Beschreibung der Studie

Patienten, die auf einer Intensivstation wegen Blutvergiftung (Sepsis) behandelt werden, haben häufig auch Schluck- und Ernährungsprobleme, nicht nur in der akuten Phase, sondern auch als langfristige Beschwerden. Die genauen Ursachen der Schluckstörungen bei diesen Patienten sind kaum bekannt und die auftretenden Schweregrade der Schluckstörung sind nicht genau beschrieben. Wir vermuten, dass Störungen des Nerven- und Muskelsystems wesentliche Faktoren für das Entstehen und das Fortdauern von Schluckstörungen als Folge einer Blutvergiftung sind. Diese Hypothese soll im Zuge der vorliegenden Studie überprüft werden. Dazu werden Patienten mit Blutvergiftung nach 2 Wochen und nach 4 Monaten Standard-Hals-Nasen-Ohren-Untersuchungen, sowie einer endoskopischen Untersuchung (Funktionell Endoskopische Evaluation der Schluckfunktion, FEES) zur Beschreibung der Schluckstörung unterzogen. Die Ergebnisse der Studie sollen uns helfen, Therapieverfahren zu entwickeln, damit es erst gar nicht zu einer dauerhaften Schluckstörung bei Patienten mit einer Blutvergiftung kommt.

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Studiendetails

Studienziel Rate an relevanten Dysphagien zum Zeitpunkt 6 Monate definiert als FEES PAS Score > 4
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 150
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Beobachtungsstudie
Finanzierungsquelle CSCC Jena (Center for Sepsis Control and Care)

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Patienten mit Sepsis und/oder septischem Schock nach den Richtlinien der ACCP/SCCM Consensus Conference Criteria

Ausschlusskriterien

  • Patienten Vorgeschichte mit Risikofaktoren für eine Polyneuropathie/Myopathie: Neuromuskuläre Erkrankungen Diabetes mellitus, Al-koholabhängigkeit, Steroid-Dauertherapie bei Asthma, COPD und ähnliche Erkrankungen.
  • Die Lebenserwartung des Patienten liegen unter 24 Stunden

Adressen und Kontakt

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Häufig gestellte Fragen

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Schluck- und Ernährungsprobleme sind wichtige Themen für septische Patienten in der Intensivstation, nicht nur in der akuten Phase sondern auch als langfristige Beschwerden. In den ersten Wochen nach Auftreten einer Sepsis scheinen anhaltende neurologische Symptome, physische Schwäche und das Vorhandensein eines Luftröhrenschnittes Hauptfaktoren zu sein, die das Schlucken negativ beeinflussen. Dysphagie besteht aber häufig auch nach Beseitigung dieser Faktoren nach der frühen Rehabilitationsphase weiter. Es gibt wenige Daten über langfristige Schluckbeschwerden und ihre Risikofaktoren bei Patienten, die auf einer Intensivstation wegen Sepsis behandelt wurden, obwohl bekannt ist, dass anhaltende schwere Dysphagie einer der hauptsächlichen negativen Einflussfaktoren für das Überleben ist. Die hohe Sterblichkeitsrate bei Patienten mit schwerer chronischer Dysphagie hängt vermutlich mit der großen Häufigkeit von Aspiration und aspirationsbedingten Krankheiten wie Pneumonie, Infektionen oder Blutungen zusammen. Da „Critical Illness“ (kritische Erkrankungs-) Polyneuropathie (CIP) und „Critical Illness“ Myopathie (CIM) die neuromuskulären Hauptfolgeerkrankungen (Spätkomplikationen) der kritischen Erkrankung von septischen Patienten sind, vermuten wir, dass CIP und CIM die Hauptfaktoren in der Entwicklung und dem Anhalten von Schluckproblemen bei Patienten mit chronischer Dysphagie bei vorangegangener Sepsis sind. Wir planen daher, die Schluckfunktion bei mindestens 150 septischen Patienten zu bewerten, die innerhalb einer Woche nach Auftreten der Sepsis in den Studienprojekten NeuroSOS-CIP und NeuroSOS-NERVE auf CIP und CIM hin untersucht wurden. Nach jeweils 2 Wochen und 4 Monaten werden die Patienten mittels faseroptischer endoskopischer Auswertung der Schluckfunktion (fiberoptic endoscopic evaluation of swallowing, FEES) und Messung einer Reihe von schluck- und ernährungsrelevanten Parametern überprüft. Zum zweiten Messzeitpunkt nach 4 Monaten werden alle Patienten mit einem FEES-Wert von > 1 anhand von standardisierter Videofluoroskopie untersucht und bewertet. Das Ziel der Studie ist es, CIP und CIM als unabhängige Risikofaktoren für die Entwicklung von chronischer Dysphagie (definiert durch einen FEES-Wert von > 4 bei Patienten 4 Monate nach Auftreten der Sepsis) zu prüfen. Die Auswertung dieser Daten wird uns erlauben, eine Interventionsstudie mit dem Ziel zu entwerfen, die Häufigkeit von chronischer Dysphagie bei septischen Patienten mit CIP/CIM zu verringern. Die Beschränkung der vorliegenden Forschungsstudie auf eine Dauer von 24 Monaten wird uns erlauben , eine Interventionsstudie im dritten Jahr des CSCC-Programms einzubringen.

Quelle

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