Beschreibung der Studie

In der Studie profitierten Patienten mit einem halbseitig blinden Sehfeld davon, Schallreize auf der beeinträchtigten Seite zu hören. Nachdem sie eine Stunde lang passiv Schallreize gehört hatten, verbesserte sich ihre Wahrnehmung von Lichtreizen in der blinden Sehfeldhälfte signifikant. Verantwortlich für diesen Effekt sind Nervenbahnen, die Informationen verschiedener Sinne gleichzeitig verarbeiten. Um die Wirksamkeit der Schallreize zu untersuchen, führte das Forscherteam vor und nach der akustischen Stimulation einen Sehtest durch. Aufgabe der zehn Patienten war es, die Position von Lichtblitzen im gesunden und im blinden Sehfeld zu bestimmen. Während die Leistung in der intakten Sehfeldhälfte konstant blieb, steigerte sich die Anzahl an richtigen Antworten in der blinden Hälfte nach der Schalldarbietung. Dieser Effekt hielt 1,5 Stunden an.

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Studiendetails

Studienziel Psychophysische Messung der Häufigkeit korrekter Reaktionen auf Lichtreize vor und nach repetitiver passiver auditiver Stimulation.
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 10
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Finanzierungsquelle Deutsche Forschungsgemeinschaft

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • homonyme Hemianopsie

Ausschlusskriterien

  • Einschränkungen des Hörvermögens, Neglect, andere neurologische Erkrankungen

Adressen und Kontakt

An dieser Studie können Sie leider nicht mehr teilnehmen. Hier finden Sieaktuelle Sehstörung-Studien.

Häufig gestellte Fragen

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Die in der Rehabilitation von Gesichtsfeldausfällen - wie Hemianopsie - üblichen Methoden basieren normalerweise auf visueller oder auditiv-visueller bimodaler Stimulation, wobei die Patienten ein Training absolvieren müssen. Die Ergebnisse der vorliegenden Studie resultieren aus einem völlig anderen, neuartigen Ansatz, der auf passiver unimodal-auditiver Stimulation basiert. Zehn Patienten mit links- oder rechtsseitiger Hemianopsie (ohne Neglect) erhielten eine Stunde lang eine unilaterale passive auditive Stimulation auf ihrer anopischen oder intakten Seite, indem repetitive Folgen von Schallpulsen zugleich aus zwei Lautsprechern dargeboten wurden. Unmittelbar vor und nach der passiven auditiven Stimulation sowie nach einer Erholungsphase absolvierten die Patienten eine einfache visuellen Aufgabe, die die Detektion von entlang der Horizontalebene dargebotenen Lichtblitzen in völliger Dunkelheit erforderte. Die Ergebnisse zeigten, dass eine einmalige passive auditive Stimulation im blinden - nicht aber im intakten - Halbfeld der Patienten eine Verbesserung der Detektionshäufigkeit um fast 100% innerhalb von 30 min nach der auditiven Stimulation hervorrief. Diese Leistungsverbesserung war reversibel. Das Ausgangsniveau war nach 1.5 h wieder erreicht. Im Anschluss an die passive auditive Stimulation zeigte sich zudem ein nicht-signifikanter Trend einer Verschiebung der Gesichtsfeldgrenze zum blinden Halbfeld hin. Diese Resultate sind dadurch erklärbar, dass die passive auditive Stimulation eine Aktivierung residualer visueller Bahnen ausgelöst hat, welche multisensorische Eigenschaften besitzen und somit auch eine Empfindlichkeit für die hier verwendeten unimodal-auditiven Stimuli aufweisen könnten.

Quelle

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