Beschreibung der Studie

In Norddeutschland kam es zwischen Mai und Juli 2011 zu einem der weltweit größten und schwersten EHEC-Ausbrüche mit 3842 Erkrankungsfällen und 53 Todesfällen. EHEC (Enterohämorrhagische Escherichia coli) sind bestimmte krankheitsauslösende Stämme des Darmbakteriums Escherichia coli (E. coli). "Enterohämorrhagisch" (entero von altgriechisch "enteron" – Darm und "hämorrhagisch" für Blutung) deutet an, dass EHEC beim Menschen blutige Durchfallerkrankungen auslösen können. Bei der Erkrankungswelle Mitte 2011 handelte sich um einen neuen EHEC-Typus, über dessen Spätfolgen bisher nichts bekannt ist. Als Folgen des EHEC-Ausbruchs sind neben Niereninsuffizienz und neurologischen Störungen u.a. auch das postinfektiöse Reizdarmsyndrom (pi-RDS), die Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) und weitere psychische Störungen zu befürchten. Bisher gibt es keine Studie, welche sowohl die somatischen als auch die psychischen Folgen in den ersten 2 Jahren nach einer EHEC-Erkrankung untersucht hat. Es wurden 401 EHEC-Patienten aus Kliniken Hamburgs, Lübecks, Lüneburgs und Rotenburgs (Wümme) innerhalb der ersten 3 Monate nach Erkrankungsbeginn hinsichtlich medizinischer und psychologischer Variablen untersucht. Mit dem Ziel, die Häufigkeit möglicher körperlicher und seelischer Folgeekrankungen zu erfassen, werden zwei weitere Befragungen jeweils 6 und 12 Monate nach Erkrankungsbeginn durchgeführt. Vor dem Hintergrund, dass auch in Zukunft möglicherweise mit weiteren Ausbrüchen desselben oder ähnlicher EHEC-Keime zu rechnen ist, sind die Studienergebnisse relevant für die Entwicklung von Ansätzen zur Prävention und Frühbehandlung von somatischen und psychischen Folgen dieser oder anderer schwerer Infektionen.

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Studiendetails

Studienziel - Häufigkeit der Diagnose postinfektiöses Reizdarmsyndrom (K58) ein halbes Jahr nach EHEC/HUS Erkrankung, erfasst mittels des ROM-III Fragebogens (Andresen et al., 2008 u. 2009) im Vergleich zu einer historischen Kontrollgruppe von Patienten nach Reisediarrhoe - Häufigkeit der Diagnose Posttraumatische Belastungsstörung (F43.1) ein halbes Jahr nach EHEC/HUS Erkrankung, erfasst mittels des PDS Fragebogens (Foa et al., 1997; dt. Version: Griesel et al., 2006) und validiert mittels SKID-Interview (Wittchen et al., 1997) im Vergleich zu einer historischen Kontrollgruppe von 965 Patienten aus der Allgemeinmedizin
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 400
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Beobachtungsstudie
Finanzierungsquelle Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Infektion mit dem EHEC-Stamm O104:H4
  • Vorstellung im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf oder in einer der anderen beteiligten Kliniken mit klinisch diagnostizierter EHEC/HUS-Erkrankung
  • Mindestalter von 18 Jahren
  • Vorliegen eines schriftlichen „informed consent“

Ausschlusskriterien

  • Akute medizinische oder psychiatrische Symptomatik, welche einer sofortigen medizinischen Intervention bedürfen (z. B. akute Suizidalität, Intensivbedürftigkeit)
  • Kenntnisse der deutschen Sprache reichen nicht für „informed consent“ oder die Bearbeitung des Studienfragebogens aus

Adressen und Kontakt

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Häufig gestellte Fragen

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In Norddeutschland kam es zwischen Mai und Juli 2011 zu einem der weltweit größten und schwersten EHEC-Ausbrüche mit 3842 Erkrankungsfällen und 53 Todesfällen. Es handelte sich dabei um einen neuen EHEC-Typus, über dessen Spätfolgen bisher nichts bekannt ist. Als Folgen des EHEC-Ausbruches sind neben Niereninsuffizienz und neurologischen Störungen u.a. auch das postinfektiöse Reizdarmsyndrom (pi-RDS), die Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) und weitere psychische Störungen zu befürchten. Bisher gibt es keine Studie, welche sowohl die somatischen als auch die psychischen Folgen in den ersten 2 Jahren nach einer EHEC/HUS-Erkrankung untersucht hat. Mit dem Ziel, die Häufigkeit des pi-RDS, der PTBS und anderer somatischer und psychischer Faktoren zu erfassen, wurden N=401 EHEC/HUS-Patienten aus Kliniken Hamburgs, Lübecks, Lüneburgs und Rotenburgs (Wümme) innerhalb der ersten 3 Monate nach Erkrankungsbeginn (T0) hinsichtlich medizinischer und psychologischer Variablen untersucht. Im Rahmen einer Kohortenstudie mit prospektiver Nachverfolgung sollen nun 6 Monate (T1) und 12 Monate nach Erkrankungsbeginn (T2) die Patienten mittels standardisierter Fragebögen und eines strukturierten diagnostischen Interviews nachuntersucht werden. Die Häufigkeit des pi-RDS und anderer Variablen wird verglichen mit den entsprechenden Daten aus einer laufenden Studie zu der Entstehung des pi-RDS. Darüber hinaus werden mittels multivariater Analysen Prädiktoren der Entwicklung eines pi-RDS bzw. einer PTBS nach der EHEC/HUS-Erkrankung identifiziert. Vor dem Hintergrund, dass auch in Zukunft möglicherweise mit weiteren Ausbrüchen desselben oder ähnlicher EHEC-Keime zu rechnen ist, sind die Studienergebnisse relevant für die Entwicklung von Ansätzen zur Prävention und Frühbehandlung von somatischen und psychischen Folgen dieser oder anderer schwerer Infektionen.

Quelle

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