deutlich über die betroffene Körperregion hinausgehen und die gesamte Körperhälfte betreffen. Die klinische Praxis zeigt, dass die Therapie mit Botulinumtoxin auch zu einer Linderung von Schmerzen und Wahrnehmungsstörungen der betroffenen Körperregion führt. Aktuelle Studien konnten erstmals belegen, dass hierfür neben der lokalen Wirkung (durch „Lösung“ der Spastik) auch Mechanismen auf spinaler und zerebraler Ebene verantwortlich sind. Die Frage ob und in welcher Form eine Substanz, die zu einer rein peripheren motorischen Lähmung führt, anhaltende funktionelle und strukturelle Veränderungen an Hirnregionen, welche an der Verarbeitung somatosensorischer und nozizeptiver Reize beteiligt sind, verursacht ist ungeklärt. Dabei stellt sich für uns insbesondere die Frage, ob und in welcher Form eine Substanz, die zu einer rein peripheren motorischen Lähmung führt, anhaltende funktionelle und strukturelle Veränderungen an Hirnregionen, welche an der Verarbeitung somatosensorischer und nozizeptiver Reize beteiligt sind, verursacht. Ziel dieses Projektes ist es, Veränderungen im somatosensorischen und nozizeptiven System bei Patienten mit Spastik einer Extremität bzw. einseitig betonter fokaler Dystonie vor und nach der Therapie mit Botulinumtoxin A zu analysieren. Die Ergebnisse werden anschließend mit den Daten einer gesunden Vergleichsgruppe verglichen. Methodisch sollen dabei MRT Untersuchungen zur funktionellen Konnektivität, Aktivierungsstudien, resting-state und morphometrische Messung mit psychophysischen Experimenten (u.a. Bestimmung der Wahrnehmungsschwelle, Zwei-Punkt-Diskrimination) kombiniert werden.

Quelle

Sponsoren: Registrieren Sie sich auf Viomedo, um Ihre Studien zu veröffentlichen.