Beschreibung der Studie

Diese an der Fakultät für Psychologie der Universität Wien durchgeführte Studie widmet sich den Opfern von Gewalt und sexuellem Missbrauch aus dem Bereich der katholischen Kirche, die sich an die Unabhängige Opferschutzanwaltschaft (UOA) bzw. die Unabhängige Opferschutzkommission (UOK) gewandt haben. Gegenstand des Forschungsprojektes sind die psychotraumatologischen Konsequenzen, unter denen die Opfer von Gewalt und sexuellem Mißbrauch im Rahmen der österreichischen katholischen Kirche, leiden. Dabei gilt die forschungsleitende Frage dem Zusammenhang zwischen der erlittenen Traumatisierung und den in den Dokumenten der Opfer festgestellten psychischen Folgen. Hintergrund: In den letzten Jahren haben Meldungen über Missbrauchshandlungen und Gewalt katholischer Priester in den USA, Irland, Deutschland und Österreich die Öffentlichkeit erschüttert. In einer umfassenden Studie des John Jay Colleges (2004, 2006) wurde der sexuelle Misbrauch von mind. 11000 amerikanischen Kindern und Jugendlichen durch 4400 US-amerikanische katholische Geistliche dokumentiert. Für Österreich wurde zur Aufarbeitung die Unabhängige Opferschutzanwaltschaft (UOA) mit der Unabhängigen Opferschutzkommission (UOK) etabliert. Beide Organisationen widmen sich insbesondere den Opfern und ihren Bedürfnissen, zielen also mit ihren Aktivtäten auf den Schutz der Opfer. Diese Orientierung ist einzigartig. Internationale vergleichbare Kommissionen integrieren meist auch die TäterInnenermittlung. Die UOK besteht aus Persönlichkeiten vor allem aus den Bereichen Recht, Psychologie, Medizin, Pädagogik und Sozialarbeit. Die UOA – Initiative gegen Missbrauch und Gewalt – ist eine zivilgesellschaftliche Einrichtung, die per definitionem frei und autonom agiert und allen Opfern von Missbrauch und Gewalt in Kirche und Gesellschaft in Österreich zur Verfügung steht. Methode: Auf Basis des psychotraumatologischen Modells (Maercker, 2009) werden die der og. Institutionen vorliegenden Daten der Opfer(Gutachten, Dokumentation der Traumatisierung, Forderungen der Opfer) analysiert. Opfer von Gewalt und sexuellem Missbrauch, die von UOA/UOK begutachtet wurden und der Teilnahme an der Untersuchung zugestimmt haben, werden mithilfe von psychodiagnostischen Tests/Fragebögen in Bezug auf gesundheitsfördernde Faktoren und Ressourcen im Sinne des psychotraumatologischen Rahmenmodells befragt. Für Österreich ist eine derartige Opferanerkennung neu. Die Effekte durch soziale Anerkennung sowie durch Disclosure (=Offenlegung; die Betroffenen haben die Möglichkeit ihre Erlebnisse zu offenbaren) können erstmalig für Österreich an einer Opfergruppe untersucht werden. Geschlechtsspezifische Modellüberprüfungen durch einen hohen Anteil an Männern in der Betroffenengruppe ermöglichen neue Erkenntnisse zum psychischen Prozess nach sexueller Traumatisierung bei Männern und Frauen. Die zu erwartenden Ergebnisse sind geeignet international verbesserte Standards in der Opferforschung und Psychotraumatologie zu setzen. insbesondere in Bezug auf die Entwicklung spezifischer Guidelines für diese und ähnliche Opfergruppen, die Hilfe in vergleichbaren Kommissionen suchen.

Studie via E-Mail versenden

Studiendetails

Studienziel Der "Zusammenhang zwischen erlittener Traumatisierung und den festgestellten psychischen Folgen", soll durch die Vorgabe von Fragebögen und die Durchführung qualitativer Tiefeninterviews, sowie den bereits vorliegenden psychologischen Begutachtungen geklärt werden. (Die psychologischen Gutachten wurden von externen Experten für die UOA/UOK angefertigt).
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 1100
Stationärer Aufenthalt Keiner
Finanzierungsquelle Österreichische Nationalbank (Jubiläumsfonds), Abteilung für Einkauf, Technik und Service

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Opfer von Gewalt und sexuellem Missbrauch, die von UOA/UOK begutachtet wurden und der Verwendung ihrer Daten für wissenschaftl. Zwecke zugestimmt haben.

Ausschlusskriterien

  • keine

Adressen und Kontakt

An dieser Studie können Sie leider nicht mehr teilnehmen. Hier finden Sie aktuelle Misshandlung-Studien.

Häufig gestellte Fragen

In unserem übersichtlichen Ratgeber finden Sie alle Antworten zu Fragen über klinische Studien.

Ratgeber öffnen

Im Zentrum des Forschungsvorhabens stehen die Opfer von Gewalt und sexuellem Missbrauch aus dem Bereich der katholischen Kirche, die sich an die Unabhängige Opferschutzanwaltschaft (UOA) sowie an die Unabhängige Opferschutzkommission (UOK) gewandt haben. Die forschungsleitende Frage gilt dem Zusammenhang zwischen der erlittenen Tat (Traumatisierung) und den in den Dokumenten der Opfer festgestellten psychischen Folgen. Das Forschungsvorhaben hat die einzigartige Chance, auf Daten einer Gruppe von Opfern sexuellen Missbrauchs und Gewalt zuzugreifen, die im Rahmen einer eigens dafür geschaffenen Einrichtung Anerkennung und Hilfe als Opfer suchen und soziale Unterstützung erhalten. Auf Basis des psychotraumatologischen Modells (Maercker, 2009) werden die der og. Institutionen vorliegenden Daten der Opfer(Gutachten, Dokumentation der Traumatisierung, Forderungen der Opfer) analysiert. Opfer von Gewalt und sexuellem Missbrauch, die von UOA/UOK begutachtet wurden und der Teilnahme an der Untersuchung zugestimmt haben, werden mithilfe von psychodiagnostischen Tests/Fragebögen in Bezug auf gesundheitsfördernde Faktoren und Ressourcen im Sinne des psychotraumatologischen Rahmenmodells befragt. Für Österreich ist eine derartige Opferanerkennung neu. Die Effekte durch soziale Anerkennung sowie durch Disclosure können erstmalig für Österreich an einer Opfergruppe untersucht werden. Genderspezifische Modellüberprüfungen durch einen hohen Anteil an Männern in der Betroffenengruppe ermöglichen neue Erkenntnisse zum psychischen Prozess nach sexueller Traumatisierung bei Männern und Frauen. Die zu erwartenden Ergebnisse sind geeignet international verbesserte Standards in der Opferforschung und Psychotraumatologie zu setzen. insbesondere in Bezug auf die Entwicklung spezifischer Guidelines für diese und ähnliche Opfergruppen, die Hilfe in vergleichbaren Kommissionen suchen.

Quelle

Sponsoren: Registrieren Sie sich auf Viomedo, um Ihre Studien zu veröffentlichen.