Beschreibung der Studie

Die Lebertransplantation hat sich innerhalb der letzten Jahrzehnte von einer experimentellen Behandlung zur Therapie der Wahl bei Patienten mit ansonsten unheilbaren Lebererkrankungen entwickelt. Trotz aller Verbesserungen kommt es aber auch heute noch bei einigen Patienten zu einem Funktionsverlust des transplantierten Organs, was im schlimmsten Fall eine erneute Transplantation oder gar den Tod des Patienten bedeuten kann. Als Ursachen hierfür können Infektionen durch verschiedene Krankheitserreger (z.B. Viren), Probleme bei der Operation (z.B. schwierige Gefäßanschlüsse mit nachfolgenden Durchblutungsstörungen der Leber) oder aber auch eine eingeschränkte Qualität der gespendeten Leber genannt werden. Darüber hinaus treten trotz der modernen Medikamente immer wieder Abstoßungsreaktionen unterschiedlicher Schweregrade auf. Um diese Probleme zu erkennen, muss die Funktion der gespendeten Leber engmaschig überwacht werden. Dies stellt den Arzt allerdings immer wieder vor relevante Probleme und setzt den Patienten einem nicht unerheblichen Risiko aus, da zur letztendlichen Diagnosesicherung häufig risikoreiche Untersuchungen (z.B. Probenentnahmen aus der transplantierten Leber) erfolgen müssen. Trotz dieser Maßnahmen ist die Abschätzung der Prognose für das Überleben der transplantierten Leber aber auch heute nur sehr eingeschränkt möglich. Die hier vorliegende Studie soll nun bei Patienten die sich einer Lebertransplantation unterziehen, vor allem neu entwickelte Zelltod- sowie Entzündungsmarker im Blut der Patienten untersuchen. Es soll die Frage geklärt werden, inwiefern sich diese Marker für die frühzeitige Erkennung einer Funktionsstörung der transplantierten Leber eignen. Dies wäre enorm wichtig, da das frühzeitige Erkennen derartiger Störungen eine zielgerichtete Diagnostik sowie die Einleitung einer spezifischen Therapie ermöglichen würde.

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Studiendetails

Studienziel Entwicklung einer Komplikation (Gefäßkomplikation, Gallengangskomplikation, Abstoßungsreaktion, Infektion) binnen 10 Tagen nach Transplantation
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 150
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Beobachtungsstudie
Finanzierungsquelle Klinik für Anaesthesiologie Uniklinkum Heidelberg

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Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Lebertransplantation nach Kadaverspende

Ausschlusskriterien

Adressen und Kontakt

An dieser Studie können Sie leider nicht mehr teilnehmen. Hier finden Sieaktuelle Leberkrebs-Studien.

Häufig gestellte Fragen

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Die orthotope Lebertransplantation nach Kadaverspende (LTPL) ist heute ein routinemäßig eingesetztes Verfahren, um Patienten mit ansonsten unheilbaren chronischen Leberkrankheiten oder akutem Leberversagen ein Überleben zu ermöglichen. Durch Innovationen der letzten Jahre insbesondere im Bereich der Organallokation, der Immunsuppression und der antiviralen Prophylaxen ist heute ein Langzeitüberleben bei guter Lebensqualität die Regel. In einigen Fällen kommt es jedoch zum primären oder sekundären Transplantatversagen mit weitreichenden Folgen für den Patienten wie der Notwendigkeit einer Re-Transplantation oder Tod. Ursächlich sind hier Abstoßungsreaktionen, virale Infektionen, Probleme der Anastomosen und Perfusionsstörungen neben Risiken, die sich aus einer eingeschränkten Qualität des Spenderorgans ergeben, führend. Um diese Probleme zu erkennen, ist ein ausgedehntes klinisches, virologisches und pathologisches Monitoring nötig, welches häufig auch invasive Diagnostik wie z.B. angiographische Diagnostik oder perkutane bzw. Keilbiopsien mit nicht unerheblichen Risiken für den Patienten bedeutet. Trotz dieser Maßnahmen ist die Abschätzung der Prognose für das Transplantatüberleben heute nur sehr eingeschränkt möglich. Die hier vorliegende Studie hat nun zum Ziel, bei Patienten die sich einer Lebertransplantation unterziehen, prospektive Prognoseparameter zu definieren, die eine Abschätzung des Transplantatüberlebens in den ersten Tagen nach Lebertransplantation ermöglichen. Dabei sollen klinisch-chemische Parameter wie die Kinetik der Transaminasen und der Lebersyntheseparameter sowie klinische Scores (MELD, SOFA, APACHE II) untersucht werden. Ferner sollen Marker der Caspaseaktivierung (Total Keratin 18 vs. Keratin 18 Fragmente), allgemeine Inflammationsmarker (IL-6, TNF-alpha, sICAM-1), reaktive Metabolite (RNS: L-Arginin, Asymmetrisches Dimethylarginin; RCS: Methylglyoxal) sowie Marker der AGE/RAGE-Interaktion (sRAGE, AGE-CML) im Plasma der Patienten als prognostische Faktoren untersucht werden. Das frühzeitige nichtinvasive Erkennen von Transplantatdysfunktionen würde eine zielgerichtete Diagnostik und die Einleitung einer kausalen Therapie bei Patienten mit Transplantatversagen ermöglichen, sowie die Indikationsstellung zur Re-Transplantation wesentlich erleichtern. In die hier vorliegende prospektive, nicht-randomisierte klinische Beobachtungsstudie wurden insgesamt 150 Patienten eingeschlossen, die sich einer orthotopen Lebertransplantation nach Kadaverspende zu unterziehen hatten. Patienten nach Leberlebendspende wurden nicht in die Studie eingeschlossen. Alle Patienten wurden gemäß des „Heidelberger Manual der Lebertransplantation“ behandelt. Relevante demographische Daten, klinische Daten sowie Routinelaborwerte wurden dokumentiert. Die Studienpatienten wurden in Bezug auf das Auftreten von Frühkomplikationen binnen 10 Tagen nach stattgehabter Transplantation untersucht. Es wurden die folgenden Komplikationen dokumentiert: (a) Infektionen (Pneumonie, Cholangitis, Harnwegsinfektionen, Sepsis, schwere Sepsis, septischer Schock), (b) Abstoßungsreaktionen (Zeichen der Abstoßung in der Leberbiopsie, klinischer V.a. eine Abstoßung mit nachfolgender Applikation einer Kortikosteroid-Stoßtherapie), (c) Gefäßkomplikationen (Thrombose oder Stenose der Leberarterie, der Pfortader oder der supra- bzw. infrahepatischen V. cava) einschließlich Blutungskomplikationen (mit der Notwendigkeit invasiver Diagnostik oder Revisionsoperation/Re-LTPL), oder (d) biliäre Komplikationen (Insuffizienz, Stenose, Ischämie des Gallengangs oder der biliodigestiven Anastomose). Patienten die innerhalb des 10-Tages Untersuchungszeitraumes keine Komplikation entwickelten, wurden als Kontrollgruppe zusammengefasst. Ferner wurde ein Langzeit-Follow-Up 180 Tage nach LTPL durchgeführt. Die Blutentnahmen (EDTA) bei den LTPL-Patienten erfolgten unmittelbar vor der Transplantation (Prä), unmittelbar nach Beendigung des operativen Procederes (T0), sowie 1 Tag (T1), 2 Tage (T2), 3 Tage (T3), 4 Tage (T4), 5 Tage (T5), 6 Tage (T6) und 7 Tage (T7) später. Projektteil 1 (Totales Keratin 18, Keratin 18 Fragmente, IL-6, TNF-alpha, sICAM-1): Aus Gründen der Finanzierbarkeit wurden die Plasmakonzentrationen dieser Parameter bei den Patienten L1-L100 zu den folgenden Zeitpunkten bestimmt: unmittelbar vor der Transplantation (Prä), unmittelbar nach Beendigung des operativen Procederes (T0), sowie 1 Tag (T1), 3 Tage (T3), 5 Tage (T5) und 7 Tage (T7) später. Die quantitative Bestimmung des Totalen Keratin 18 in den humanen Plasmaproben erfolgte mittels des M65 Enzyme Linked Immunosorbent Assay (ELISA) Kit (Peviva AB, Bromma, Schweden) gemäß den Vorgaben des Herstellers. Die quantitative Bestimmung der Keratin 18 Fragmente in den humanen Plasmaproben erfolgte mittels des M30-Apoptosense Enzyme Linked Immunosorbent Assay (ELISA) Kit (Peviva AB, Bromma, Schweden) gemäß den Vorgaben des Herstellers. Darüber hinaus wurden die Plasmakonzentrationen verschiedener Biomarker mittels ELISA-Technik bestimmt, um das Ausmaß der ablaufenden inflammatorischen Antwort (IL-6, R&D Systems, Minneapolis, MN, USA / TNF-alpha, R&D Systems, Minneapolis, MN, USA) sowie der zellulären Aktivierung (sICAM-1, Bender MedSystems, Wien, Österreich) abschätzen zu können. Alle Konzentrationsmessungen wurden als Doppelbestimmungen durchgeführt. Projektteil 2 (RCS: Methylglyoxal, RNS: L-Arginin, Asymmetrisches Dimethylarginin, AGR/RAGE-Interaktion: AGE-CML, sRAGE): Aus Gründen der Finanzierbarkeit soll die Bestimmung der Plasmakonzentrationen dieser Parameter bei den Patienten L1-L150 zu den folgenden Zeitpunkten erfolgen: unmittelbar vor der Transplantation (Prä), unmittelbar nach Beendigung des operativen Procederes (T0), sowie 1 Tag (T1), 3 Tage (T3), 5 Tage (T5) und 7 Tage (T7) später. Die quantitative Bestimmung der Plasmakonzentrationen von L-Arginin, Asymmetrischem Dimethylarginin, AGE-CML und sRAGE in den humanen Plasmaproben wird mittels Enzyme Linked Immunosorbent Assay (ELISA) Kits (L-Arginin: Immundiagnostik, Bensheim, Deutschland / Asymmetrisches Dimethylarginin: Immundiagnostik, Bensheim, Deutschland / sRAGE: R&D Systems, Minneapolis, MN, USA / AGE-CML: MicroCoat, Bernried, Deutschland) gemäß den Vorgaben des Herstellers erfolgen. Die quantitative Bestimmung der Plasmakonzentrationen von Methylglyoxal wird mittels eines HPLC-basierten Verfahrens erfolgen. Alle Konzentrationsmessungen werden als Doppelbestimmungen durchgeführt.

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