Beschreibung der Studie

AQUA-FONTIS-Studie ist Verbund aus Beobachtungsstudien zum Non-Thyroidal Illness-Syndrom, einem immer noch wenig erforschten Zustand bei kritisch kranken Patienten, bei dem der Schilddrüsenhormon-Haushalt durch einen Anpassungsprozess verändert wird.

Studie via E-Mail versenden

Studiendetails

Studienziel Bewertung der Eignung eines innovativen physiologsichen Indexverfahrens (SPINA - Strukturparameter-Inferenzansatz) für die Differentialdiagnose zwischen NTIS und latenter Hyperthyreose. [Zeitrahmen: Drei Wochen nach Aufnahme auf die Intensivstation (Evaluationspunkt 1.5) und zusätzlich am Tage der Entlassung aus dem Krankenhause (Evaluationspunkt 1.999)]: Diagnostische Leistung (Sensitivität, Spezifität und Flächen unter der ROC-Kurve) der berechneten Sekretionsleistung der Schilddrüse (GT) für die Differenzierung zwischen NTIS und latenter Hyperthyreose.
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 750
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Beobachtungsstudie
Finanzierungsquelle Wissenschaftskommission des Universitätsklinikums Bergmannsheil
Weitere Informationen Studienwebseite

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Schwere Allgemeinerkrankung, die eine intensivmedizinische Therapie erfordert; Aufenthalt von mindestens 24 Stunden auf der Intensivstation

Ausschlusskriterien

  • Substituierte Hypothyreose oder Substitutionstherapie im Falle eines Schilddrüsenkarzinoms; behandelte Hyperthyreose mit TSH-Spiegel nicht unterhalb des Referenzintervalls; bestehende Tumorerkrankung; manifeste AIDS-Erkrankung; Schwangerschaft

Adressen und Kontakt

An dieser Studie können Sie leider nicht mehr teilnehmen. Hier finden Sie aktuelle Studien.

Häufig gestellte Fragen

In unserem übersichtlichen Ratgeber finden Sie alle Antworten zu Fragen über klinische Studien.

Ratgeber öffnen

AQUA FONTIS ist ein Verbund aus unizentrischen, multidisziplinären, prospektiven Querschnitts- und Längsschnittstudien mit dem Ziele einer klareren diagnostischen Definition und Klassifikation des Non-Thyroidal-Illness-Syndroms (NTIS). Das Non-Thyroidal-Illness-Syndrom (NTIS), auch im Deutschen sehr häufig als "Euthyroid sick syndrome" (ESS) oder "thyroid allostasis in critical illness, tumours, uraemia and starvation" (TACITUS) bezeichnet, ist ein komplexes endokrines Krankheitsbild, das bei kritisch kranken Patienten auftreten kann und mit einer signifikant erhöhten Morbidität und Mortalität verbunden ist. Es ist durch drei Komponenten charakterisiert, die alleine oder in Kombination auftreten können: 1. eine allostatisch bedingte zentrale Hypothyreose (transiente thyreotrope Adaptation), 2. eine Störung der Plasmaproteinbindung von Schilddrüsenhormonen und schließlich 3. eine verminderte Bildung von T3 und vermehrte Konversion zu rT3 ("Low-T3-Syndrom"). Trotz langjähriger Forschung zu Details dieses Krankheitsbildes ist es dennoch nur unzureichend charakterisiert; eine klinisch brauchbare Klassifikation des komplexen Syndroms fehlt ebenso. Angesichts der Tatsache, dass Patienten mit NTIS eine schlechtere Prognose haben, ist in der Vergangenheit mehrfach eine mögliche Therapie mit Schilddrüsenhormonen diskutiert worden. Klinische Studien zeigten bisher jedoch kein eindeutiges Ergebnis, mutmaßlich auch angesichts der Tatsache, dass die bisherigen Studien nicht zwischen den einzelnen Teilkomponenten differenziert haben. Bisher ist unbekannt, ob und in welchem Maße die Einzelkomponenten zur Prognose des Gesamtkomplexes beitragen. Daher soll als Ausgangspunkt für künftige therapeutische Studien in dieser Untersuchung im Rahmen eines prospektiven Ansatzes eine schärfere diagnostische Abgrenzung und Klassifikation des NTIS entwickelt werden, die u. a. auch eine Trennung zwischen latenter Hyperthyreose und Frühform einer thyreotropen Insuffizienz ermöglicht. Es ist geplant, kritisch kranke Patienten, die auf den internistischen und chirurgischen Intensivstationen des Universitätsklinikums Bergmannsheil behandelt werden, hinsichtlich Veränderungen der Regulation des Schilddrüsenhormonstoffwechsels zu untersuchen und im weiteren Verlauf nachzubeobachten. Aus diesen Daten soll dann ermittelt werden, welche der laborchemisch fassbaren Komponenten eines NTIS mit der Prognose des Krankheitsbildes korrelieren. Das Vorhaben soll 1. durch die Entwicklung einer differenzierten Stadieneinteilung Hilfestellung in der Abschätzung der Prognose der erkrankten Person liefern, 2. durch die Entwicklung einer standardisierten Diagnostik zu einer rationalen (und preiswerten) Diagnostik beitragen und 3. die Grundlagen für künftige therapeutische Untersuchungen schaffen, indem Untergruppen identifiziert werden, die von einer Behandlung profitieren könnten.

Quelle

Sponsoren: Registrieren Sie sich auf Viomedo, um Ihre Studien zu veröffentlichen.