Beschreibung der Studie

Bei Patienten mit Brustschmerzen kommt es häufig vor, dass keine kardiale oder keine hinreichende somatische Ursache erkennbar ist. Tatsächlich kann dies in kardiologischen Einrichtungen bei bis zu 50 % der Brustschmerzpatienten der Fall sein; man spricht dann von nicht-kardialem Brustschmerz. Dennoch sind sowohl die Schmerzen als auch emotionale Belastungen und Einschränkungen im Alltag der Betroffenen oft lang anhaltend. Die reine ärztliche Routinerückversicherung über normale kardiologische Untersuchungsbefunde reicht in vielen Fällen nicht aus, um einer Chronifizierung der Beschwerden wirksam entgegen zu wirken. Daher untersuchen wir eine kurze, frühzeitig ansetzende verhaltensmedizinisch ausgerichtete Intervention bei Patienten mit nicht-kardialem Brustschmerz hinsichtlich ihrer Wirkung auf das Schmerzerleben und auf die subjektiven Krankheitskonzepte. Die entsprechenden Patienten werden dazu zufällig entweder der Intervention oder der Routineversorgung zugeordnet und sowohl vor als auch 4 Wochen und 6 Monate nach der Intervention befragt.

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Studiendetails

Studienziel 1. Schmerzerleben (Schmerzfragebogen der Deutschen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes). 2. Subjektive Krankheitskonzepte (Donkin-Scale/IPQ-Brief). Die Erhebung erfolgt vor der Intervention und 4 Wochen sowie 6 Monate im Anschluss an die Intervention.
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 128
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Finanzierungsquelle Universität Erlangen-Nürnberg, Universitätsklinikum Erlangen, Forschungsreferat Medizinisches Dekanat
Weitere Informationen Studienwebseite

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Brustschmerzen, wie Ziehen, Stechen, Druck, Brennen
  • Patient fühlt sich durch die Beschwerden subjektiv belastet
  • Die Symptomatik trat in den vergangenen 4 Wochen mindestens einmal auf
  • unauffälliger Befund in Herzkatheter oder Herz-CT (= maximale Einengung der Herzkranzgefäße < 50 %)

Ausschlusskriterien

  • Studienteilnahme nicht durchführbar, aufgrund nicht ausreichender Sprachkenntnisse, Analphabetismus, fehlendem Verständnis für die Anleitung oder den Sinn der Studie
  • relevante kardiale Erkrankung (u.a. Einengung der Herzkranzgefäße von >= 50 %, Stentimplantation, Bypass, Herzinfarkt, Herzinsuffizienz NYHA III und IV, Herztransplantation, Herzrhythmusstörung mit Elektrophysiologischer Untersuchung, Ablation oder Schrittmacher, Dilatative Kardiomyopathie, Herzklappenanomalie)
  • aktuelle psychotherapeutische Behandlung aufgrund der Brustschmerzen

Adressen und Kontakt

An dieser Studie können Sie leider nicht mehr teilnehmen. Hier finden Sieaktuelle Somatoforme Störungen-Studien.

Häufig gestellte Fragen

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Brustschmerzen gehören zu den häufigsten Beschwerden in der Primärversorgung. In kardiologischen Settings kann jedoch bei über 50 % der Patienten mit Brustschmerzen keine kardiale oder gar keine körperliche Ursache gefunden werden (Eslick & Talley, 2008). Man spricht dann von nicht-kardialem Brustschmerz. Follow-up-Studien zeigen, dass die subjektiv erlebte Rückversicherung (Reassurance) bei Patienten mit akuten Brustschmerzen trotz Ausschluss kardiopathologischer Befunde langfristig variiert und bei den Betroffenen weiterhin bedeutende beschwerdebedingte Einschränkungen bestehen bleiben. Es besteht also ein substanzielles Risiko der langfristigen Persistenz von nicht-kardialen Brustschmerzen (bei 34 – 80% nach sechs Monaten; Mayou 1989, Potts & Bass 1993). Dies verdeutlicht die Notwendigkeit, die Behandlung zur Verhinderung einer Chronifizierung der Beschwerden zu verbessern. Empfohlen wird dazu eine gestufte Versorgung („stepped care“) (Mayou & Thompson 2002). Demnach sollte bei Patienten mit nicht-kardialem Brustschmerz bereits bei früher Beschwerdemanifestation zeitgleich zur weiteren differentialdiagnostischen Abklärung mittels niederschwelliger psychoedukativer Maßnahmen interveniert werden. Verhaltensmedizinische Kurzinterventionen bei früher Beschwerdemanifestation bzw. unmittelbar im Anschluss an die kardiologische diagnostische Abklärung und Vermittlung unauffälliger Befunde wurden bislang nur vereinzelt untersucht, wobei die Ergebnisse viel versprechend ausfielen (Kisely et al. 2010). Daher wurde für die vorliegende Studie eine kurze frühzeitig ansetzende Intervention auf verhaltensmedizinischer Basis entwickelt und aktuell hinsichtlich ihrer Wirksamkeit an Patienten mit nicht-kardialem Brustschmerz evaluiert. Dazu werden an einer kardiologischen Klinik Patienten mit Brustschmerzen und mit unauffälligen Befunden in der aktuell durchgeführten kardialen Diagnostik um Studienteilnahme gebeten und randomisiert der Intervention oder einer Kontrollgruppe (Routinebehandlung) zugeführt. Die zu prüfende Intervention wird zeitnah zur kardialen Ausschlussdiagnostik durchgeführt. Sie umfasst ein einmaliges maximal einstündiges Gespräch im Einzelsetting. Da Befunde vereinzelt darauf hinweisen, dass insbesondere die subjektiven Krankheitskonzepte der Betroffenen die erlebte Rückversicherung und das Chronifizierungsrisiko beeinflussen (Donkin et al. 2006), berücksichtigt die zu prüfende Intervention insbesondere die subjektiven Krankheitskonzepte der teilnehmenden Patienten und versucht, diese durch psychoedukative Elemente zu erweitern um so ein bio-psycho-soziales Verständnis der Beschwerden zu fördern. Für die hier beschriebene Studie werden insbesondere Effekte der Intervention auf das Schmerzerleben und auf die subjektiven Krankheitskonzepte der Betroffenen erwartet. Weiterhin werden Effekte auf emotional-affektive, kognitiv-perzeptuelle sowie behaviorale Variablen erwartet. Erhebungen dieser Variablen erfolgen vor der Intervention sowie 4 Wochen und 6 Monate nach der Intervention.

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