Beschreibung der Studie

Strukturierte Sprechstunde: Effektive Betreuung beim Hausarzt Sprechstunden beim Hausarzt sind meist auf klar umrissene, akute Probleme und nicht auf ältere Menschen mit einer Vielzahl von Erkrankungen und Beschwerden ausgelegt. Eine strukturierte Erfassung bedeutsamer Beschwerden und Erkrankungen im Alter, auch Assessment genannt, kann Ausgangspunkt für eine zwischen Arzt und Patient abgestimmte Behandlungsplanung sein. Ein Leitfaden („STEP“) für ein solches Assessment wurde in einer europäisch konzertierten Aktion entwickelt. Diese Studie untersucht, ob die Durchführung eines Assessments und die anschließende Besprechung mit dem Arzt einen positiven Effekt auf die Belastung durch Gesundheitsprobleme hat. Weiterhin wird untersucht, welche diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen ein Assessment nach sich zieht. Studienteilnehmer sind über 72-jährige Patienten in Hausarztpraxen.

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Studiendetails

Studienziel Das Hauptziel dieser Studie ist es die Effekte des Standardisierten Assessments für ältere Patienten in der hausärztlichen Versorgung (STEP) zusammen mit der unmittelbar folgenden Konsultation hinsichtlich eines messbaren Unterschieds der Patientenperspektive bezüglich ihrer Gesundheitsprobleme und verglichen mit einer Kontrollgruppe zu untersuchen. Die Patientenperspektive wird hinsichlich Wichtigkeit und Schwere (Behinderung, Belastung) auf einer vier-stufigen Likert-Skala zu Baseline und nach einem Follow up von drei Monaten erhoben. Diese Parameter wurden unter der Annahme gewählt, dass die meisten Altersprobleme mit der Zeit nicht verschwinden werden, aber dass sich die Einstellungen der Patienten ihnen gegenüber verändern können, in Folge von Gesprächen mit ihren Hausärzten und nachdem möglicherweise weitere Untersuchungen und Behandlungen durchgeführt wurden.
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 880
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Finanzierungsquelle Bundesministerium für Bildung und Forschung Dienstsitz Berlin
Weitere Informationen Studienwebseite

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • 72 Jahren und älter - In der Lage die Hausarztpraxis aufzusuchen - Telefonanschluss zu Hause - Signatur der Einverständniserklärung

Ausschlusskriterien

  • höhergradige Schwerhörigkeit - gegenwärtige rechtliche Betreuung - Diagnose einer schweren Demenz - unzureichende Deutschkenntnisse - Teilnahme an einer anderen klinischen Studie

Adressen und Kontakt

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Häufig gestellte Fragen

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Die alternde Bevölkerung stellt eine Herausforderung für die hausärztliche Versorgung in Deutschland und die meisten Europäischen Länder dar. Strukturierte und proaktive Ansätze können helfen, chronischen Erkrankungen und Multimorbidität in der hausärztliche Versorgung zu behandeln. Die regelmäßige Nutzung eines standardisierten geriatrischen Assessments ist eine der potentiellen Maßnahmen zur Verbesserung der gesundheitlichen Versorgung älterer Patienten. Das Ziel dieser Studie ist es zu beschreiben, wie eine solche systematische Untersuchung gemeinsam mit der anschließenden Besprechung mit dem Arzt, die Perspektive der älteren Patienten hinsichtlich Wichtigkeit und Schwere ihrer Gesundheitsprobleme beeinflusst. Zudem wird untersucht, welche diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen in der Folge eingeleitet und durchgeführt werden. Die Studie ist als kontrollierte Interventionsstudie angelegt. Jeder Arm soll aus 44 Hausärzten und 440 ihrer Patienten bestehen. Studienassistentinnen führen das Standardisierte Assessment für ältere Menschen in der hausärztlichen Versorgung (STEP Assessment) in der jeweiligen Praxis durch. Anschließend bewerten sämtliche Patienten die Wichtigkeit und die Schwere ihrer aufgedeckten Gesundheitsprobleme, sie bewerten diese Parameter für die initial gefundenen Gesundheitsprobleme noch einmal nach drei Monaten. Nur in der Interventionsgruppe werden die Ärzte über die Ergebnisse von STEP und die Wichtigkeitsbewertung der Patienten unterrichtet und eine Besprechung zwischen Patient und Arzt findet unmittelbar im Anschluss statt. Alle Interventionen, die aus dieser Konsultation resultieren werden über den Beobachtungszeitraum von drei Monaten dokumentiert. Die Kontrollgruppe erhält care as usual während dieser Periode. Die Daten werden querschnittlich und longitudinal mittels uni- und multivariater Analysen untersucht. In einer eingebetteten qualitativen Studie werden Videoaufnahmen von 36 Patient-Arzt Konsultationen nach dem STEP Assessment hinsichtlich der Aufmerksamkeit, die den aufgedeckten Problemen zukommt als auch dem Prozess der Problemdiskussion und der Entscheidungsfindung untersucht. Diese Studie möchte nachweisen, dass ein standardisiertes geriatrisches Assessment in Kombination mit der anschließenden Besprechung durch den Hausarzt einen nachhaltigen Nutzen auf die subjektive Krankheitslast aufweist. Zudem werden die Kenntis der Patientenperspektive hinsichtlich typischer Altersprobleme als auch hinsichtlich der Interventionen, die aufgrund eines geriatrischen Assessments durchgeführt werden, wichtige Hinweise für die Versorgungsforschung und den Umgang mit Multimorbidität geben.

Quelle

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