Beschreibung der Studie

Das menschliche Gehirn besteht aus grauer und weißer Substanz. Die graue Substanz beinhaltet die Nervenzellen, die weiße Substanz die Faserbahnen, die die Signale aus den Nervenzellen weiterleiten. Mittels der Magnetresonanztomographie ist es möglich, die Richtung und den Verlauf der Faserbahnen im Gehirn darzustellen. Dazu gibt es verschiedene Berechnungsmethoden, von den drei miteinander verglichen werden sollen. Die Faserbahndarstellung des Gehirnes ist insbesondere für eine neurochirurgische Planung vor einer Operation bei Epilepsie wichtig, denn das Ziel ist es, die in der Nähe einer krankhaften Veränderung verlaufenden Faserbahnen soweit wie möglich zu schonen. Die Fragestellung dieser rückblickenden Studie an Daten von bereits operierten Patienten ist, welche der drei Berechnungsmethoden am besten geeignet ist, um die Faserbahnen im Gehirn abzubilden. Da eine direkte Überprüfung der korrekten Darstellung von Faserbahnen am lebenden Menschen nicht möglich ist, werden in dieser Studie Faserbahndarstellungen mit drei Berechnungsmethoden vor Operation verglichen mit eventuellen, unvermeidbaren neurologischen Ausfällen nach der Operation, um herausfinden, ob Teile bestimmter Faserbahnen von der Operation betroffen wurden. Zusätzlich werden die Faserbahndarstellungen vor der Operation verglichen mit Bilddatensätzen nach der Operation, um den genauen Ort der Teilschädigung einer Faserbahn zu erkennen. In Fällen ohne Faserbahnschädigung wird überprüft, ob die gesamte Faserbahn mit allen drei Methoden gleich dargestellt wurde.

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Studiendetails

Studienziel Zunächst werden 3 Schritte benötigt, um dann als 4. Schritt die drei verschiedenen Faserbahndarstellungsmethoden zu vergleichen: 1. Festlegung des neurologischen Befundes nach Operation 3 Monate postoperativ, dokumentiert auf CRF. 2. Festlegung der Grenzen der durchgeführten Resektion im Sinne einer Bestimmung der Läsionsgröße, Voxel-basierte elektonische Dokumentation. 3. Rückschlüsse von der durch die Operation gesetzten Läsion und ihrer neurologisch-topischen Auswirkungen auf den Verlauf der Fasern, Voxel-basierte elektronische Dokumentation. 4. Überprüfung, welche der drei Faserbahndarstellungsmethoden den betroffenen Teil der Faserbahn korrekt dargestellt hat. Voxel-basierte elektronische Dokumentation, tabellarische Dokumentation. .
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 20
Stationärer Aufenthalt Keiner
Finanzierungsquelle Neurozentrum des Universitätsklinikums Freiburg Abteilung für Neuroradiologie

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Indikation zum epilepsiechirurgischen Eingriff

Ausschlusskriterien

  • Kontraindikationen gegen MRT

Adressen und Kontakt

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Häufig gestellte Fragen

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In der neurochirurgischen Literatur wird präoperatives Fibertracking zur Darstellung der kritischen Faserbahnen vor OP mittels FACT Algorithmus (Mori et al. 1999) empfohlen (Nimsky et al., 2005; Nimsky et al., 2006; Okada et al., 2006). Inzwischen kommen Probability Maps (Parker et al. 2003), mit denen auch steilere Faserkurven dargestellt werden können, ebenfalls zur Anwendung (Ciccarelli et al., 2003). Während diese Methoden sich auf eine "umschriebene, bzw. lokale" Datenevaluation stützen, wurde von der Abteilung Medizinphysik der Radiologischen Universitätsklinik Freiburg eine völlig neue Methode zur globalen Faserbahndarstellung ("Gibbs Tracking", Kreher et al. 2008; "Global Tracking" Reisert et al. 2010) entwickelt. Der erhoffte Vorteil der globalen Methode ist eine bessere Darstellung von Faserbahnen auch über Faserkreuzungen hinaus, die bei den beiden älteren Methoden oft zu Einschränkungen führten. Die Fragestellung dieser retrospektiven Studie ist, welche der drei Methoden (FACT, Probability Maps und Global Tracking) am besten geeignet ist, um die Faserbahnen im Gehirn bei Patienten mit Epilepsie abzubilden, und ob möglicherweise für verschiedene Faserbahnsysteme mit unterschiedlichen anatomischen Eigenschaften unterschiedliche Algorithmen angewendet werden müssen. Da eine Überprüfung der korrekten Faserbahndarstellung am lebenden Menschen nicht möglich ist, sollen Faserbahndarstellungen präoperativer Datensätze von Patienten mit Epilepsie mit allen drei Methoden erstellt und mit dem postoperativen Befund vergleichen werden. Dabei werden Datensätze verwendet, die im Rahmen der Operationsvorbereitung aufgenommen wurden. Diese Faserbahndarstellung wird mit eventuellen, unvermeidbaren, postoperativen neurologischen Ausfällen verglichen, um herauszufinden, ob Teile der dargestellten Fasern während der Operation nicht geschont werden konnten. Die postoperative Evaluation besteht routinemäßig aus einer neurologischen Untersuchung und einer postoperativen Bildgebung drei Monate nach Operation. Zusätzlich werden die Faserbahndarstellungen vor der Operation verglichen mit Bilddatensätzen nach der Operation, um den genauen Ort der Teilschädigung einer Faserbahn zu erkennen. Hiermit wird also durch eine Läsionsstudie überprüft, ob die Darstellung der Faserbahnen korrekt erfolgte. In Fällen ohne Faserbahnschädigung wird überprüft, ob die gesamte Faserbahn mit allen drei Methoden gleich dargestellt wurde, wobei man auf Vorwissen aus der Anatomie zurückgreifen muss.

Quelle

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