Beschreibung der Studie

In Deutschland erkranken ca. 150.000 Menschen pro Jahr an einer Sepsis, im Volksmund auch Blutvergiftung genannt, davon sterben ca. 56.000 (37% der Erkrankten) an den Folgen der Erkrankung. Eine schwere Sepsis entsteht, wenn - abseits vom Ort der eigentlichen Infektion - lebenswichtige Organe, wie das Herz- und Kreislaufsystem, die Nieren, die Lunge oder die Leber versagen. In diesen Fällen ist eine intensivmedizinische Versorgung des Patienten unabdingbar, die von den Betroffenen als stressreich und oftmals traumatisierend erlebt wird. Die Erkrankung selbst geht zeitlich weit über die intensivmedizinische Behandlung hinaus. Auch lange Zeit nach der Erkrankung weisen Patienten noch erhebliche Beeinträchtigungen der körperlichen und psychischen Gesundheit sowie der Lebensqualität auf. Als typische Spätfolgen werden neben einer erhöhten Mortalität, Beeinträchtigungen der Lungenfunktion, neuromuskulären Defiziten, häufig auch psychische Störungen wie Depression und Posttraumatische Belastungsstörung beschrieben. Ziel des CRISIS-Projektes ist die Erfassung der Häufigkeit von Traumafolgestörungen (Akute Belastungsreaktion, ICD-10: F43.0; Posttraumatische Belastungsstörung, ICD-10: F43.1) bei Patienten nach schwerer Sepsis. Im Mittelpunkt steht dabei insbesondere die Untersuchung des Verlaufs von Traumafolgestörungen bis 6 Monate nach Entlassung von der Intensivstation sowie die Erfassung der psychotherapeutischen Versorgungssituation der Betroffenen. In diesem Zusammenhang werden in der Klinik Bavaria Kreischa, einer Post-Akut-Rehabilitationsklinik, ca. 150 Patienten, die an einer schweren Sepsis litten und aktuell wegen einer Critical Illness Polyneuropathie oder einer Critical Illness Myopathie behandelt werden mittels klinisch diagnostischer Interviews und Fragebogenverfahren im Zeitraum von 4 Wochen, 3 Monaten und 6 Monaten nach Entlassung von der Intensivstation längsschnittlich hinsichtlich Traumafolgestörungen untersucht. Ziel dieser Studie ist es, ein Screening-Instrument zu entwickeln, das mittels eines Scores die Risikoabschätzung der Entwicklung einer Posttraumatischen Belastungsstörung im Langzeitverlauf erlaubt und adäquate psychotherapeutische Interventionen für die Betroffenen zu entwickeln.

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Studiendetails

Studienziel - Häufigkeit der Diagnose Akute Belastungsreaktion (F43.0), erfasst über das SKID-I (Wittchen et al., 1997) innerhalb von vier Wochen nach Entlassung von Intensivstation (ITS) bei Überlebenden einer schweren Sepsis mit Multiorganversagen, die wegen einer Critical Illness Polyneuropathie (CIP) oder einer Critical Illness Myopathie (CIM) in der Bavaria Klinik Kreischa behandelt werden. / - Häufigkeit der Diagnose Posttraumatische Belastungsstörung (F43.1), erfasst über das SKID-I (Wittchen et al., 1997) drei Monate nach Entlassung von ITS bei Überlebenden einer schweren Sepsis mit Multiorganversagen, die wegen einer Criticall Illness Polyneuropathie (CIP) oder einer Critical Illness Myopathie (CIM) in der Bavaria Klinik Kreischa behandelt wurden. / - Zusammenhang zwischen verschiedenen Variablen und der Symptomatik zu t1: Erfassung von Alter, Geschlecht, Familienstand, Bildungsstatus, Dauer externer ITS-Behandlung, Dauer externer invasiver Beatmung, Dauer interner ITS-Behandlung, Dauer interner invasiver Beatmung, Barthel-Index und dem Zusammenhang mit der Psychopathologie der Akuten Belastungsreaktion (F43.0), erfasst mit der Skala Acute Stress Disorder Scale (Bryant et al., 2000) und dem SKID-I (Wittchen et al., 1997) jeweils zu t1 (innerhalb von vier Wochen nach ITS-Entlassung)./ -Zusammenhang zwischen verschiedenen Variablen und der Symptomatik zu t2: Erfassung von Alter, Geschlecht, Familienstand, Bildungsstatus, Dauer externer ITS-Behandlung, Dauer externer invasiver Beatmung, Dauer interner ITS-Behandlung, Dauer interner invasiver Beatmung, Barthel-Index, Symptomen der Akuten Belastungsreaktion, erfasst mit der Skala Acute Stress Disorder Scale (ASDS, Bryant et al., 2000) und dem SKID-I (Wittchen et al., 1997) jeweils zu t1 (innerhalb von vier Wochen nach ITS-Entlassung) und dem Zusammenhang mit der Psychopathologie der Posttraumatischen Belastungsstörung (F43.1), erfasst mit dem SKID-I (Wittchen et al., 1997) und dem Fragebogen Post-traumatic Stress Scale (PTSS-10, Maercker, 1998) zu t2 (drei Monate nach ITS-Entlassung)./ -Zusammenhang zwischen verschiedenen Variablen und der Symptomatik zu t3: Erfassung von Alter, Geschlecht, Familienstand, Bildungsstatus, Dauer externer ITS-Behandlung, Dauer externer invasiver Beatmung, Dauer interner ITS-Behandlung, Dauer interner invasiver Beatmung, Barthel-Index, Symptomen der Akuten Belastungsreaktion, erfasst mit der Skala Acute Stress Disorder Scale (Bryant et al., 2000) und dem SKID-I (Wittchen et al., 1997) jeweils zu t1 (innerhalb von vier Wochen nach ITS-Entlassung) und dem Zusammenhang mit der Psychopathologie der Posttraumatischen Belastungsstörung (F43.1), erfasst mit dem SKID-I (Wittchen et al., 1997) und dem Fragebogen Post-traumatic Stress Scale (PTSS-10, Maercker, 1998) zu t3 (sechs Monate nach ITS-Entlassung).
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 185
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Beobachtungsstudie
Finanzierungsquelle Bundesministerium für Bildung und Forschung Dienstsitz Berlin
Weitere Informationen Studienwebseite

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Patienten mit diagnostizierter Critical-Illness-Polyneuropathie (CIP) bzw. Critical-Illness-Myopathie (CIM)
  • dokumentierte schwere Sepsis mit Multiorganversagen (R65.1!)
  • Männer und Frauen im Alter von 18 bis 70 Jahre
  • Länge des ITS-Aufenthaltes > 5 Tage
  • Ausreichende Deutschkenntnisse
  • Schriftliche Einwilligung der teilnehmenden Personen oder des Betreuers nach erfolgter Aufklärung

Ausschlusskriterien

  • Patienten, die nicht ansprechbar sind
  • Patienten, die kognitiv eingeschränkt oder nur eingeschränkt kommunikationsfähig sind
  • Minderjährigkeit
  • Teilnehmer an einer anderen klinischen Studie

Adressen und Kontakt

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Häufig gestellte Fragen

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Die schwere Sepsis stellt eine lebensbedrohliche Erkrankung dar und geht mit einem langen intensivstationären Aufenthalt einher. In Folge lebensbedrohlicher Ereignisse können Traumafolgestörungen wie die Akute Belastungsreaktion (ICD-10: F43.0) und die Posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10: F43.1) als psychopathologische Reaktionen entstehen und langfristig die Lebensqualität der Überlebenden maßgeblich beeinträchtigen. Das primäre Ziel der vorliegenden Studie fokussiert auf die Erfassung der Auftretenshäufigkeit von Traumafolgestörungen mittels valider diagnostischer Verfahren bei Überlebenden nach schwerer Sepsis, die aufgrund einer Critical Illness Polyneuropathie oder einer Critical Illness Myopathie behandelt werden. Ein zweites Ziel des Projektes ist die Untersuchung des Zusammenhangs zwischen klinischen, demografischen und pychologischen Variablen und der Diagnose/ den Symptomen einer Traumafolgestörung 4 Wochen, 3 Monate und 6 Monate nach Entlassung von Intensivstation nach Überleben einer schweren Sepsis. Dies dient der frühzeitigen Identifikation von Patienten, die ein erhöhtes Risiko aufweisen, eine Traumafolgestörung zu entwickeln. Weiterhin zielt das Projekt auf die Untersuchung unterschiedlicher Verläufe von Traumafolgestörungen vier Wochen bis 6 Monate nach Entlassung von Intensivstation nach Überleben einer schweren Sepsis ab. Darüber hinaus soll untersucht werden, inwiefern Patienten nach Überleben einer schweren Sepsis, die ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer Traumafolgestörung haben, psychotherapeutische Hilfe in Anspruch nehmen und inwiefern psychotherapeutischer Behandlungsbedarf besteht. Die Ergebnisse sollen dabei eine Grundlage bieten, um ein Screening-Instrument zu entwickeln, das mittels eines Scores die Risikoabschätzung der Entwicklung einer Posttraumatischen Belastungsstörung im Langzeitverlauf erlaubt und adäquate psychotherapeutische Interventionen für die Betroffenen entwickeln zu können. In einer prospektiv-longitudinalen Studie sollen N = 150 Patienten, die eine schwere Sepsis überlebt haben und aktuell wegen einer Critical Illness Polyneuropathie oder einer Critical Illness Myopathie in der Klinik Bavaria Kreischa, einer Post-Akut Rehabilitationsklinik, behandelt werden, konsekutiv eingeschlossen werden. Die Patienten sollen 4 Wochen (t1), 3 Monate (t2) und 6 Monate (t3) nach Entlassung von Intensivstation mit einem strukturierten klinischen Interview (SKID-I) und mittels Fragebögen untersucht werden.

Quelle

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