Beschreibung der Studie

Patienten mit Bordeline-Persönlichkeitsstörung (BPS) leiden unter starken und schnell wechselnden Gefühlen, welche oft schwer zu beeinflussen sind. Bisherige Studien haben eine Überaktivität im Limbischen System entdeckt. Das limbische System ist ein Bereich im Gehirn, der für die Verarbeitung von Gefühlen eine wichtige Rolle spielt. Ein weiteres Symptom der BPS, das Selbstverletzende Verhalten, scheint den Patienten dabei zu helfen, starke unangenehme Gefühle zu regulieren. Es lässt sich annehmen, dass bei Selbstverletzungen eine Ablenkung von dem Gefühl zustande kommt. Jedoch könnte eine solche Ablenkung auch anders ausgelöst werden, zum Beispiel durch Kopfrechnen oder eine andere geistige Beschäftigung. In dem Projekt werden zwei Möglichkeiten, Gefühle zu Regulieren, nämlich Ablenkung und Umbewertung, untersucht. Diese beiden Mechanismen werden den Patienten auch im Rahmen der Dialektisch-Behavioralen Therapie vermittelt. In diesem Projekt untersuchen wir beide Regulationsstrategien vor und nach einer DBT-Behandlung. Wir werden dafür 30 Patientinnen untersuchen, und diese mit einer gleich großen Kontrollgruppe von nicht behandelten Patientinnen sowie mit 30 gesunden weiblichen Kontrollen vergleichen, die ebenfalls zweimal untersucht werden. Während der Studie werden den Probanden negative und neutrale Bilder präsentiert, durch die Emotionen ausgelöst werden. Die Gefühle sollen im folgenden durch drei unterschiedliche Strategien, nämlich kognitive Umbewertung (reappraisal), kognitive Ablenkung (cognitive attentional shift) und somatosensorische Ablenkung (sensory attentional shift) reguliert werden. Außerdem wird bei allen Patientinnen zu denselben Untersuchungsterminen die Schmerzsensitivität untersucht. Wir erwarten eine Normalisierung der Schmerzschwellen sowie Veränderungen der Hirnregionen, die für die Emotionsregulation zuständig sind, in Abhängigkeit vom Therapieerfolg.

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Studiendetails

Studienziel Der primäre Endpunkt ist die Veränderung der Boderline-Symptomatik, die dimensional mit der Borderline Symptom Liste (BSL-95, Bohus et al. 2007) beim ersten und zweiten Messzeitpunkt erfasst wird.
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 90
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Wirksame Behandlung
Finanzierungsquelle Deutsche Forschungsgemeinschaft DFG
Weitere Informationen Studienwebseite

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Allgemeine Einschlusskriterien: Alter 18 – 45 Jahre, Bereitschaft zur Mitarbeit. Zusätzliche Einschlusskriterien für Patientinnen: Borderline-Persönlichkeitsstörung nach DSM-IV, Erfüllung des DSM-IV-Kriteriums Emotionale Instabilität, Erfüllung des DSM-IV-Kriteriums Selbstverletzendes Verhalten.

Ausschlusskriterien

  • Allgemeine Ausschlusskriterien: Vorliegen einer Schwangerschaft, Lebenszeit – Diagnose einer Erkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis, Bipolar – I – Störung, Depressive Episode zum Untersuchungszeitpunkt, Substanzabhängigkeit während des zurückliegenden Jahres, Organische Hirnerkrankung, Schwerwiegende internistische und neurologische Erkrankungen, Schädel – Hirnverletzungen in der Vorgeschichte, Metallteile im Körper, Linkshändigkeit, Klaustrophobie.
  • Zusätzliche Ausschlusskriterien für die BPS-Kontrollgruppe: Teilnahme an einer DBT-Skillsgruppe oder DBT-Therapie während des Untersuchungszeitraumes. Zusätzliche Ausschlusskriterien für gesunde Kontrollprobandinnen: Mehr als ein DSM-IV-Kriterium für BPS erfüllt, Alle psychiatrischen Erkrankungen.

Adressen und Kontakt

An dieser Studie können Sie leider nicht mehr teilnehmen. Hier finden Sieaktuelle Persönlichkeitsstörung und Verhaltensstörung-Studien.

Häufig gestellte Fragen

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In aktuellen Modellen der BPS wird eine defizitäre Regulation von Emotionen in den Mittelpunkt gestellt, welche auf neuronaler Ebene mit einer Hyperreaktivität der Amygdala bei gleichzeitig verringerter präfrontaler Aktivität einhergehen. Auf Basis vorangehender Forschungsarbeiten kann hypothetisiert werden, dass die Selbstverletzung bzw. das Zufügen von Schmerz eine wichtige Rolle innerhalb des gestörten Emotionsregulationsprozesses haben könnte. Nach dem Modell von Gross stellen der Abzug attentionaler Ressourcen (attentional shift) sowie die Veränderung kognitiver Bewertungen (reappraisal) zwei typische Emotionsregulationsstrategien dar. Auf diese Strategien fokussieren neuropsychologisch basierte therapeutische Interventionen, die sich zur Behandlung von Störungen der Emotionsregulation als wirksam erwiesen haben, z.B. die Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT). Durch ein Messwiederholungsdesign soll der Einfluss psychotherapeutischer Interventionen zur Verbesserung der Emotionsregulation (als Teil einer DBT-Behandlung) auf die genannten beiden Mechanismen der Emotionsregulation untersucht werden. Hierfür werden wir 30 Patientinnen mit den drei Regulationsparadigmen vor und nach einer dreimonatigen stationären DBT-Behandlung untersuchen und mit einer gleich großen Kontrollgruppe von nicht behandelten Patientinnen sowie mit 30 gesunden weiblichen Kontrollen vergleichen, die ebenfalls zweimal untersucht werden. Innerhalb der drei Experimente werden den Probanden negative und neutrale Bilder präsentiert, durch die Emotionen ausgelöst werden. Diese sollen im folgenden durch drei unterschiedliche Strategien, nämlich kognitive Umbewertung (reappraisal), kognitive Ablenkung (cognitive attentional shift) und somatosensorische Ablenkung (sensory attentional shift) reguliert werden. Weiterhin wird bei allen Patientinnen zu denselben Untersuchungsterminen die Schmerzsensitivität untersucht. Wir erwarten eine Normalisierung der Schmerzschwellen und der neuronalen Korrelate der gestörten Emotionsregulationsmechanismen in Abhängigkeit vom Therapieerfolg.

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