Beschreibung der Studie

Die Arteriitis temporalis Horton ist die häufigste chronisch- granulomatöse Vaskulitis. Sie ist charakterisiert durch neu auftretenden Kopfschmerz und druckschmerzhafte Schläfenarterien mit abgeschwächtem Puls. Da die Erblindung eine gefürchtete Komplikation ist, wird frühzeitig mit Kortison behandelt. Oftmals ist es jedoch sehr schwer, die richtige Diagnose zu stellen. Charakteristische Zeichen der Arteriitis temporalis, wie zum Beispiel ein dunkler Halo als Zeichen der oedematös geschwollenen Arterienwand, können mittels farbkodierter Duplex-Sonographie dargestellt werden. Der klinische Stellenwert dieses untersucherabhängigen Verfahrens wird noch kontrovers diskutiert. Daher haben wir ein hochauflösendes MRT-Protokoll entwickelt, mit dem erstmals die murale Entzündung der oberflächlichen Temporalarterien dargestellt werden kann. In unseren Vorarbeiten haben wir zeigen können, dass entzündete Arteriensegmente von gesunden Arterien unterschieden werden können. In der geplanten multizentrischen Studie soll zum einen die klinische Wertigkeit der hochauflösenden MRT Diagnostik anhand einer statistisch relevanten Patientenzahl sowie entsprechender Kontrollgruppe prospektiv geprüft werden. Zum anderen sollen die beiden nicht-invasiven Verfahren, Duplex-Sonographie und MRT, miteinander in Ihrer Aussagekraft verglichen werden. Bislang konnten wir Spezialisten aus verschiedenen Zentren mit langjähriger Erfahrung in der Diagnostik und Therapie von Arterriitis-Patienten für unser Studienvorhaben gewinnen. Es werden keine Röntgenstrahlen eingesetzt. Das MRT-Kontrastmittel hat sich in langjähriger Routine als ausgesprochen gut verträglich und nahezu nebenwirkungsfrei bewährt.

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Studiendetails

Studienziel Nicht-invasive Diagnostik der Arteriitis temporalis Horton anhand von Gefäßwandveränderungen mittels MRT und farbkodierter Duplex-Sonographie.
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 400
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Beobachtungsstudie
Finanzierungsquelle Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Verdacht auf Arteriitis temporalis entsprechend der klinischen Kriterien des American College of Rheumatology, so dass aus klinischer Indikation heraus eine Biopsie der Temporalarterie zur Diagnosesicherung (vor Langzeit-Kortisontherapie) gegeben ist.

Ausschlusskriterien

  • Typische MRT Ausschlusskriterien (Herzschrittmacher, Metallsplitter in der Orbita bzw. ZNS, Klaustrophobie, bekannte Kontrastmittelallergie gegen Gadolinium, Niereninsuffizienz mit GFR < 30, Kortikosteroidbehandlung seit mehr als 14 Tagen vor der MRT-Untersuchung)

Adressen und Kontakt

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Häufig gestellte Fragen

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Die Riesenzellarteritis ist eine diagnostische Herausforderung. Hierzu wird die farb-kodierte Duplexsonographie (FKDS) regelmäßig als nicht-invasives Diagnostikverfahren eingesetzt, aber aufgrund ihrer starken Untersucherabhängigkeit und der eingeschränkten Vortestwahrscheinlichkeit ist ihr klinischer Stellenwert weiterhin umstritten. In vorangegangenen Studie konnten wir erstmals zeigen, daß die charakteristischen Zeichen entzündlicher Arterienwandveränderungen, wie Verdickungen und/oder eine vermehrte Kontrastmittelaufnahme, sogar in den sehr kleinen oberflächlichen Schädelarterien mittels kontrastmittel-gestützter MRT identifiziert werden konnten. Dieses hoch-auflösende MRT-Verfahren kann darüber hinaus auch eingesetzt werden, um die entzündliche Aktivität in den Arterienwänden während einer Cortisondauertherapie zu überwachen. Schließlich konnten wir außerdem zeigen, daß es möglich ist, nicht nur die morphologischen, entzündlichen Veränderungen in den oberflächlichen Schädelarterien, sondern simultan die Beteiligung der Hals- und Thoraxgefässe zu erfassen. Durch die MR-Angiographie ließ sich somit eine systemische Vaskulitis deutlich häufiger als Ursache eines unklaren Fiebers („fever of unknown origin“) identifizieren. In einer großen multi-zentrischen Studie soll nun der klinische Stellenwert dieses neuartigen Verfahrens weiter ermittelt werden. Die primären klinischen Ziele als Grundlage für die geplante Studie sind: 1. Hilfestellung bei der oftmals schwierigen klinischen Diagnose einer Riesenzellarteritis anbieten zu können und somit eine möglicherweise unnötige Langzeitbehandlung mit hoch-dosierten Kortikosteroiden zu vermeiden, 2. die nicht-invasive Diagnostik im Hinblick auf Untersucherabhängigkeit und Reproduzierbarkeit zu verbessern, 3. zu evaluieren, ob die bisherige invasive Diagnostik mittels Biospie der A. temporalis durch die nicht-invasiven Verfahren wie MRT und/oder FKDS ersetzt werden kann und 4. die Detektion bislang unentdeckter systemischer Vaskulitiden im Falle von atypischen Symptomen. Zusätzliches Ziel: Ausdehnung der Bildgebung zur Darstelleung der vaskulären Geometrie und Morphologie zur Beurteilung der kraniellen und extra-kraniellen (Hals, Thorax) Beteiligung. Vergleich zwischen hoch-auflösender MRT und FKDS.

Quelle

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