Beschreibung der Studie

Im Rahmen der Studie soll ein in den USA erprobtes Modell ("IMPACT= Improving Mood: Promoting Access to Collaborative Treatment") zur Unterstützung der Depressionsbehandlung in der Primärversorgung an den deutschen Kontext angepasst werden. Hierzu wird das IMPACT-Programm für die Dauer der Studie in Freiburger und Hamburger Hausarztpraxen implementiert. Forschungsziel ist die Feststellung, ob Anpassung und Implementierung trotz der unterschiedlichen Versorgungsstrukturen auch in Deutschland praktikabel und sowohl die gut belegte Wirksamkeit als auch die positive Kosten-Nutzen-Bilanz der Intervention auch in Deutschland zu beobachten sind. Die Studie soll den Nachweis erbringen, dass eine 12-monatige Begleitung älterer Menschen (ab 60 Jahren) mit Depression durch einen speziell geschulten "Therapiebegleiter" im Sinne einer Therapieunterstützung zusätzlich zur üblichen Behandlung der Depression durch den Hausarzt wirksamer ist als die übliche Behandlung durch den Hausarzt ohne Therapiebegleiter. Der Therapiebegleiter agiert hierbei in enger Zusammenarbeit mit dem Hausarzt und einem beratenden Psychiater/ Psychotherapeuten (Behandlungsteam). Die Intervention folgt einem der individuellen Symptomentwicklung angepassten Stufenschema. Die Begleitung durch den Therapiebegleiter umfasst die Komponenten Psychoedukation, Verhaltensaktivierung und bei Bedarf die Vermittlung von Problemlösetechniken. In der Region von Hamburg und Freiburg nehmen insgesamt 300 Patienten an der Studie teil, von denen die Hälfte die übliche Behandlung und die andere Hälfte die Behandlung nach dem IMPACT-Programm erhält.

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Studiendetails

Studienziel Primäre Zielgröße ist der PHQ-9-Punktwert (Kroenke et al. 2001) als Maß der Veränderung der Depressionssymptomatik über den Verlauf der Studie. Der PHQ-9-Fragebogen ist das 9-Item-Depressionsmodul des "Gesundheitsbogens für Patienten" (Patient Health Questionnaire), das sich für die Population der an Depression erkrankten älteren Menschen in internationalen Studien als valides Instrument bewährt hat. Eine Symptomveränderung im Sinne einer "response to treatment" wird analog zu ähnlichen Studien (Unützer et al. 2002; IJiff et al. 2007; Gensichen et al. 2009) als Rückgang der Symptome (PHQ-9-Punktwert) um mindestens 50%, eine Remission als Rückgang des PHQ-9-Punktwerts auf 4 oder kleiner definiert. Der PHQ-9 wird bei Einschluss, nach 6 Monaten und nach 12 Monaten erhoben.
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 300
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Wirksame Behandlung
Finanzierungsquelle Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF/ Versorgungsforschung)
Weitere Informationen Studienwebseite

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Alter: ≥ 60
  • klinisch relevante Depression mittleren Schweregrads (PHQ-9-Punktwert 10-14)
  • Bereitschaft und Möglichkeit zu regelmäßigen telefonischen und persönlichen Kontakten mit dem Therapiebegleiter
  • Bereitschaft zur Teilnahme an drei schriftlichen Befragungen und dazu, von den Mitarbeitern des Datenmanagements telefonisch kontaktiert zu werden
  • Unterzeichnung der Einverständniserklärung nach ausreichender Information ("informed consent")

Ausschlusskriterien

  • Abhängigkeit von Alkohol, Medikamenten oder Drogen
  • erhebliche kognitive Beeinträchtigung (z.B. Demenz)
  • eine wegen der Depression bereits bei Einschluss laufende Behandlung durch einen Facharzt oder Psychotherapeuten
  • bipolare Störung
  • psychotische Symptome/ schwere Verhaltensauffälligkeiten
  • Suizidgefahr zum Zeitpunkt des Einschlusses

Adressen und Kontakt

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Häufig gestellte Fragen

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Ziel: GermanIMPACT ist eine Implementierungsstudie zur Anpassung eines evidenzbasierten US-amerikanischen Modells zur niedrigschwelligen Depressionsbehandlung in der Primärversorgung ("IMPACT - Improving Mood: Promoting Access to Collaborative Treatment") an das deutsche Versorgungssystem. Die Studie vergleicht die Effekte der üblichen Behandlung von Patienten mit Altersdepression durch den Hausarzt mit den Effekten der zusätzlichen Unterstützung dieser Behandlung durch einen Therapiebegleiter und einen beratenden Psychiater/Psychotherapeuten (collaborative care). Darüber hinaus dient die Studie zur Bestimmung der Kosteneffektivität der IMPACT-Intervention. Design: Bizentrische, cluster-randomisierte kontrollierte klinische Studie Intervention: Begleitung von Patienten mit Altersdepression durch einen Therapiebegleiter über 12 Monate Teilnehmer: Menschen ab 60 Jahren mit mittelschwerer Depression, die über die Hausarztpraxen rekrutiert werden Datenerhebung: bei Einschluss (= Baseline), nach 6 und nach 12 Monaten (= Interventionsende)

Quelle

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