Beschreibung der Studie

Es ist bekannt, dass Methotrexat bei Anwendung in der Schwangerschaft zu einem Fehlbildungssyndrom führen kann. Dieses ist vermutlich Dosis-abhängig. Das primäre Ziel dieser Studie ist es zu untersuchen, ob auch eine wöchentliche Dosis von maximal 30 mg, die bei rheumatischen Erkrankungen und bei Autoimmunkrankheiten eingesetzt wird, zu einer erhöhten Fehlbildungsrate bzw. zur Methotexat-Embryopathie führt, wenn das Medikament ins 1. Trimenon hinein genommen oder weniger als 3 Monate vor der Empfängnis abgesetzt wurde.

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Studiendetails

Studienziel Rate grobstruktureller Fehlbildungen und der MTX-Embryopathie (im Zeitfenster bis zu ca. 8 Wochen nach der Geburt), Spontanabortrate, intrauterine Wachstumsverzögerung bei gesunden und kranken (mit angeborenen Fehlbildungen) Neugeborenen (anhand des Geburtsgewichts), Frühgeburtsrate
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 1450
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Beobachtungsstudie
Finanzierungsquelle Bundesministerium für Gesundheit

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Für alle 3 Kohorten: Prospektiv erfasste Schwangerschaft, das heißt, dass zum Zeitpunkt des Einschlusses in die Studie weder der Ausgang der Schwangerschaft bekannt ist noch Ergebnisse einer pränatalen Ultraschalluntersuchung.
  • Studienkohorte (MTX-exponierte Schwangerschaft): Low dose MTX (<=30 mg/week). Schwangere, die mehr als 30 mg/Woche wegen einer Autoimmunerkrankung/rheumatischer Erkrankung erhalten, werden gesondert evaluiert. Die MTX-Therapie muss entweder ins 1. Trimenon der Schwangerschaft hinein erfolgt sein, wobei Beginn und Zeitdauer nicht festgelegt sind (Post-Konzeptionsgruppe), oder innerhalb eines Zeitraumes von 3 Monaten vor der Konzeption beendet worden sein (Präkonzeptionsgruppe). (Wenn die MTX-Behandlung in die Schwangerschaft hinein erfolgte, ist dies in der Regel versehentlich passiert und wird dann mit Feststellung der Schwangerschaft beendet.) Für die Post-Konzeptionsgruppe ist mindestens eine MTX-Dosis nach der Empfängnis für den Studieneinschluss ausreichend, für die Prä-Konzeptionsgruppe ist eine einzige Dosis nur dann ausreichend, wenn sie nicht länger als einen Monat vor der Konzeption erfolgte. Ansonsten ist eine längere Therapiedauer, die meistens vor Wochen oder Monaten begonnen hatte und dann in dem Zeitfenster von weniger als drei Monate vor der Konzeption beendet wurde, das Kriterium.
  • Krankheitskontrollen (Kontrollgruppe 1): Schwangere mit rheumatischen Erkrankungen oder Autoimmunerkrankungen mit oder ohne immunmodulatorische Therapie (MedDRA HLT code 10039078: rheumatoid arthropathies, HLT-code 10025135: lupus erythematosus (incl. subtypes), PT-code 10002817: antiphospholipid-syndrome, HLT-code 10065874: psoriatic conditions, PT-code 10011401: Crohn ‘s disease, PT 10047115: Vasculitis; ICD-10 (2010: http://www.lumrix.de/icd.php): D68.6, K50; M05-M09; M32-36). Die Kontrollen werden nach Indikation, Land/Zentrum und Jahr der Ersterfassung mit der Studiengruppe gematcht werden.
  • Kontrollgruppe 2 (Allgemeine Kontrollen) wird nach Jahr der Ersterfassung und Land/Zentrum mit der Studiengruppe gematcht.

Ausschlusskriterien

  • Für alle drei Kohorten: Ausgeschlossen werden Schwangere, die eindeutig wirksame Teratogene oder eindeutig wirksame fetotoxische Medikamente: Acitretin, Isotretinoin, Mycophenolat, Thalidomid, Valproat, Angiotensind-II Rezeptoren Blocker (Sartane) (nur wenn sie im 2. oder 3. Trimenon angewendet wurden) oder ACE-Hemmstoffe (nur wenn sie im 2. oder 3. Trimenon angewendet wurden) eingenommen haben. Ausgeschlossen werden Fälle mit folgenden Indikationen: (Malignancies (MedDRA code: Malignant or unspecified tumors (SMQ 20000091) ), ICD-10: C00-D09). Malignancy related conditions (MedDRA: SMQ 20000092), ICD-10: C00-D09)
  • Ausschluss für Kontrollgruppe 1 ("Krankheitskontrollgruppe"): Einnahme von MTX.
  • Ausschluss für Kontrollgruppe 2 ("Allgemeine Kontrollen"): Einnahme von MTX oder von immunmodulatorischen/immunsuppressiven Medikamenten (Ausnahme: Kortikosteroide)

Adressen und Kontakt

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Häufig gestellte Fragen

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Aus retrospektiven Fallberichten ist bekannt, dass Methotrexat (MTX) ein Teratogen ist, das zu einer spezifischen Embryopathie führen kann (z.B. Seidahmed 2006, Yedlinski 2005, Adam 2003, Chapa 2003, Krähenmann 2002, Wheeler 2002, Bawle 1998, and Milunsky 1968). MTX wird bei einem breiten Spektrum an Indikationen eingesetzt: zur Abortinduktion, bei malignen Erkrankungen meist im Rahmen einer Polychemotherapie und seit den 90er Jahren bei Erkrankungen aus dem rheumatischen und autoimmunen Formenkreis. Die therapeutische MTX-Dosis variiert je nach Indikation und ist bei rheumatischen Erkrankungen mit der sog. low-dose von bis zu 30 mg/Woche gering. Die Auswirkungen einer (meist versehentlichen) low-dose MTX-Therapie in die Schwangerschaft hinein sind unzureichend untersucht. Vorliegend ist bisher lediglich eine kleine prospektive Beobachtungsstudie mit 28 Schwangeren (Lewden 2004), in der kein erhöhtes Fehlbildungsrisiko beobachtet wurde. Für eine differenzierte Risikoeinschätzung ist diese Fallzahl zu gering. Ferner wird darüber debattiert, wie lange vor der Konzeption eine MTX-Therapie beendet werden sollte, um das Ungeborene vor möglichen MTX-bedingten Nebenwirkungen zu schützen. Kürzlich empfahl ein Forum internationaler Rheumatologen einen Abstand von mindestens drei Monaten einzuhalten (Visser 2009). Das Ziel dieser Studie ist es, das Risiko einer low-dose MTX-Behandlung in die Schwangerschaft hinein bzw. bis kurz vor die Konzeption (besser) beurteilen zu können.

Quelle

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