Beschreibung der Studie

Die Osteoarthrose im Bereich des Knie- und Hüftgelenkes ist eine Volkskrankheit, die sowohl für den Patienten selber, als auch für die Volkswirtschaft eine erhebliche Belastung darstellt (Bork et al. 2005). Obwohl der operative Eingriff und schließlich die Implantation eines künstlichen Gelenkersatzes häufig die letzte Möglichkeit darstellt, um die Funktionsfähigkeit des Bewegungsapparates und die Lebensqualität der betroffenen Patienten zu verbessern bzw. wieder herzustellen, finden in früheren Stadien der Erkrankung zahlreiche nicht-operative Behandlungs-möglichkeiten Anwendung: neben der Therapie mit Arzneimitteln stellt u. a. das aktive Training einen wichtigen Pfeiler der Behandlung dar (Böhmer 2001). Eine Form des aktiven Trainings ist der Tübinger Hüftsport. Er wurde im Jahre 1995 ins Leben gerufen. Ziel der Gruppentherapie ist es, die Beschwerden und körperlichen Einschränkungen, die durch eine Hüftarthrose hervorgerufen werden, durch eine aktive Bewegungs- und Sporttherapie zu lindern und die körperliche Funktionsfähigkeit zu verbessern. Darüber hinaus bieten die Gruppen ein ideales Forum für neue Kontakte, sozialen Austausch und die gemeinsame Bewältigung der durch die Krankheit hervorgerufenen Einschränkungen im täglichen Leben. Die genannten Zielsetzungen der Gruppen sollen in der vorliegenden Untersuchung wissenschaftlich überprüft werden. Für den Zeitraum von 12 Wochen werden hierfür gehfähige Patienten mit einer Hüftarthrose per Zufall einer von vier Studiengruppen zugeteilt: neben der Trainingsgruppe gibt es eine nicht trainierende Kontrollgruppe, eine Ultraschalltherapiegruppe und eine Gruppe, die eine Placebobehandlung (Scheinultraschall) bekommt. Die Trainingsgruppe trainiert einmal wöchentlich im Rahmen der Gruppentherapie. Zusätzlich soll zweimal wöchentlich ein zusätzliches Heimtraining durchgeführt werden. Das Training berücksichtigt neben Elementen zur Kräftigung und zur Verbesserung der Koordinationsfähigkeit auch soziale (Gruppeneffekt) und kognitive (Wissensvermittlung) Aspekte. Die beiden Ultraschallgruppen werden über den Zeitraum von 12 Wochen einmal wöchentlich mit 15 Minuten mit Ultraschall bzw. Scheinultraschall behandelt. Hierbei wird der Schallkopf kreisförmig über den vorderen, seitlichen und hinteren Bereich des Beckens bewegt. Um die Wirksamkeit der Therapieformen beurteilen zu können, werden krankheitsspezifische und allgemeine Fragebögen zur körperlichen Funktionsfähigkeit, zu Schmerzen und zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität eingesetzt. Daneben werden Testmethoden zur Erfassung der Kraftfähigkeit der hüftumgebenden Muskulatur, der Koordination, des Gangbildes und der Beweglichkeit angewendet. 4 und 9 Monate nach der Intervention erfolgen fragebogengestützte Nachuntersuchungen.

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Studiendetails

Studienziel Sub-Skala Schmerz des SF 36. M2 versus M1. Vergleich Hüftsport zur nichtbehandelten Kontrollgruppe.
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 220
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Placebo
Finanzierungsquelle Medizinische Universitätsklinik Tübingen, Abteilung Sportmedizin

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Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Alter zwischen 18 – 85 Jahren
  • Osteoarthrose an einem oder beiden Hüftgelenk(en) (klinische Kriterien der American College of Rheumatology)
  • Der Proband gibt nach Erhalt der mündlichen und schriftlichen Erläuterung der
  • Studieninhalte und -ziele sein freiwilliges Einverständnis zum Studienvorhaben
  • Zeitliche Verfügbarkeit für Training und Messungen
  • Gesundheitliche Eignung für die Interventionsmaßnahme (festgestellt während
  • der prüfärztlichen Untersuchung). Gesundheitliche Eignung meint gleichermaßen
  • die physischen und psychischen Voraussetzungen des Probanden.
  • Es erfolgt kein Ausschluss bei einer Hüftgelenksprothese, wenn am anderen
  • Hüftgelenk eine Arthrose entsprechend den genannten Kriterien vorliegt)
  • Einwilligungsfähigkeit des Probanden

Ausschlusskriterien

  • Instabile Verankerung bei künstlichem Gelenkersatz
  • Hüftluxation nach künstlichem Gelenkersatz
  • weitere Pathologien im Bereich der unteren Extremitäten oder dem unteren Rücken,
  • die die Behandlung durch einen Arzt / Therapeuten erforderlich machen
  • und die nicht im Zusammenhang mit der OA stehen und derzeit therapiert werden.
  • Kein Ausschluss erfolgt beim Vorliegen von Arthrose an mehreren Gelenken, z.B. Hüft- und Kniearthrose.
  • Medikamenten- oder Alkoholabusus
  • Teilnahme an einer klinischen Studien in den vergangenen 4 Wochen
  • fehlende Compliance
  • akute Krankheit
  • Verwendung einer Gehhilfe
  • vorausgehendes Trauma im Bereich der Hüfte oder des Beckens mit einhergehender
  • Entwicklung einer sekundären Arthrose
  • bekannte endokrinologische Ursache der Coxarthrose
  • nachgewiesene metabolische Ursache der Coxarthrose
  • Z. n. aspetischer Knochennekrose (Morbus Perthes?!)
  • Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems oder andere Begleiterkrankungen, die eine hochgradig verminderte Belastungsfähigkeit im Alltag zur Folge haben und als Kontraindikation einer körperlichen Belastung gelten (z.B. Herzinsuffizienz NYHA III-IV, terminale Niereninsuffizienz Stadium IV).
  • Medizinische Trainingstherapie, Krankengymnastik am Gerät in den vergangenen 3 Monaten mit einem Gesamtbehandlungsfrequenz von mehr als 6 Einheiten.
  • Systematische Gruppen- bzw. Einzeltherapie zur Behandlung der Arthrose (systematisch
  • im Sinne von mindestens 1x pro Woche 30 Minuten oder mehr) in den
  • vergangenen 3 Monaten
  • Physikalische Therapie zur Behandlung der Arthrose (systematisch im Sinne von einer regelmäßigen, verordneten Anwendung mindestens 1x pro Woche) in den
  • Neu initiierte Ausübung einer Sportart/Bewegungstherapie Im Verlauf der vergangenen 3 Monaten (Sport und Bewegungstherapie definiert als: mindestens 1mal wöchentlich stattfindend, außer Atem kommend, Mindestdauer 30 Minuten)
  • Corticoidinjektion in das Hüftgelenk in den vergangenen 12 Monaten

Adressen und Kontakt

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Häufig gestellte Fragen

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Osteoarthrose (OA) ist eine Volkskrankheit, die nicht nur für etwa 5 Millionen in Deutschland lebende Menschen, sondern auch für die Volkswirtschaft eine erhebliche Belastung darstellt (Bork et al., 2005). Die Physiotherapie und das aktive Training stellen wichtige Pfeiler des konservativen Behandlungsregimes dieser Erkrankung dar (Böhmer, 2001). Laut Empfehlungen der europäischen Rheumaliga (EULAR) besteht zwar Evidenz für die Wirksamkeit gelenkspezifischer Übungsprogramme in Hinblick auf Schmerzreduktion und Funktionssteigerung bei Patienten mit Gonarthrose, allerdings ist bisher nicht klar, wie ein optimales Trainingsregime zu gestalten ist und welche Übungsformen die größte Effizienz aufweisen (Jordan et al., 2003; Kettunen, Kujala, 2004). Der evidenzbasierte Nachweis der Wirksamkeit trainingstherapeutischer Interventionsformen bei Patienten mit Coxarthrose konnte bisher nur in Einzelfällen erbracht werden (Fransen, 2003). Aus diesem Grund wurde die hier vorgestellte Forschungskonzeption erarbeitet, die sich inhaltlich mit der Evaluation sporttherapeutischer Interventionsmaßnahmen bei Patienten mit Coxarthrose beschäftigt und folgende Fragestellungen beantworten soll: (1) Lassen sich nach 12 Wochen Hüftsport klinisch bedeutsame Verbesserungen in der primärem Messgröße Schmerz, sowie in den sekundären Messgrößen Gelenkfunktion, Lebensqualität, Kraft, Koordination und Gangbild feststellen? (2) Können diese Effekte auch mittel- und langfristig (3 und 9 Monate nach der Intervention) nachgewiesen werden? Methode Es handelt sich um eine monozentrische, randomisierte Kontrollgruppenstudie mit wiederholter Messung, die jeweils direkt vor (M1) und nach (M2) der 12-wöchigen Intervention durchgeführt wird. Es folgen zwei telefonische Nachuntersuchungen im Abstand von 3 und 9 Monaten. In diesem Zeitfenster können die Teilnehmer ihre Trainingsbedingungen frei wählen. Potentielle Probanden werden bei einem Telefonat vorselektiert. Die Studieneignung wird anschließend im Rahmen einer klinischen Untersuchung durch den Prüfarzt festgestellt. Eingeschlossen werden Patienten mit einer Coxarthrose nach den klinischen Kriterien der American College of Rheumatology. Aktive Trainingstherapie in den vorausgehenden drei Monaten sowie die Verwendung einer Gehhilfe stellen Ausschlusskriterien dar. Die Interventionsgruppen: • n=70: Sporttherapie in der Gruppe (1x/Wo, 60-90 Minuten) zuzüglich Heimtraining (2x/Wo, 30-40 Minuten): Ganzheitliches und hüftspezifisches Training mit verschiedenen Methoden und Sozialformen. Hüftgelenkspezifisches Training in den Bereichen Kraft, Koordination und Beweglichkeit. • n=70: Kontrollgruppe (keine Therapie) • n=70: Scheinultraschall (1x/Wo, 15 Minuten) • n=7 (exploratives Design, reduzierte Fallzahl): Ultraschall (1x/Wo, 15 Minuten) Die Schein-Ultraschallgruppe dient hierbei der Kontrolle der Aufmerksamkeit als einflussnehmenden Faktor auf den Behandlungserfolg. Der Fallzahlschätzung wurden klinisch relevante Veränderungen der primären Messgröße (Subskala „Schmerz“ des SF36-Scores) zugrunde gelegt, die eine Überlegenheit des Hüftsports (HG) gegenüber keiner Therapie (KO) von M2 gegenüber M1 aufzeigen sollen. Sekundäre Zielkriterien stellen die isometrische Kraftfähigkeit der hüftumgebenden Muskulatur, Messgrößen der klinischen Ganganalyse (räumlich-zeitliche Messgrößen, Gelenkwinkel (-verlauf)), koordinative Fähigkeiten im Tandem- und Einbeinstand, Gelenkfunktion sowie WOMAC- Score und SF 36 dar.

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