Beschreibung der Studie

Die Alkoholabhängigkeit ist eine der häufigsten neuropsychiatrischen Erkrankungen unserer Gesellschaft. Chronischer Alkoholmissbrauch verursacht nicht nur körperliche und psychische Schäden sondern stellt auch ein ernst zu nehmendes soziales und ökonomisches Problem dar. Trotz zahlreicher psychologischer und medikamentöser Therapien, bleibt das Rückfallrisiko bei abhängigen Patienten auch nach Jahren der Abstinenz sehr hoch. Neue, effektivere Therapieansätze werden daher dringend benötigt. Das Risiko an einer Alkoholabhängigkeit zu erkranken ist zu circa 50% genetisch bedingt. Um neue Therapieansätze und Diagnoseverfahren zu schaffen, ist ein erweitertes Verständnis der genetischen und biologischen Grundlagen der Alkoholabhängigkeit eine absolute Vorraussetzung. Das Ziel dieser Multi-Center-Studie ist es, zu untersuchen auf welche Weise genetische Variationen das Risiko, eine Alkoholabhängigkeit zu entwickeln, erhöhen. Daher erforschen Wissenschaftler aus Berlin, Bonn und Mannheim mithilfe der funktionellen Kernspintomographie spezifische Hirnmechanismen, die von der Alkoholabhängigkeit beeinflusst sind. Zu diesen Mechanismen gehören die Verarbeitung von Belohnungs- und Bestrafungssituationen, die Verhaltenskontrolle und das Gedächtnis. Des Weiteren wird untersucht welche Gene und Gen-Gen-Interaktionen diesen veränderten Mechanismen zugrunde liegen. Dieser Forschungsansatz hat das Potential „Suchtpfade“ aufzudecken, durch die Gene über ihren Einfluss auf neuronale Mechanismen, die Persönlichkeit, das Trinkverhalten und den Abstinenzerfolg beeinflussen können. Von speziellem Interesse in diesem Projekt ist das sogenannte „verhaltensverstärkende“ System, welches natürliche Belohnungsreize (z.B. Nahrung, Sex) verarbeitet und welches die Wahrnehmung und das Verhalten alkoholabhängiger Menschen mehr und mehr auf Alkoholreize fokussiert. Zwei wichtige Botenstoffe sind im verhaltensverstärkendem System von Bedeutung: das Dopamin und, über indirektere Einflüsse, das Glutamat. In dem Projekt wird untersucht, wie dopaminerge und glutamaterge Gene die neuronalen Mechanismen der Belohungsverarbeitung sowie weitere Hirnprozesse, die Persönlichkeit, das Trinkverhalten und den Abstinenzerfolg beeinflussen. In Zukunft könnte dieses Wissen zu neuen, effektiveren Therapien, wie z.B. zu neuen Medikamenten, führen. In dieser großangelegten Studie werden über einen Zeitraum von insgesamt 5 Jahren mehrere hundert alkoholabhängige und nicht abhängigen Teilnehmer untersucht.

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Studiendetails

Studienziel Das Ziel dieser Multi-Center-Studie in Berlin, Bonn und Mannheim ist die Verwendung der funktionellen Magnetresonanztomographie zur Phänotypisierung alkoholabhängiger Patienten um die Relevanz zugrunde liegender genetischer Variationen, und hier insbesondere der dopaminergen und glutamatergen Neurotransmission zu untersuchen
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 480
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Beobachtungsstudie
Finanzierungsquelle Bundesministerium für Bildung und Forschung Dienstsitz Berlin
Weitere Informationen Studienwebseite

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Gesunde Probanden
  • Männer und Frauen zwischen dem 18. und 75. Lebensjahr
  • rechtswirksame, schriftliche Einverständniserklärung des Probanden zur Teilnahme an der Studie
  • Rechthändigkeit
  • Die Probanden dürfen an keiner psychiatrischen Störung nach ICD-10 leiden.
  • keine psychotropen Substanzen in den letzten 7 Tagen
  • Alkoholabhängige Patienten
  • Die Patienten dürfen an keiner weiteren psychiatrischen Störung nach ICD-10 leiden

Ausschlusskriterien

  • Ausschlusskriterien:
  • Körperliche Erkrankungen, die nach Art und Schwere mit den geplanten Untersuchungen interferieren oder Einfluss auf die zu untersuchenden Parameter haben könnten (z.B. umschriebene hirnorganische Erkrankungen)
  • MR-Kontraindikationen (z.B. Herzschrittmacher, metallische oder elektronische Implantate, metallische Splitter, Operationsklammern)
  • Anamnestisch manifeste psychiatrische Erkrankungen der Achse I und/oder Achse II nach ICD-10 außer Alkoholabhängigkeit bei Patienten
  • Medikamenten- oder Drogenabhängigkeit
  • Medikamenten- oder Drogenabusus bei Einschluss überprüft durch einen oder mehrere (randomisierte) Urintests
  • unzureichende Kenntnis der deutschen Sprache
  • Vorliegen einer Klaustrophobie
  • Schwangerschaft bei Frauen (wird durch einen Schwangerschaftstest ausgeschlossen)

Adressen und Kontakt

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Häufig gestellte Fragen

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Das mesolimbische dopaminerge System bildet eine der Hauptstrukturen die süchtigem Verhalten, i.e. Alkoholabhängigkeit zugrunde liegt und ist unter präfrontaler glutamaterger Kontrolle. Das Ziel dieser Multi-Center-Studie in Berlin, Bonn und Mannheim ist die Verwendung der fMRI zur Phänotypisierung alkoholabhängiger Patienten um die Relevanz zugrunde liegender genetischer Variationen, und hier insbesondere der dopaminergen und glutamatergen Neurotransmission zu untersuchen. In dieser Studie wird ein „Temporal Discounting“ und „Cue Reactivity“ Paradigma bei alkoholabhängigen Patienten und gesunden Kontrollen verwendet werden, um einerseits die Bedeutung der genetischen Variation auf die Aktivierung des mesolimbischen Systems dieser beiden Gruppen und andererseits den prädiktiven Effekt auf das Behandlungsoutcome zu überprüfen. Das Subprojekt wird demnach eine Brücke bilden zwischen präklinisch in Tierexperimenten untersuchter genetisch determinierter „Cue reactivity“ und humanen Studien beim Menschen. Darüber hinaus werden wir unsere Ergebnisse mit den Glutamat/ Glutamin Befunden der Magnetresonanzspektroskopie (SP14) verbinden.

Quelle

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