Beschreibung der Studie

Unter Fatigue versteht man eine subjektive Empfindung von Müdigkeit, Schwäche oder Energiemangel. Bei Tumorpatienten ist Fatigue ein häufiges und höchst beeinträchtigendes Symptom. Es tritt bei 80% aller Tumorpatienten und bei 90% der mit Radio- oder Chemotherapie behandelten Patienten auf. Entsprechend der vielfältigen Natur des Fatigue-Syndroms können mehrere Zustände damit in Zusammenhang gebracht werden (wie z.B. die Krebserkrankung selbst, Diagnose-bedingter psychologischer Stress, Tumor-Therapie, Schmerz und zahlreiche weitere Symptome). Es ist schwierig, psychiatrische Erkrankungen von dem Fatigue-Syndrom abzugrenzen. Hinsichtlich der objektiven Erfassung des Fatigue-Syndroms ergab sich, dass die körperliche Funktion mit höherem Fatigue-Grad abnahm. Dies deutet auf eine Bedeutung der Muskelkraft und –ausdauer hin. Das meiste, was bisher über Fatigue bekannt ist, bezieht sich auf die körperliche Fatigue. Eine Übertragung auf das Fatigue-Syndrom bei Tumorpatienten ist aufgrund der Komplexität der Erkrankung problematisch. Im Moment können lediglich Hypothesen aufgestellt, diskutiert und getestet werden. In dieser Erhebung sollen die aktuell wichtigsten und am häufigsten diskutierten Mechanismen, die der Entstehung eines Fatigue-Syndroms zugrunde liegen könnten, untersucht werden. Bisher durchgeführte Erhebungen lassen vermuten, dass eine Erniedrigung der Konzentration von Glutamin bzw. des Glutamin/Glutamat-Verhältnisses im Plasma ein Indikator für das Fatigue-Syndrom bei Tumorpatienten ist. Mit der Bestätigung dieser Aussage könnte man diesen Wert als verlässlichen Marker zur Diagnosestellung in Betracht ziehen. Um einen umfassenden Eindruck zu diesem Krankheitsbild zu gewinnen, werden die Werte zur Glutamin/Glutamat-Bestimmung in Zusammenhang gebracht mit Patientendaten zum Ernährungszustand, zur Muskelkraft, zum Gemütszustand sowie zu Entzündungs-parametern.

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Studiendetails

Studienziel Das Hauptziel der Studie ist festzustellen, ob Krebs-bedingte Fatigue mit einem erniedrigten Glutamin-Spiegel korreliert. Es werden Patienten eingeschlossen, die stationär oder ambulant zur Chemo- oder Radiotherapie im Klinikum Großhadern aufgenommen wurden. Es findet nur 1 Visite statt. Zur Feststellung des Schweregrads der Fatigue wird von den Patienten bei der Visite die Cancer Fatigue Scale ausgefüllt. Diese besteht aus 15 Items, unterteilt in körperliche, affektive und kognitive Symptome. Bei Patienten mit einem Wert >=23 wird davon ausgegangen, dass eine Fatigue vorliegt.
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 100
Stationärer Aufenthalt Keiner
Finanzierungsquelle Fresenius Kabi Deutschland GmbH

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Patienten mit einem soliden Tumor (z.B. Kolorektales Karzinom, Magenkarzinom, Mammakarzinom, Lungenkarzinom, Tumor im HNO-Bereich), und bei denen eine systemische kausale Therapie (Radio- und oder Chemotherapie) durchgeführt wird
  • Hämoglobinkonzentration 9 g/dl oder höher
  • Patienten, die in den letzten 4 Wochen keine Bluttransfusion und kein Erythrozytenkonzentrat erhalten haben.

Ausschlusskriterien

  • Patienten,
  • die unter 18 Jahre alt sind
  • die der deutschen Sprache nicht mächtig sind.
  • bei denen eine Schwangerschaft vorliegt oder die sich in der Stillzeit befinden
  • bei denen eine psychiatrische Erkrankung vorliegt
  • bei denen eine parenterale Ernährung durchgeführt wird
  • die einen aktuellen Infekt haben, der therapiebedürftig ist
  • bei denen ein hämotologischer Tumor (Leukämie) vorliegt
  • die in den letzten 4 Wochen Glutamingaben erhalten haben
  • die Erythropoetin erhalten haben

Adressen und Kontakt

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Häufig gestellte Fragen

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Fatigue ist definiert als subjektive Empfindung von Müdigkeit, Schwäche oder Energiemangel („feeling of tiredness, weakness or lack of energy“), wobei Müdigkeit die kognitive Dimension und Schwäche die physische Dimension erfassen soll (Radbruch L. et al. 2008). Bei Tumorpatienten ist Fatigue ein häufiges, beherrschendes und höchst beeinträchtigendes Symptom, das durch Ruhe oder Schlaf nicht beseitigt werden kann (Stone PC, Minton O, 2008). Es tritt bei 80% der Tumorpatienten und bei über 90% der mit Radio- oder Chemotherapie behandelten Patienten auf. Aber auch Patienten, die eine Krebserkrankung überlebt haben, klagen über Fatigue. Entsprechend der multifaktoriellen und multidimensionalen Natur (Wang XS, 2008) tragen viele Zustände zum Fatigue-Syndrom bei und können mit diesem assoziiert sein: die Krebserkrankung selbst, Diagnose-bedingter psychologischer Stress (Gutstein HB, 2001), Tumor-Therapie (Chirurgie, Chemotherapie, Bestrahlung), Anämie, Schmerz, Schwindel, Erbrechen, Diarrhoe, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Kachexie, Schlafstörungen, Insomnia, Einschränkung der Kognition, Angst, Lethargie, Depression, Inaktivität und Immobilität (Wang XS, 2008). Hinsichtlich der objektiven Erfassung des Fatigue-Syndroms ergab sich, dass die physische Funktion mit höherem Fatigue-Grad abnahm. Dies deutet auf die Bedeutung der muskulären Leistung hin (Brown DJ et al, 2005). Fatigue ist eine höchst subjektive multidimensionale Erfahrung. Das meiste, was bisher über Fatigue bekannt ist, bezieht sich auf physische Fatigue, die bei Muskelarbeit und bei chronischen Erkrankungen auftritt. Man unterscheidet eine periphere von einer zentralen Fatigue (Ryan JL et al, 2007). Eine Übertragung auf das Fatigue-Syndrom bei Tumorpatienten (CRF) ist problematisch. Hier die aktuell wichtigsten Mechanismen, die der Pathophysiologie der CRF zugrunde liegen könnten: - Verminderte Funktion der Hypothalamus-Hypophysen-Nebenniere (HHN)-Achse - Serotonin-Dysregulation - Chronische Entzündungsprozesse - Anämie - Erniedrigung der Glutamin-Konzentration im Plasma Bisher durchgeführte Erhebungen lassen vermuten, dass eine Erniedrigung der Konzentration von Glutamin bzw. des Glutamin/Glutamat-Verhältnisses im Plasma ein Indikator für das Fatigue-Syndrom bei Tumorpatienten ist. Mit der Bestätigung dieser Aussage könnte man diesen Wert als verlässlichen Marker zur Diagnosestellung in Betracht ziehen. Um einen umfassenden Eindruck zu diesem Krankheitsbild zu gewinnen, werden die Werte zur Glutamin/Glutamat-Bestimmung in Zusammenhang gebracht mit Patientendaten zum Ernährungszustand, zur Muskelkraft, zum Gemütszustand sowie zu Entzündungs-parametern.

Quelle

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