Beschreibung der Studie

Zwischen 2003 und 2007 wurden 106 neue Tageskliniken in der psychiatrischen, psychotherapeutischen und psychosomatischen Versorgung gegründet und die behandelte Fallzahl stieg von 88214 um 37% auf 120433. Dennoch ist der Bedarf bei Weitem nicht gedeckt. Neben der Etablierung weiterer psychiatrisch-psychotherapeutischer und psychosomatischer Tageskliniken stellt sich demnach die Frage nach einer effektiven und nachhaltig wirksamen Therapiemethode. Dafür eignet sich die relativ junge Therapiemethode mentalisierungsbasierte Gruppenpsychotherapie (Bateman & Fonagy 2004, 2011; Schultz-Venrath 2008, 2011). Denn sie setzt an den Defiziten in der Selbst- und Fremdwahrnehmung an, die einer Reihe von verschiedenen psychischen Erkrankungen gemeinsam zu sein scheint. Die Studie untersucht daher die Wirksamkeit von mentalisierungsbasierter Gruppenpsychotherapie im Vergleich - zur relativ weit verbreiteten - psychodynamischen Gruppenpsychotherapie in einer psychotherapeutischen Tagesklinik bei einer heterogenen Patientengruppe. Mentalisierungsbasierte Gruppenpsychotherapie legt den Schwerpunkt auf die Verbesserung der Wahrnehmung der aktuellen Gefühle und Affekte von sich selbst und von anderen. Psychodynamische Gruppenpsychotherapie legt den Schwerpunkt auf die Einübung des Ichs durch Handeln und damit den Fokus auf unbewusste interpersonelle Konflikte und Krankheitssymptome (Mattke 2011). Ziel ist die Überprüfung, ob mentalisierungsbasierte Gruppenpsychotherapie die Mentalisierungsfähigkeiten von Patienten stärker verbessert als psychodynamische Gruppenpsychotherapie und damit einhergehend zu einer größeren Reduktion psychischer Krankheitssymptome führt. Die Patienten einer psychotherapeutischen Tagesklinik werden, sofern sie die Einverständniserklärung der Studie unterschrieben haben, bei Therapiebeginn derjenigen Gruppe zugewiesen, in der gerade ein Platz frei wird. Die Behandlung dauert durchschnittlich neun Wochen. Die Therapiewirksamkeit wird aus den Perspektiven des Patienten, des Therapeuten und eines unabhängigen Beurteilers mit verschiedenen Methoden zur Erfassung der Symptom- und Beeinträchtigungsschwere, zur Mentalisierungsfähigkeit, zum globalen Funktionsniveau und zur Qualität interpersonaler Beziehungen erfasst. Die Einschätzungen des Therapieerfolges finden vor, während, direkt nach Abschluss der Therapie und zwölf Monate nach dem Therapieende statt. Die Studie soll dazu beitragen, die Wirksamkeit der mentalisierungsbasierten Gruppenpsychotherapie bei einer heterogenen Patientengruppe nachzuweisen und damit die Versorgung in psychotherapeutischen Tageskliniken zu optimieren.

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Studiendetails

Studienziel Hauptzielkriterium ist die Reduktion der Gesamtbeeinträchtigungsschwere in der Selbstbeurteilung (GSI/ SCL-90-R) nach einer Zwölf-Monatskatamnese.
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 150
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Wirksame Behandlung
Finanzierungsquelle Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik des EVK Bergisch Gladbach Kooperationsklinik der Universität Witten/Herdecke

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Diagnosen nach ICD-10 Kapitel V (F)

Ausschlusskriterien

  • Diagnosen F0 und F2 nach ICD-10 Kapitel V (F),
  • Akute Suchterkrankungen,
  • Schwerwiegende kognitive und sprachliche Einschränkungen

Adressen und Kontakt

An dieser Studie können Sie leider nicht mehr teilnehmen. Hier finden Sie aktuelle Affektive Störung-Studien.

Häufig gestellte Fragen

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Die kontrollierte Versorgungsstudie untersucht die Wirksamkeit von mentalisierungsbasierter Gruppenpsychotherapie im Vergleich zu psychodynamischer Gruppenpsychotherapie im tagesklinischen Setting. Die Zielpopulation ist eine heterogene Patientengruppe. Ziel ist die Überprüfung, ob mentalisierungsbasierte Gruppenpsychotherapie die Mentalisierungsfähigkeiten von Patienten stärker verbessert als psychodynamische Gruppenpsychotherapie und damit einhergehend zu einer größeren Reduktion psychischer Krankheitssymptome führt. Nach einem naturalistischen Design werden die Patienten einer psychotherapeutischen Tagesklinik den beiden Gruppen (ca. 52 pro Gruppe) zugewiesen, die sich lediglich in der Art der viermal wöchentlich stattfindenden und 90minütigen Gruppenpsychotherapie, nicht jedoch im tagesklinischen Setting unterscheiden. Die Behandlung dauert durchschnittlich neun Wochen. Die multiperspektivischen, multimodalen und multidimensionalen Untersuchungen der Patienten finden vor, während, direkt nach Abschluss der Therapie und zwölf Monate nach dem Therapieende statt. Als Outcomes werden Instrumente zur Symptom- und Beeinträchtigungsschwere, zur Mentalisierungsfähigkeit, zum globalen Funktionsniveau und zur Qualität interpersonaler Beziehungen eingesetzt. Bei der Auswertung kommen parametrische und nonparametrischen Verfahren, Effektstärken, multiple Regressionsanalysen und ein Mediator-Moderatormodell zum Einsatz.

Quelle

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