Beschreibung der Studie

DELIGHT (Delay of Impaired Glucose Tolerance by a Healthy Lifestyle Trial) 'Gesund leben - Diabetes vermeiden' Die Präventionsinitiative soll auf der Grundlage der Erfahrungen akademischer Studien die Machbarkeit klären, ob und in wie weit es möglich ist, unter den Bedingungen der gesetzlichen Krankenkasse durch Anleitung zu einem gesünderen Lebensstil die Entwicklung eines Diabetes mellitus Typ 2 zu vermeiden. In zweiter Linie soll geprüft werden, in wie weit sich parallel eine Insulinresistenz vermindern, ein Hypertonus und eine Fettstoffwechselstörung verbessern und damit das Herz-Kreislauf-Risiko senken lässt. Darüber hinaus stellt sich die Frage, ob sich Arztbesuche, Krankenhausaufenthalte, Medikamente und Arbeitsausfall reduzieren und dadurch direkte und indirekte Kosten gesenkt werden und letztlich die Lebensqualität erhöht wird. Im Rahmen des Präventionsprogramms wurden in 5 Betrieben Schleswig-Holsteins Diabetes-gefährdete Mitarbeiter anhand des Taillenumfangs und des Blutzuckers identifiziert. Mittels einfacher Anleitungen zu gesunder Ernährung und körperlicher Aktivität ließ sich innerhalb von 3 Jahren erfolgreich Gewicht, Zuckerstoffwechsel, Blutdruck und der Fettstoffwechsel verbessern und die Entwicklung eines Diabetes vermeiden. Daraus haben sich praxisrelevante Erkenntnisse bezüglich geeigneter bevölkerungsbezogener Maßnahmen zur Prävention des Diabetes mellitus Typ 2 ergeben. Die einfache Messung des Taillenumfangs liefert ein geeignetes effizientes Kriterium, um Männer und Frauen mit Übergewicht, zentraler Adipositas, gestörter Glukosetoleranz und Metabolischem Syndrom zu identifizieren. Die Ergebnisse des DELIGHT-Projektes weisen darauf hin, dass die Selbstmessung des Taillenumfangs prinzipiell möglich ist, da sie in mehr als 90% der Fällen zur korrekten Einstufung führt. Im Rahmen von bevölkerungsbezogenen Präventionskampagnen kann also die Selbstmessung der Taille als erstes Screeninginstrument genutzt werden. Bei Überschreitung des Grenzwertes muss dann im zweiten Schritt der Blutzucker bestimmt werden. Der Anteil derjenigen mit erhöhtem Diabetes-Risiko ist selbst im Kollektiv jüngerer aktiv Berufstätiger überraschend hoch. Bei mehr als jedem Dritten mit zentraler Adipositas konnte eine gestörte Zuckerverwertung diagnostiziert werden. Etwa 3% der Untersuchten hatten bereits einen unbekannten Diabetes mellitus. Darüber hinaus hatten viele Teilnehmer mit erhöhtem Taillenumfang zwar noch einen Nüchternblutzucker im Normbereich, der aber bereits im Grenzbereich oberhalb von 90 mg/dl lag. Bei unkorrigiertem Lebensstil und weiterer Gewichtszunahme ist das Risiko, eine gestörte Glukosetoleranz zu entwickeln, sehr hoch. Mehr als 50% hatten neben einer gestörten Glukosetoleranz einen Hypertonus, der oft nicht oder nur unzureichend behandelt wurde. Viele Betroffene waren durch erhöhte Triglyzeride und ein unterdurchschnittliches HDL-Cholesterin charakterisiert. Beim überwiegenden Teil der Männer und Frauen mit erhöhtem Taillenumfang fand sich das Vollbild des Metabolischen Syndroms. Ohne Kenntnis der Diagnose bezeichneten Teilnehmer mit gestörter Glukosetoleranz bereits zum Zeitpunkt des Screenings ihre Lebensqualität schlechter als Mitarbeiter mit normalem Taillenumfang und waren weniger belastbar. Sie hatten häufiger versucht abzunehmen, aber erreichten überwiegend das alte Körpergewicht wieder oder sogar ein höheres. Sie trieben weniger Sport und nahmen mehr Kalorien zu sich. Der Nüchtern-Blutzucker charakterisierte nahezu alle Teilnehmer mit gestörter Glukosetoleranz. Ein oraler Glukosetoleranztest erhöht die Sensitivität in dieser Bevölkerungsgruppe nur geringfügig. Im betrieblichen Setting könnte also bei Präventionsmaßnahmen auf den organisatorisch schwierigen und zeit- und kostenintensiven oralen Glukosebelastungstest verzichtet werden, was die Teilnahmebereitschaft seitens des Betriebes, aber auch der Teilnehmer sicher erhöhen würde. Ein ausgeprägter Gewichtsanstieg im jüngeren Erwachsenalter war mit einem höheren Risiko für Störungen der Glukosetoleranz assoziiert. Das lässt Präventionsmaßnahmen gerade in jungen Jahren sinnvoll und notwendig erscheinen. Eine flexiblere Kontrolle des Essverhaltens war signifikant mit niedrigerem Körpergewicht, niedriger Taille, niedrigeren Nüchternblutzucker- und Triglyzeridwerten sowie höherem HDL-Cholesterin und einer geringeren Prävalenz des Metabolischen Syndroms assoziiert und bestimmte entscheidend den Interventionserfolg. Diese Zusammenhänge gilt es, im Beratungsalltag zu berücksichtigen. Eine einfache Lebensstilintervention verhindert die Manifestation eines Diabetes mellitus zumindest im Beobachtungszeitraum und verbessert das Risikoprofil. Selbst neu entdeckter Diabetes mellitus war bei erfolgreicher Intervention reversibel. Andererseits hat es sich auch bestätigt, dass das Diabetesrisiko nicht zu unterschätzen ist und bei Risiko gewisse Aktivitäten fordert, um die Gesundheit zu erhalten. Doch anscheinend reicht es aus, sein Gewicht zu halten, wenn denn die körperliche Aktivität erhöht oder die Qualität der Ernährung verbessert wird. In jedem Fall ist die Konversionsrate zum Diabetes nicht allein vom Gewicht abhängig ist. In dieser Auswertung als erfolgreich bezeichnete Teilnehmer waren durch eine Gewichtsreduktion von mindestens 1 kg zu jedem der Erhebungszeiträume charakterisiert. Die Effekte des Lebensstils spiegeln sich nicht nur in den Blutzuckerwerten wieder, sondern führten zu einem Absinken erhöhter Triglyzeridspiegel, zu einem kontinuierlichen Anstieg des HDL-Cholesterins und einer deutlich geringeren Häufigkeit des Metabolischen Syndroms. Maßnahmen, die mit einer moderaten Gewichtsreduktion verknüpft waren, umfassten eine Einschränkung der Energiezufuhr, insbesondere die von Fett und gesättigten Fettsäuren. Dementsprechend geringer war der Verzehr von Fleisch- und Wurstwaren zugunsten von Obst, Gemüse und Salat. Im erfolgreichen Kollektiv konnte die Einstellung zu körperlicher Aktivität nachdrücklich verbessert werden, so dass sportliche Aktivitäten einen deutlich höheren Stellenwert einnahmen. Die Ergebnisse konnten durch einfache Maßnahmen und damit einem Aufwand realisiert werden, der sich im Rahmen des Leistungskatalogs der gesetzlichen Krankenkassen umsetzen lässt. Das Kursprogramm zu Ernährung und Bewegung wurde von den Mitarbeitern überwiegend als gut oder sehr gut eingeschätzt. Die positive Bewertung bezog sich sowohl auf die Kompetenz der Kursleitung, als auch auf die Umsetzbarkeit im Alltag. Nach Beendigung des Projektes wurden in jedem Betrieb Abschlussgespräche unter Einbeziehung von Geschäftsführung, Betriebsarzt, Betriebsrat und einem Vertreter der AOK durchgeführt. Seitens des Unternehmens wurden die mit Unterstützung der AOK Schleswig-Holstein durchgeführten Maßnahmen als sinnvoll und der Ablauf als unkompliziert dargestellt. Einige Betriebe streben eine langfristige Etablierung des Projekts im Unternehmen an. In zwei Unternehmen wurde das Essangebot in der Kantine bereits entsprechend optimiert, teils grundlegend verändert und mit Bonusprogrammen nach dem Vorbild von DELIGHT unterstützt. Die Teilnahmerate am Programm blieb hinter den Erwartungen zurück. Die Gründe hierfür sind vielschichtig: Kostenintensive Werbemaßnahmen sind nicht Bestandteil des Leistungskatalogs der gesetzlichen Krankenkassen. Offenbar verringerten Befürchtungen, den Arbeitsplatz bei Diagnosestellung zu verlieren, ebenso wie sprachliche und kulturelle Barrieren die Akzeptanz des Projekts. Auch die vergleichsweise zeitintensive Durchführung des oralen Glukosetoleranztestes und die langfristige Bindung an ein dreijähriges Programm reduzierte die Teilnahmerate sowohl seitens der Mitarbeiter als auch einzelner Betriebe. Darüber hinaus erschwerte der in einigen Unternehmen ausgeprägte wechselnde Schichtdienst die regelmäßige Teilnahme an Nachuntersuchungen, aber auch dem Kursprogramm. Die Langzeiteinrichtung der präventiven Initiative könnte diese Probleme lösen, indem Angebote zur Routine werden, das Vertrauen der Mitarbeiter gewonnen und die Schichtproblematik besser abgepuffert wird.

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Studiendetails

Studienziel Beibehaltung oder Entwicklung eines Diabetes mellitus Typ 2 innerhalb von 3 Jahren
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 300
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Finanzierungsquelle AOK-Nordwest - Die Gesundheitskasse
Weitere Informationen Studienwebseite

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Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Gesunde Frauen und Männer mit einem Taillenumfang von ≥ 80 cm bzw. ≥ 94 cm und Blutzucker im Nüchternzustand ≥100 mg/dl oder des 2-Stunden-Werts nach oraler Gabe von 75g Glukose von ≥140 mg/dl

Ausschlusskriterien

  • Wesentliche Einschränkungen hinsichtlich Ernährung wie gastrointestinale oder Stoffwechselerkrankungen sowie Essstörungen, die der Einhaltung der empfohlenen Ernährung entgegenstehen, oder hinsichtlich körperlicher Aktivität, insbesondere kardiovaskuläre und orthopädische Probleme, die die körperliche Leistungsfähigkeit einschränken. Ein vor dem Screening bekannter Diabetes mellitus schließt eine Teilnahme aus.

Adressen und Kontakt

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Häufig gestellte Fragen

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DELIGHT: Gesund leben - Diabetes vermeiden Delay of Impaired Glucose Tolerance by a Healthy Lifestyle Trial (DELIGHT) - Langzeitergebnisse einer Machbarkeitsstudie zur Diabetesprävention - Ab dem 50. Lebensjahr entwickelt in Deutschland etwa jeder zweite Mann und jede dritte Frau einen Prädiabetes, der jährlich bei 5 bis 15% in einem Diabetes mündet und mit erhöhtem Herz.Kreislauf-Risiko einhergeht. Trotz des wiederholten Nachweises der Vermeidbarkeit eines Diabetes Typ 2 durch Lebensstiländerungen in kontrollierten Studien, wird Prädiabetes nicht durch Screening erfasst und ausreichend früh behandelt. DELIGHT stellt die Frage, ob mit den Mitteln der gesetzlichen Krankenkasse Diabetesprävention möglich, bezahlbar und langzeitig erfolgreich ist. In einem betrieblichen Setting in Schleswig-Holstein wurden bei Beschäftigten mit einem Taillenumfang von ≥94 (Männer) bzw. ≥80 cm (Frauen) Messungen der Anthropometrie, des Nüchternblutzucker und der Lipide, ein OGTT und Erhebungen zum Lebensstil durchgeführt. Beschäftigte mit einem Blutzucker ≥100 mg/dl bzw. postprandial ≥140 mg/dl wurden 3 Jahre nachverfolgt, während derer sie freiwillig an einem niederschwelligen Programm zu Ernährung und Walking teilnehmen konnten. 33 AOK-Versicherte willigten in eine Analyse der Sozialdaten ein. 34% der 240 Teilnehmer mit erhöhtem Taillenumfang hatten eine gestörte Glukosetoleranz (30-40 Jahre 26%; >50 Jahre 48%), davon 3% einen unbekannten Diabetes. 95% ließen sich mittels Nüchternblutzucker ≥100 mg/dl identifizieren. 60% der betroffenen Männer und 45% der Frauen hatten einen oft nicht bekannten Hypertonus; 50% hatten ein Metabolisches Syndrom. Nach 6 Monaten und unverändert nach 3 Jahren lag das Gewicht Erfolgreicher, definiert als eine Gewichtsabnahme ≥1 kg, bei Männern 6 kg und bei Frauen 3 kg niedriger, und Blutzucker, Lipide und Blutdruck hatten sich verbessert. In der Gruppe der Erfolgreichen trat kein neuer Fall eines Diabetes auf. Die 4 von 8 neu entdeckten Diabetikern in dieser Gruppe verloren ihren Diabetes, hingegen nicht die 4, die nicht erfolgreich waren, charakterisiert durch eine Gewichtszunahme oder eine Gewichtabnahme von <1kg während der 3 Jahre. In dieser Gruppe entwickelten 10% der Männer und 5% der Frauen einen Typ 2-Diabetes. Ergebnisse einer Kostenanalyse lassen die Schlussfolgerung zu, dass es in den Bereichen Arznei- sowie Heil- und Hilfsmittel durch die Intervention zu Kosteneinsparungen kommt. Es kann also geschlussfolgert werden, dass Diabetesprävention innerhalb der Rahmenbedingungen einer gesetzlichen Krankenkasse möglich und bei aktiver Teilnahme in einem niederschwelligen Lebensstilprogramm langzeitig erfolgreich ist. Gesundheitsökonomische Ergebnisse weisen auf die Möglichkeit von auf Kosteneinsparungen hin.

Quelle

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