Beschreibung der Studie

Vorrangiges Ziel bei der Rehabilitation neurologischer Patienten ist die Erlangung der selbständigen Gehfähigkeit. In den letzten Jahren wurden mehrere Roboter-unterstützte Therapieansätze zur Rehabilitation von Arm- und Gangbewegungs-Störungen nach Schlaganfall entwickelt. In unserer Klinik wird der Lokomat-Gangroboter regelhaft zur Ergänzung der physiotherapeutischen Betreuung schwer betroffener Patienten eingesetzt. Das Konzept des MIMICS-Projektes ist es, den etablierten „Lokomat“-Gangroboter zu erweitern: durch zusätzliche Sensoren sollen während des Gangtrainigs Daten zum körperlichen und psychischen Zustand des Patienten gemessen werden. Mittels dieser Informationen soll der verbesserte MIMICS-Lokomat sich einerseits besser den individuellen Bedürfnissen des Patienten selbständig anpassen können und andererseits über eine „virtuelle Realität“ dem Patienten konkret fassbare Rückmeldung über seine Trainingsfortschritte geben, um so die Motivation und die Trainings-Intensität zu erhöhen. Unter dem Begriff „virtuelle Realität“ verstehen wir in diesem Zusammenhang eine durch einen Computer in Echtzeit generierte dreidimensionale Ansicht einer Landschaft. Eine in dieser Landschaft gehende Figur als symbolischer Stellvertreter des Patienten wird bzgl. ihrer Bewegungen an die Bewegungen des Patienten im Gerät synchronisiert, so dass ein Identifikations-Gefühl im Patienten erzeugt wird. 20 Patienten mit Hemiparese nach Schlaganfall werden über ein Zufallsverfahren einer von zwei Therapiegruppen zugeordnet. Die eine Gruppe wird eine Therapie mit dem MIMICS-Lokomaten erhalten, die andere Gruppe erhält eine klassische Lokomaten-Therapie, bei der der Patient ohne virtuelle Realität mit fest vorgegebenen Trainings-Parametern auf dem Gangroboter trainiert. Eine einzelne Therapieeinheit dauert ca. 30 Minuten, inkl. Vor- und Nachbereitung etwa 1 Stunde. Die Studiendauer beträgt 4 Wochen, das heißt jeder Patient wird 12 Therapieeinheiten auf dem MIMICS-Lokomaten oder dem konventionellen Lokomaten erhalten. Alle Patienten erhalten nach der 12. Therapieeinheit eine weitere Therapieeinheit (13) mit der jeweils anderen Interventionsform. Ziel ist der Vergleich der Motivation bei den jeweiligen Interventionen. 2 Wochen nach Studienende ist eine Nachuntersuchung vorgesehen, in der Langzeiteffekte der unterschiedlichen Therapien auf die Gehfähigkeit überprüft werden sollen.

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Studiendetails

Studienziel Prä-, Post und Follow up-Visite (2 Wochen nach Beendigung der 4wöchigen Interventionsphase). Durchgeführte Untersuchungen: -10 m Gehtest zur Erfassung der Gehgeschwindigkeit -Gehfähigkeit gemessen mit der Functional Ambulation Classification (FAC)
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 24
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Wirksame Behandlung
Finanzierungsquelle European Commission
Weitere Informationen Studienwebseite

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Hemiparese nach Schlaganfall gemäß WHO-Definition, Ereignis 3 Wochen bis 6 Monate vor Beginn der Studie
  • Moderate bis schwere motorische Einschränkung der unteren Extremitäten(Gehfähigkeit Score 2 oder weniger auf der FAC-Skala)
  • Kognitive Fähigkeit einfache verbale Anweisungen zu verstehen und zu befolgen
  • Räumliche Orientierung

Ausschlusskriterien

  • Für denLokomat: Körpergewicht > 130kg, Körpergröße > 200cm, Beinlängendifferenz > 2cm
  • Ausgeprägte Osteoporose, instabile Fraktur oder Dekubitus an einer unteren Extremität, eingeschränkter Bewegungsbereich
  • Ausgeprägte Spastik, ausgeprägte Kontrakturen
  • Akute Erkrankungen des Herz-Kreislauf- oder Atmungssystems (Herzinfarkt <4 Wochen, Lungenentzündung, Asthma bronchiale, Herzinsuffizienz nach NYHA 3, Herzschrittmacher, etc.)
  • Schwere kognitive Defizite und Aphasie
  • Schwangerschaft

Adressen und Kontakt

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Häufig gestellte Fragen

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Ziel dieser Studie ist es, den Einfluss von Rehabilitationstherapie mit VR (Virtual Reality) auf den Rehabilitationsprozess und -outcome zu untersuchen. Wir erwarten eine höhere Motivation bei Patienten die eine Lokomat Therapie mit MIMICS-VR durchlaufen, als bei Patienten mit konventioneller Lokomat-Therapie. Frühere Studien zeigen, dass VR leistungsfähige Therapie-Optionen innerhalb eines funktionalen, zielgerichteten und motivierenden Kontext bietet (Brütsch et al, 2010;. Holden, 2005; Sveistrup, 2004). VR kann angewendet werden, um Patienten in der Therapie zu motivieren und deren aktive Beteiligung zu erhöhen, um so schließlich ein verbessertes Ergebnis zu erreichen (Brütsch et al., 2010, Liebermann et al., 2006). Studien, die sich auf VR- und Roboter-Therapie fokusieren, berichten über Verbesserungen in Funktionen der unteren Extremität bei Patienten im chronischen und subakuten Status (Deutsch & Mirelman, 2007; Deutsch et al, 2004;. Fung et al, 2006;. Jaffe et al, 2004;. Mirelman et al. , 2009). Der Interventionszeitraum dauert 4 Wochen. Pro Woche soll jeder Proband mindestens 3 Therapieeinheiten Gehtraining erhalten. 20 Patienten mit Hemiparese nach Schlaganfall werden nach dem Zufallsprinzip entweder der Interventions- oder der Kontrollgruppe zugeordnet. Beide Gruppen werden 12 Trainingseinheiten innerhalb von 4 Wochen erhalten. Die Interventionsgruppe bekommt Lokomat Training mit VR, die Kontrollgruppe Standard Lokomat Training ohne VR. Alle Patienten erhalten nach der 12. Therapieeinheit eine weitere Therapieeinheit (13) mit der jeweils anderen Interventionsform. Ziel ist der Vergleich der Motivation bei den jeweiligen Interventionen. Das Gehtraining wird mittels Lokomat unter der Aufsicht eines ausgebildeten Physiotherapeuten oder Sportwissenschaftlers durchgeführt. Die Patienten der Interventionsgruppe werden durch einen virtuellen Wald gehen und verschiedene motorische und kognitive Aufgaben lösen sowie mit der virtuellen Umgebung interagieren. Eine Therapie-Sitzung mit dem Lokomat kann bis zu einer Stunde dauern, Vor- und Nachbereitung inbegriffen. Die Patienten sollten mindestens 20 Minuten lang im Lokomat gehen. Es gibt keine Lokomat-Therapie in den zwei Wochen zwischen dem Ende der Interventionszeit und der Follow-up-Visite. Ausgewählte Items des Fugl-Meyer Assessment (untere Extremität) und andere Daten (Geburtsdatum, Geschlecht, Datum der Grunderkrankung, Ätiologie der Läsion, das Datum der Aufnahme in die Studie und die Studien-Identifikationsnummer) werden zu Beginn der Studie erhoben. Darüber hinaus wird die Addenbrooke Cognitive Examination (ACE-R) durchgeführt. FAC, 10 m Gehtest, Dual Task, 6 min Gehtest, Muskelkraftstärke (MRC Medical Research Council), VS und Block-Design Test werden in der Woche vor Interventionsstart, unmittelbar nach Ende der Intervention und 2 Wochen nach Ende der Intervention (Follow-up-Visite zur Evaluierung der Langzeiteffekte) erhoben. Die Motivation wird jeweils unmittelbar nach der 1., 6., 12. und 13. Intervention mit dem Intrinsic Motivation Inventory (IMI) gemessen.

Quelle

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