Beschreibung der Studie

Die Mehrzahl der Patienten mit einem längeren Aufenthalt auf der Intensivstation müssen medikamentös sediert werden. Es hat sich herausgestellt, dass Sedationsprotokolle und tägliche Sedationsstopps die unerwünschten Folgen der Sedation wie z. B. die Intubationsdauer und den Aufenthalt auf der Intensivstation verkürzen. Trotzdem wird der Sedationsstopp nicht immer durchgeführt. Die Ursachen sind vielfältig, so z. B. könnte die Schwierigkeit bei der Interpretation des neurologischen Status des Patienten während der Sedation und während des Sedationsstopps dafür verantwortlich sein. Auch wäre die Schwierigkeit des Erkennens eines Delirs eine mögliche Erklärung. Während die Sedationstiefe und der Schmerz routinemässig skaliert werden, besteht noch ein Defizit hinsichtlich des Erkennens des Deliriums. Mittels einfacher Screeningtests wie zum Beispiel des Confussion Assessement Method CAM-ICU oder der Intensive Care Delirium Scoring Checklist (ICDSC) konnte man eine grosse Anzahl von deliranten Patienten auf Intensivstationen aufdecken. Wir fragen uns, aus welchen Gründen der Sedationsstopp unterlassen wird, wie viele und welche neurologischen Abweichungen inklusive Delir während des Sedationsstopps auftreten, wie die Kommunikationsfähigkeit des Patienten ist und wie die behandelnden Ärzte den Zustand des Patienten beurteilen. Hypothesen Wir nehmen an, dass Sedationsstopp aufgrund bis heute nicht spezifizierten Gründen unterlassen wird, dass die Kommunikationsfähigkeit der Patienten während des Sedationsstopps beeinträchtigt ist und deshalb die Beurteilung von Schmerzen und des mentalen Zustands erschwert oder unmöglich ist. Weiterhin denken wir, dass die Schwierigkeiten der Erfassung von Delir, Schmerz und Muskelschwäche in dieser Patientengruppe durch Sedationsüberhang verursacht wird. Die Erfassung des Delirs mit einem speziellen Score ist wahrscheinlich nicht unterschiedlich, wenn dieser Score durch den Arzt oder die Pflegende erfasst wird.   Studiendesign Bei unserer Studie handelt es sich um eine offene, prospektive, beobachtende Kohortenstudie. Die Studie wird im Berner Inselspital auf der Intensivstation für Erwachsene durchgeführt. Studienpopulation Während drei Monaten beobachten wir alle sedierten Patienten während des täglichen Sedationsstopps und ergänzen die ärztliche Untersuchung mit einfachen Fragen und Aufforderungen bzw. wir befragen das Behandlungsteam (Arzt/Pflege) Einschlusskriterien: - Der/die PatientIn muss für mindestens 48 Stunden sediert werden - Der/die PatientIn muss deutsch/französisch sprechen - Der/die PatientIn muss min. 18 Jahre alt sein Ausschlusskriterien: - ein Sedationsstopp darf nicht kontraindiziert sein - der Patient darf nicht an allen vier Extremitäten gelähmt sein - der Patient darf keine vorbestehenden kognitiven Erkrankungen aufweisen, die ihn in seiner Kommunikation einschränkt (z. B. Blindheit, Taubheit oder Demenz) Interventionen Eine tägliche Befragung des Patienten mit dem CAM-ICU und weitere Scores welche einige Minuten dauert. Die Daten werden durch die Befragung und aus der Krankengeschichte des Patienten entnommen. Statistische Analysen Die Häufigkeiten werden mit deskriptiven Methoden erfasst. Je nach Normalverteilung werden t-tests bzw non-parametrische Vergleiche durchgeführt

Studie via E-Mail versenden

Studiendetails

Studienziel Bestimmen des CAM-ICU (Confusion Assessment Method for the Intensive Care Unit) (positiv/negativ), des ICDSC (Intensive Care Delirium Scoring Checklist) (positiv/negativ) und des Wachheitsgrades (Richmond Agitation/Sedation Score RASS) beim Sedationsstop
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 100
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Beobachtungsstudie
Finanzierungsquelle Universitätsklinik für Intensivmedizin Inselspital Bern

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Der/die PatientIn muss für mindestens 48 Stunden sediert werden
  • Der/die PatientIn muss deutsch/französisch sprechen
  • Der/die PatientIn muss min. 18 Jahre alt sein

Ausschlusskriterien

  • ein Sedationsstopp darf nicht kontraindiziert sein
  • der Patient darf nicht an allen vier Extremitäten gelähmt sein
  • der Patient darf keine vorbestehenden kognitiven Erkrankungen aufweisen, die ihn in seiner Kommunikation einschränkt (z. B. Blindheit, Taubheit oder Demenz)

Adressen und Kontakt

An dieser Studie können Sie leider nicht mehr teilnehmen. Hier finden Sie aktuelle Delir-Studien.

Häufig gestellte Fragen

In unserem übersichtlichen Ratgeber finden Sie alle Antworten zu Fragen über klinische Studien.

Ratgeber öffnen

Hintergrund und Fragestellung Die Mehrzahl der Patienten mit einem längeren Aufenthalt auf der Intensivstation müssen medikamentös sediert werden. Es hat sich herausgestellt, dass Sedationsprotokolle und tägliche Sedationsstopps die unerwünschten Folgen der Sedation wie z. B. die Intubationsdauer und den Aufenthalt auf der Intensivstation verkürzen. Trotzdem wird der Sedationsstopp nicht immer durchgeführt. Die Ursachen sind vielfältig, so z. B. könnte die Schwierigkeit bei der Interpretation des neurologischen Status des Patienten während der Sedation und während des Sedationsstopps dafür verantwortlich sein. Auch wäre die Schwierigkeit des Erkennens eines Delirs eine mögliche Erklärung. Während die Sedationstiefe und der Schmerz routinemässig skaliert werden, besteht noch ein Defizit hinsichtlich des Erkennens des Deliriums. Mittels der Confussion Assessement Method CAM-ICU und oder der Intensive Care Delirium Scoring Checklist (ICDSC) konnte man eine grosse Anzahl von deliranten Patienten auf Intensivstationen aufdecken. Wir fragen uns, aus welchen Gründen der Sedationsstopp unterlassen wird, wie viele und welche neurologischen Abweichungen inklusive Delir während des Sedationsstopps auftreten, wie die Kommunikationsfähigkeit des Patienten ist und wie die behandelnden Ärzte den Zustand des Patienten beurteilen. Hypothesen Wir nehmen an, dass Sedationsstopp aufgrund bis heute nicht spezifizierten Gründen unterlassen wird, dass die Kommunikationsfähigkeit der Patienten während des Sedationsstopps beeinträchtigt ist und deshalb die Beurteilung von Schmerzen und des mentalen Zustands erschwert oder unmöglich ist. Weiterhin denken wir, dass die Schwierigkeiten der Erfassung von Delir, Schmerz und Muskelschwäche in dieser Patientengruppe durch Sedationsüberhang verursacht wird. Die Erfassung des Delirs mit einem speziellen Score ist wahrscheinlich nicht unterschiedlich, wenn dieser Score durch den Arzt oder die Pflegende erfasst wird. Studiendesign Bei unserer Studie handelt es sich um eine offene, prospektive, beobachtende Kohortenstudie. Die Studie wird im Berner Inselspital auf der Intensivstation für Erwachsene durchgeführt. Studienpopulation Während drei Monaten beobachten wir alle sedierten Patienten während des täglichen Sedationsstopps und ergänzen die ärztliche Untersuchung mit einfachen Fragen und Aufforderungen bzw. wir befragen das Behandlungsteam (Arzt/Pflege) Einschlusskriterien: - Der/die PatientIn muss für mindestens 48 Stunden sediert werden - Der/die PatientIn muss deutsch/französisch sprechen - Der/die PatientIn muss min. 18 Jahre alt sein Ausschlusskriterien: - ein Sedationsstopp darf nicht kontraindiziert sein - der Patient darf nicht an allen vier Extremitäten gelähmt sein - der Patient darf keine vorbestehenden kognitiven Erkrankungen aufweisen, die ihn in seiner Kommunikation einschränkt (z. B. Blindheit, Taubheit oder Demenz) Interventionen Eine tägliche Befragung des Patienten mit dem CAM-ICU und weitere Scores welche einige Minuten dauert. Die Daten werden durch die Befragung und aus der Krankengeschichte des Patienten entnommen. Risiken, Belastungen und Unannehmlichkeiten Es bestehen weder zusätzliche Risiken noch Unannehmlichkeiten. Statistische Analysen Die Häufigkeiten werden mit deskriptiven Methoden erfasst. Je nach Normalverteilung werden t-tests bzw non-parametrische Vergleiche durchgeführt. Ethische Gesichtspunkte Da es sich hierbei um eine Beobachtungsstudie handelt, welche routinemässige erhobene Befunde strukturiert erfasst, wird der Patient keinem besonderen Risiko ausgesetzt. Der Patient kann aufgrund seiner Erkrankung nicht in die Studie einwilligen, das Einverständnis müsste von einem studienunabhängigen Arzt, optional zusätzlich durch Angehörige gegeben werden.

Quelle

Sponsoren: Registrieren Sie sich auf Viomedo, um Ihre Studien zu veröffentlichen.