Beschreibung der Studie

Die Intensivierte Medizinisch-Beruflich Orientierte Rehabilitationsnachsorge (IMBORENA) ergänzt die trainingstherapeutischen Leistungen der Intensivierte Rehabilitationsnachsorge (IRENA) durch stärker berufsorientierte Angebote (arbeitsplatzbezogenes Training, berufsbezogene Gruppen, Sozialberatung, Entspannungstraining). Die Ergebnisse der IMBORENA werden mit den Ergebnissen der IRENA vergleichen. Erwartet wird, dass Teilnehmer der IMBORENA nach einem Jahr günstigere Werte auf dem Work Ability Index haben als Teilnehmer der herkömmlichen IRENA.

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Studiendetails

Studienziel Work Ability Index Primäres Zielkriterium ist die mit der deutschen Version des Work Ability Index (WAI) erfasste Arbeitsfähigkeit. Der WAI erhebt, inwiefern sich Personen unter Berücksichtigung ihres Gesundheitszustandes in der Lage sehen, ihre Arbeitsanforderungen zu bewältigen. Der WAI operationalisiert Arbeitsfähigkeit auf sieben Dimensionen: (1) die derzeitige Arbeitsfähigkeit im Vergleich zu der besten, je erreichten Arbeitsfähigkeit, (2) die Arbeitsfähigkeit in Relation zu den physischen und den psychischen Arbeitsanforderungen, (3) die Anzahl aktueller, vom Arzt diagnostizierter Krankheiten, (4) die geschätzte krankheitsbedingte Beeinträchtigung der Arbeit, (5) der Krankenstand in den vergangenen zwölf Monaten, (6) die Prognose der eigenen Arbeitsfähigkeit in zwei Jahren und (7) die psychische Leistungsreserven. Entsprechend der Berechnungsvorschrift werden die Indexwerte der sieben Dimensionen aufaddiert. Der Wertebereich umfasst Werte von 7 bis 49. Höhere Werte entsprechen einer besseren Arbeitsfähigkeit. Der WAI wird mittels Fragebogen zu drei Messzeitpunkten erhoben (Beginn der Nachsorge sowie sechs und zwölf Monate nach Beginn der Nachsorge).
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 660
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Wirksame Behandlung
Finanzierungsquelle Deutsche Rentenversicherung Bund

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Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Die Rehabilitationsnachsorge erfolgt aufgrund einer der folgenden Behandlungsdiagnosen: M16, M17, M50, M51, M53, M54, M75, Z96.6, Z96.8, Z98.8. Eingeschlossen werden ausschließlich erwerbstätige Personen. Darüber hinaus muss für den Studieneinschluss eines der folgenden Kriterien erfüllt sein: a) mindestens 3-monatige Arbeitsunfähigkeit in den vergangenen zwölf Monaten vor Beginn der Rehabilitation oder b) bestehende Arbeitsunfähigkeit am Nachsorgebeginn oder c) ungünstige subjektiver Erwerbsprognose entsprechend des Würzburger Screenings.

Ausschlusskriterien

  • Keine

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Internationale Übersichtsarbeiten und Meta-Analysen bestätigen die Wirksamkeit berufsorientierter Rehabilitationsansätze hinsichtlich beruflicher Wiedereingliederung, Funktionsfähigkeit und Schmerzreduktion für Patienten mit muskuloskelettalen Erkrankungen. In Deutschland haben daher seit den 1990er Jahren unter der Bezeichnung medizinisch-beruflich orientierte Rehabilitation (MBOR) Rehabilitationsangebote mit einem verstärkten Arbeits- und Berufsbezug an Bedeutung gewonnen. Randomisierte Studien zur MBOR in Deutschland konnten günstigere Effekte auf den beruflichen Wiedereingliederungserfolg und weitere gesundheitsbezogene Zielgrößen zeigen. Idealerweise sollten diese Angebote in einer entsprechenden Nachsorge Fortsetzung finden. In Deutschland bietet die Deutsche Rentenversicherung daher die Möglichkeit einer Intensivierten Rehabilitationsnachsorge (IRENA; § 31 SGB VI). Dieses Angebot sieht 24 Nachsorgetermine mit jeweils 90 bis 120minütiger Dauer vor. Zusammen mit den 40 bis 50 Stunden therapeutischer Leistungen in der vorangegangen ambulanten oder stationären Rehabilitationsphase kann der Rehabilitationsprozess so auf den Therapieumfang von mindestens 100 Stunden erweitert werden, der als notwendig für eine wirksame Behandlung bei chronischem Rückenschmerz gilt. Im Jahr 2007 wurden bereits 37000 IRENA-Leistungen durchgeführt. Etwa 90 % dieser Angebote erfolgten im Anschluss an eine orthopädische Rehabilitation. Derzeit beschränkt sich die IRENA allerdings nahezu ausschließlich auf trainingstherapeutische Leistungen. Berufsorientierte Behandlungsmodule finden in der Rehabilitationsnachsorge bislang keine Berücksichtigung. Der dazu erforderliche Transfer dieser evidenzbasierten Angebote der orthopädischen MBOR in die Rehabilitationsnachsorge steht noch aus. Hinsichtlich berufsorientierter Angebote bieten Nachsorgeprogramme dabei den großen Vorteil, dass bei der Wiedereingliederung erlebte Beanspruchungssituationen unmittelbar bearbeitet werden können und die Patienten professionelles Feedback zeitnah erhalten. Ziel der Studie ist die Überprüfung der Wirksamkeit eines berufsorientierten Nachsorgeprogramms für orthopädische Rehabilitanden. Die Intensivierte Medizinisch-Beruflich Orientierte Rehabilitationsnachsorge (IMBORENA) entwickelt den bisherigen IRENA-Ansatz in Anlehnung an multimodale MBOR-Ansätze weiter und ergänzt die Nachsorge durch stärker berufsorientierte Behandlungsangebote. Die IMBORENA umfasst dazu neben den üblichen Angeboten der medizinischen Trainingstherapie Angebote zum arbeitsplatzbezogenen Training, psychosoziale berufsbezogene Gruppen, Angebote zur Sozialberatung und zum Entspannungstraining. Zur Implementierung der IMBORENA wurde ein Behandlungsmanual entwickelt, das Ziele, Umfang und Durchführung der vier berufsorientierten Maßnahmen beschreibt. Arbeitsplatzbezogenes Training Das arbeitsplatzbezogene Training wird durch Trainer angeleitet, die zur Durchführung der Evaluation funktioneller Leistungsfähigkeit (EFL) nach Isernhagen qualifiziert sind. Die Einweisung, wenn noch nicht in der Rehabilitation geschehen, erfolgt in einem 60-minütigem Einzeltermin. Während dieses Termins werden die Fähigkeitsbereiche identifiziert, in denen die Bewältigung physischer Arbeitsanforderungen eingeschränkt ist. Unter Anwendung ausgewählter arbeitsplatzbezogener Elemente der EFL nach Isernhagen wird die aktuelle funktioneller Leistungsfähigkeit mit den physischen Arbeitsanforderungen verglichen, um das trainingsmethodische Vorgehen festzulegen. Das eigentliche Training erfolgt in Kleingruppen (4-6 Personen). Die Frequenz der Teilnahme ergibt sich aus einem Korridor von fünf bis zwölf Terminen, die jeweils 60 Minuten dauern. Das Training zielt auf die Steigerung der Leistungsfähigkeit hinsichtlich der physischen Anforderungen am Arbeitsplatz. Die individuelle Trainingsplanung erfolgt prozessorientiert und basiert auf einem ständigen Abgleich von körperlicher Leistungsfähigkeit und den zu erreichenden körperlichen Anforderungen. Ein wichtiges Prinzip ist der gegenseitige Austausch der Therapeuten des arbeitsplatzbezogenen Trainings und der medizinischen Trainingstherapie, um die Fähigkeit zu mehrdimensionalen Bewegungshandlungen durch gezieltes eindimensionales Training im Rahmen der Trainingstherapie zu unterstützen. Die zugrunde liegende Trainingsmethodik definiert sich allgemein durch das Prinzip der sukzessiven Belastungssteigerung. Dafür werden die Belastungsdauer und -intensität des Trainings kontinuierlich gesteigert sowie Schwierigkeitsgrad der Bewegungshandlungen erhöht. Eine begleitende Dokumentation der Trainingsentwicklung ermöglichen eine gezielte Überprüfung und ggf. Modifizierung individuell differenzierter Trainingszielvereinbarungen und zeitnahe und genaue Rückmeldung an den Patienten. Berufsbezogene Gruppen Den Patienten werden Methoden und Strategien für den Umgang mit arbeits- und alltagsrelevanten Problemen vermittelt. Die berufsbezogenen Gruppen werden in Kleingruppen (4-10 Personen) durchgeführt. Das Angebot umfasst insgesamt sechs Module mit je zwei 60-minütigen Einheiten. Wird der Bedarf für zusätzliche psychosoziale Behandlungen festgestellt, absolvieren die Rehabilitanden wenigstens zwei Module der folgenden Module: Gesund durch den Arbeitsalltag: Die Teilnehmer gewinnen mit Hilfe des Fragebogens zur Erfassung „Arbeitsbezogener Verhaltens- und Erlebensmuster“ (AVEM). Erkenntnisse über ihr eigenes arbeitsbezogenes Verhalten und Erleben. Zudem entwickeln sie gemeinsam Veränderungsmöglichkeiten für ungünstige Bewältigungsstile. Konfliktlösung: Die Teilnehmer lernen die verschiedenen Ebenen der Kommunikation grundlegende Kommunikationsregeln kennen. Darüber hinaus lernen sie selbstsicheres, unsicheres und aggressives Verhalten in Konfliktsituationen zu differenzieren. Notfallstrategien: Die Teilnehmer erlernen eine Strategie zur besseren Bewältigung akuter Belastungssituationen und erlangen Wissen über ihre typischen Stresssymptome. Soziale Unterstützung: Die Teilnehmer gewinnen Wissen über verschiedene Muster und Mechanismen von Beziehungen und lernen, diese zu analysieren. Zudem analysieren sie ihr eigenes soziales Netz und entwickeln Veränderungsmöglichkeiten für ungünstige Beziehungen. Work-Life-Balance: Die Teilnehmer gewinnen Wissen über das Work-Life-Balance-Modell, erlangen Kenntnis über ihre eigene Zeitbalance und erkennen, welche Rollen sie in ihrem Leben übernehmen und lernen, wie sie wichtige Rollen von unwichtigen unterscheiden können. Zeitmanagement: Die Teilnehmer erlernen systematische Methoden zur Tages- und Wochenplanung sowie zur Bewertung der Wichtigkeit und Dringlichkeit von Aufgaben und eine entsprechende Prioritätensetzung. Für jedes Modul wurde ein ausführliches Manual entwickelt, das Inhalte und Durchführung des einzelnen Moduls detailliert beschreibt. Die Trainer wurden in Schulungen auf die Durchführung der Module vorbereitet. Sozialberatung Die Sozialberatung, ein Termin à 15 Minuten, wird einzeln durchgeführt. Der Zeitpunkt des Angebots ist abhängig von den zu klärenden Sachverhalten. Die Inhalte betreffen v. a. die Beratung und Begleitung bei laufender stufenweiser Wiedereingliederung und die Exploration des Bearbeitungsstandes von in der Rehabilitation eingeleiteten weiterführenden Maßnahmen. Entspannungstraining Das Entspannungstraining zielt auf die Auffrischung der in der Rehabilitation gelernten Techniken sowie das Erlernen des Transfers in den Alltag. Das Entspannungstraining umfasst 6 bis 12 Termine à 30 Minuten und wird in Gruppen durchgeführt. Es setzt das Angebot der Rehabilitation fort, um den für nachhaltige Effekte notwendigen Übungsumfang zu sichern. Die Auswahl der jeweiligen berufsorientierten Maßnahmen orientiert sich am individuellen Bedarf. Jeder Rehabilitand erhält mindestens drei der vier berufsorientierten Maßnahmen. Dies bedeutet einen Mindestumfang von 7 bis 12 Stunden, z. B. führen arbeitsplatzbezogenes Training, berufsbezogene Gruppen und Sozialberatung zu mindestens 9,25 Stunden an berufsorientierten Leistungen. Insgesamt definieren die berufsorientierten Leistungen so etwa 20 bis 30 % des üblichen IRENA-Umfangs. Die berufsorientierten Maßnahmen werden substitutiv erbracht, d. h. die berufsorientierten Maßnahmen ersetzen einen Teil der herkömmlichen medizinischen Trainingstherapie der IRENA. In der praktischen Umsetzung werden folglich bei einem Drittel bis der Hälfte der üblichen 24 Termine bestimmte spezifische IMBORENA-Leistungen integriert (z. B. zunächst medizinische Trainingstherapie und anschließend eine berufsbezogene Gruppensitzung). Die Implementierung der IMBORENA wurde in einer 3-monatigen Erprobungsphase geprüft. Die begleitende formative Evaluation hat die Praktikabilität des geplanten Angebots bestätigt. Für die randomisierte kontrollierte Studie nehmen wir an, dass Teilnehmer des berufsorientierten Nachsorgeprogramms ihre beruflichen Anforderungen langfristig besser bewältigen als Teilnehmer der herkömmlichen IRENA. Als primäres Zielkriterium wurde daher die nach einem Jahr mit dem Work Ability Index erfasste Arbeitsbewältigung festgelegt. Sekundäre Zielkriterien sind selbsteingeschätzte körperliche Leistungsfähigkeit (Spinal Function Sort, SFS), gesundheitsbezogene Lebensqualität (Short Form Health Survey, SF-36), Depressivität (Patient Health Questionnaire, PHQ-9), Schmerzintensität (numerische Ratingskalen), Schmerzbewältigung (Coping Strategies Questionnaire, CSQ-D), arbeitsbezogenes Verhalten und Erleben (AVEM-44), Erwerbsstatus, Arbeitsfähigkeit und Krankheitstage und die allgemeine Behandlungszufriedenheit (Zuf-8). Um zu klären, ob bestimmte Subgruppen besonders von dem untersuchten Programm profitieren, werden mögliche Moderatoren des Treatmenteffektes hinsichtlich der mit dem WAI operationalisierten Arbeitsbewältigung überprüft. Als Moderatoren werden dabei 17 psychosoziale und gesundheitsbezogene Indikatoren (SFS, 8 Skalen des SF-36, PHQ-9, Schmerzintensität, 3 Skalen des CSQ-D, 3 Skalen des AVEM) sowie die körperliche Arbeitsschwere berücksichtigt. Als moderierende Kontextbedingungen werden zudem Art und Ort des vorangegangen Rehabilitationsverfahrens berücksichtigt. Die Erhebung der primären und sekundären Zielkriterien sowie der Moderatorvariablen erfolgt durch schriftliche Patientenbefragungen zu Beginn der Nachsorge sowie 6 und 12 Monate nach Beginn der Nachsorge.

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