Beschreibung der Studie

Wie viele Studien aus dem Bereich der empirischen Säuglingsforschung, der Bindungsforschung und der Psychoanalyse belegen, sind tragende emotionale Beziehungserfahrungen in den ersten Lebensjahren die beste Voraussetzung für eine gelingende psychische, kognitive und psychosoziale Entwicklung einschließlich des Spracherwerbs. Zwar greifen vielfältige Präventionsprogramme diese empirische Befundlage auf und bemühen sich um eine frühe Förderung von Kindern schon im Kindergartenalter. Leider jedoch erreichen diese Angebote nicht alle Familien, da beispielsweise Familien mit Migrationshintergrund oft von diesen Angeboten nicht erfahren. Frühe Gewaltprävention, soziales Lernen sowie die Förderung der sozialen Integration von Kindern aus diesen gesellschaftlichen Gruppen gehörten daher zu den Zielen der Frankfurter Präventionsstudie, die das Sigmund-Freud-Institut in Kooperation mit dem Institut für Analytische Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie und dem Städtischen Schulamt von 2003 bis 2006 in 14 Frankfurter Kindertagesstätten durchgeführt hat. Die Studie ging von den klinischen Erfahrungen, sowie von neueren Ergebnissen der psychoanalytischen Entwicklungspsychologie, der Frühpädagogik und der Hirnforschung aus, dass in den ersten Lebensjahren die Weichen für die spätere psychische und psychosoziale Entwicklung gestellt werden. Vor diesem Hintergrund waren die Ergebnisse der repräsentativen Untersuchung hoch relevant: sowohl die Aggressivität als auch die Ängstlichkeit der Kinder sowie die Hyperaktivität der Mädchen nahmen – verglichen mit der Kontrollgruppe - statistisch signifikant ab. In dem Nachfolgeprojekt der Frankfurter Präventionsstudie (Akronym EVA) des Sigmund-Freud-Instituts in Frankfurt/Main soll nun die differentielle Wirksamkeit zweier bewährter Präventionsprogramme – „FAUSTLOS und FRÜHE SCHRITTE“ - überprüft werden. Die beiden Präventionsprojekte werden in je sieben ausgewählten Kindertagesstätten durchgeführt, die an einer Durchführung dieser Projekte interessiert waren.

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Studiendetails

Studienziel “Manchester Child Attachment Story Task” (MCAST) (Green, Stanley, Smith, & Goldwyn, 2000): Der MCAST ist ein standardisiertes, Puppenspiel-Geschichten-Ergänzungsverfahren, zur Erfassung des Bindung des Kindes an die Mutter bzw. den Vater oder einen anderen Sorgebechtigten, das von der Forschergruppe um Jonathan Green entwickelt wurde, in dem der Untersucher verschiedene, Stress induzierende Situationen anspielt, die das Kind weiterführt und die auf Video aufgezeichnet werden. Das Videomaterial wird entlang von 33 Kriterien ausgewertet. Es können vier Bindungstypen mittels des MCAST unterschieden werden: B - sicher gebunden, A - unsicher vermeidend gebunden, C - unsicher ambivalent gebunden und D - unsicher, desorganisiert gebunden. Die MCAST Untersuchungen finden vor und nach der Intervention statt.
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 280
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Wirksame Behandlung
Finanzierungsquelle Forschungszentrum "Individuelle Entwicklung und Lernförderung" (IDeA), gefördert durch Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz (LOEWE)
Weitere Informationen Studienwebseite

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • alle Kinder im Alterszeitfenster in den jeweiligen Studien-Kindertagesstätten

Ausschlusskriterien

  • Kinder jenseits des Altersfensters in den Studien-Kindertagesstätten

Adressen und Kontakt

An dieser Studie können Sie leider nicht mehr teilnehmen. Hier finden Sieaktuelle Hyperaktivitätsstörung-Studien.

Häufig gestellte Fragen

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Der Annahme folgend, dass emotional stabile Beziehungserfahrungen in den ersten Lebensjahren die psychische, kognitive und psychosoziale Entwicklung von Kindern fördern, versuchen zahlreiche Präventionsprogramme frühzeitig zu intervenieren und Kinder bereits im Vorschulalter zu unterstützen. Allerdings erreichen einige dieser Programme nicht die Familien und ihre Bedürfnisse. Im Rahmen des EVA Projektes versuchen wir frühzeitig in einer Population zu intervenieren. Die Kinder sind zwischen 3 und 5 Jahre alt und die Stichprobe kennzeichnet sich durch verschiedene Risikofaktoren wie bspw. Migrationshintergrund und geringer sozio-ökonomischer Status. Die beiden Präventionsprogramme wurden folglich in Kindertagesstätten in sozial und ökonomisch benachteiligten Stadtteilen von Frankfurt /Main implementiert, um die präventive Wirksamkeit von sozial-emotionalen und psychischen Störungen zu untersuchen. Forschungsziel ist die Evaluation der beiden Präventionsprogramme und ihre Effektivität. Die Hypothese lautet, dass Programme wie „FRÜHE SCHRITTE“, die die individuellen Bedürfnisse der Kinder berücksichtigen, in einer Risikostichprobe wirksamer sind als Programme mit einem allgemeineren Ansatz wie „FAUSTLOS“. Es ist jedoch auch unsere Erwartung, dass der eher engere Ansatz von „FAUSTLOS“ in manchen Tagesstätten besser dem Wunsch nach Strukturierung seitens der Erzieher nachkommen kann. Die Untersuchung zielt daher auch die „goodness of fit“ hinsichtlich der Berücksichtigung der institutionellen Bedürfnisse. Die Bindungsforschung stellt einen gängigen Ansatz zur Erfassung der spezifischen Mutter-Kind-Beziehung und der innerpsychischen Objektrepräsentationen von Kindern dar. Sollte es gelingen, dass Kinder im Rahmen des Programms „FRÜHE SCHRITTE“ eine stabile alternative Beziehungserfahrung machen, nehmen wir an, den Bindungstyp eines Kinder von einem unsicheren, desorganisierten Bindungstyp hin zu einem sicheren Bindungstyp verändern zu können. Design der EVA-Studie: Die Langzeitstudie EVA realisiert ein Cluster Randomized Trail Desing mit drei Messzeitpunkten: Prä-, Post- und Follow-up Messung. Die Cluster, bestehend aus Kindertagesstätten, wurden zufällig auf der Grundlage einer repräsentativen Basiserhebung aller Frankfurter Kindertagesstätten im Jahr 2003 gezogen. Diese Basiserhebung schloss mehr als 5300 Kinder ein, die Cluster wurden entlang der verschiedenen Niveaus der Skalen Hyperaktivität, Aggression und Ängstlichkeit gebildet. Zusätzlich wurden sozialstatische Indikatoren der Stadt Frankfurt/Main berücksichtigt. Zum institutionellen Rahmen der Studie: Das Forschungszentrum „Individuelle Entwicklung und Lernförderung“ (IDeA) wurde vom Deutschen Institut für Internationales Pädagogik (DIPF) und der Goethe-Universität Frankfurt in Kooperation mit dem Sigmund-Freud-Institut gegründet. IDeA ist ein interdisziplinäres Forschungszentrum, das durch LOEWE, die Landesoffensive für ökonomische und wissenschaftliche Exzellenz in Hessen finanziert wird.

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