Beschreibung der Studie

Bei der IA-Pem Studie wird das Verfahren der Immunadsorption bei Pemphiguserkrankungen eingesetzt. Die Zielsetzung dieser Studie besteht darin, die Wirksamkeit, Sicherheit, Zuverlässigkeit, die Wirkung dieses Verfahrens auf die Abheilung der Haut, und den Verbrauch zusätzlicher Medikamente wie u.a. Kortison im Zusammenhang mit dem Einsatz der Immunadsorption zu untersuchen. Außerdem sollen Informationen über die direkten und indirekten Krankheitskosten und die Lebensqualität bei Pemphigus-Patienten erhoben werden. Bei der Pemphigus Erkrankung richtet der Körper sein Abwehrsystem (Immunsystem) gegen sich selbst (Autoimmunreaktion). Mit den Mechanismen, die sonst der Entfernung körperfremder Stoffe (z. B. Krankheitserregern) dienen, werden nun körpereigene Strukturen angegriffen. Im Rahmen einer Immunreaktion werden Eiweiße gebildet: die Antikörper. Diese Antikörper erkennen bestimmte Zellen bzw. Krankheitserreger und führen zu deren Zerstörung. Wenn die Antikörper, wie beim Pemphigus, körpereigene Zellen erkennen, spricht man von Autoantikörpern. Beim Pemphigus vulgaris richten sich diese Autoantikörper gegen Zellstrukturen in der obersten Hautschicht (Epidermis). Der normalerweise feste Verbund der Hautzellen in der Epidermis untereinander wird gelöst (Akantholyse). Die Haut verliert somit an mechanischer Stabilität und wird leicht zerreißbar. Es können sich Blasen bilden (Pemphix: griech. Blase). Die Ursachen für diese Erkrankung sind bislang nicht bekannt. Eine Veranlagung, an Pemphigus zu erkranken, ist wahrscheinlich vererbbar. Im Gegensatz zu den meisten anderen Autoimmunerkrankungen (z. B. Gelenkrheuma oder Multiple Sklerose) sind die Autoantikörper beim Pemphigus direkt krankheitsauslösend. Dies konnte durch zahlreiche Untersuchungen in der Zellkultur und inTierversuchen eindeutig gezeigt werden. Es scheint also sinnvoll, diese krankmachenden Pemphigus-Autoantikörper aus dem Blut von Patienten zu entfernen. Hierzu wurden in den letzten 10 Jahren verschiedene Verfahren, einschließlich der Immunadsorption, angewendet. Bisher wurden mehr als 1.000 Immunadsorptionsbehandlungen bei Patienten, die an Pemphigus erkrankt sind, durchgeführt. Diese Studie soll nun klären, ob der Einsatz der adjuvanten Immunadsorption bei der Behandlung des Pemphigus der reinen medikamentösen Behandlung überlegen ist.

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Studiendetails

Studienziel Dauer bis zum Erreichen einer klinischen Remission, die definiert ist als komplette Abheilung aller Blasen bzw. Erosionen. Der Zustand der Haut wird bei den Studienvisiten anhand des ABSIS (Autoimmune Bullous Skin Disorder Intensity Score) erfasst. Dauer bis zur klinischen Remission (TTR, time to remission), definiert als Zeitspanne von der Randomisierung bis zum vollständigen Abheilen aller Blasen bzw. Erosionen. Beschreibung der primären Wirksamkeitsanalyse und Studienteilnehmer: Die Dauer bis zur klinischen Remission (TTR) wird zwischen den beiden Interventionsarmen anhand eines zweiseitigen logrank Tests mit einem Signifikanzniveau von 0,05 verglichen. Zusätzlich werden Kaplan-Meier Abschätzungen für die Verteilung der TTR in den Behandlungsarmen durchgeführt. Ein Schätzwert mit 95% Konfidenzintervall der hazard ratio wird angegeben. Die primäre Analyse wird in der „intention-to-treat“ Gruppe durchgeführt.
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 82
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Finanzierungsquelle Deutsche Forschungsgemeinschaft

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Einschlusskriterien:
  • Patienten mit klinisch aktivem Pemphigus mit Läsionen, die > 1,0% der Körperoberfläche oder > 2cm² der Schleimhaut betreffen
  • Diagnose durch:
  • Direkte Immunfluoreszenzmikroskopie der periläsionalen Haut/Schleimhaut: interzelluläre Färbung der Epidermis/Epithels für IgG und/oder C3 indirekte Immunfluoreszenzmikroskopie auf Affenoesophagus: interzelluläre Färbung des Epithels für IgG und/oder C3 oder Reaktivität von Desmoglein 3 oder Desmoglein 1 mittels ELISA
  • Klinische Merkmale: Blasen und/oder Erosionen der Haut und/oder der Schleimhaut
  • neu diagnostizierter Pemphigus, aktiver Pemphigus (oder) chronisch refraktärer Pemphigus (oder) klinisches Rezidiv des Pemphigus
  • Unterzeichnete schriftliche Einverständniserklärung
  • Alter > 18 Jahre
  • Medikamentöse Auswaschphasen:
  • Rituximab, Leflunomid seit ≥ 1 Jahr; keine Immunadsorption / Plasmapherese ≥ 3 Monate; keine intravenösen Immunglobuline ≥ 2 Monate; TNF-α Blocker ≥ 4 Wochen, Methotrexat, Cyclophosphamid, Cyclosporin A, Dapson, Tetracycline ≥ 1 Woche. Chronisch kranke Patienten (> 6 Monate) und Patienten mit klinischem Rezidiv, die mit Azathioprin behandelt werden, können Mycophenolat Mofetil / Mycophenolat Natrium (keine Auswaschphase notwendig) und umgekehrt erhalten.

Ausschlusskriterien

  • Ausschlusskriterien:
  • Bekannte Überempfindlichkeit gegenüber Medikamenten/Materialien die in der Studie eingesetzt werden.
  • Zwingend notwendige Behandlung mit Inhibitoren des Angiotensin-konvertierenden Enzyms (ACE)
  • Koagulopathien
  • Schwere kardiovaskuläre Erkrankungen (NYHA IV, myocardialer Infarkt innerhalb der letzten 3 Monate)
  • Schwere akute oder chronische systemische Infektionen:
  • BBsAG-positive chronische Hepatitis B,
  • Hepatitis C,
  • HIV Infektion,
  • Diagnose einer latenten oder floriden TBC Infektion,
  • Akute virale Infektionen (z.B. Varizella-Zoster Virus, schwere Herpes simplex Virus Infektion)
  • Frauen in gebährfähigem Alter ohne adäquate Kontrazeption
  • Schwangere bzw. stillende Frauen
  • Schwere Einschränkung der Leber- oder Nierenfunktion (Serum GOT > 3-fache des Normalwertes, Serum Kreatinin > 3-fache des Normalwertes)
  • Schwere angeborene Immundefizienz
  • Aktives Magen-Darmgeschwür
  • Akute oder instabile psychiatrische Erkrankungmit einem hohen Risiko der Verschlimmerung durch die hochdosierte Gabe von Prednisolon
  • Aktives oder progressives Malignom, das aktuell mit Chemotherapie/Immunsuppressiva oder Immunotherapie behandelt wird. Bei Patienten in kompletter Remission eines vorangegangenen Malignoms sollte vor dem Einschluss in die Studie ein Onkologe konsultiert werden.
  • Hb < 9 g/dl oder Leukopenie <3.000/μl oder Thrombocytopenie <100.000/μl zurückzuführen auf eine verminderte Knochenmarksfunktion
  • Analphabetismus oder unzureichende Deutschkenntnisse, um die Fragebögen auszufüllen
  • Gleichzeitige Teilnahme an einer anderen Studie, ausgenommen Studien, die keinen Einfluss auf diese Studie haben, entsprechend der Zustimmung und Dokumentation durch die Studienleitung

Adressen und Kontakt

An dieser Studie können Sie leider nicht mehr teilnehmen. Hier finden Sieaktuelle Pemohigus vulgaris-Studien.

Häufig gestellte Fragen

In unserem übersichtlichen Ratgeber finden Sie alle Antworten zu Fragen über klinische Studien.

Ratgeber öffnen

Ziel der IA-Pem Studie ist es zu untersuchen, ob die adjuvante Immunadsorption der standardisierten immunsuppressiven Therapie in der Induktion einer klinischen Remission beim Pemphigus überlegen ist. Das primäre Zielkriterium (und das relevanteste klinische Ziel bei der Behandlung des Pemphigus) ist die Zeit bis zum Erreichen einer klinischen Remission, die definiert ist als die komplette Abheilung aller Blasen und Erosionen. Das Abheilen der anfänglichen Läsionen bestimmt das Ausschleichen der systemischen Corticosteroide (die die Hauptursache für schwere Nebenwirkungen sind) und später auch des adjuvanten Immunsupressivums. Die klinische Remission ist das entscheidende therapeutische Ziel für die Behandlung von Pemphigus Patienten, die durch die Läsionen der Mundschleimhaut und der Haut schwer beeinträchtigt sind. Obwohl es keinen allgemein akzeptierten therapeutischen Standard gibt, sehen die meisten Dermatologen das Ausschleichen der Prednisolon Dosis und die Gabe eines Immunsuppressivums wie Azathioprin oder Mycophenolat Mofetil oder Natrium als allgemein akzeptierte Frist-Line-Therapie bei der Behandlung des Pemphigus in Zentraleuropa und den USA an. Patienten im Arm 1 (BMT - Best Medical Treatment - Gruppe) erhalten Prednisolon mit einer anfänglichen Dosis von 1,0 mg/kg/Tag und Azathioprin (1,5-2,5 mg/kg/Tag, abhängig von der Serum TPMT Aktivität) oder Mycophenolat Mofetil oder Mycophenolat Natrium (im Falle einer Azathioprin Unverträglichkeit). Befunde aus mehreren monozentrischen unkontrollierten Studien weisen darauf hin, dass Immunadsorption beim Pemphigus wirksam ist. Um endgültig nachzuweisen, dass Immunadsorption eine wirksame, corticoid-sparende und sichere adjuvante Behandlung ist, ist eine prospektive kontrollierte Studie erforderlich. Die pathogene Rolle der Autoantikörper Desmoglein 1 und 3 wurde eindeutig nachgewiesen. Die Entfernung der Serum Autoantikörper ist daher eine sinnvolle Behandlungsoption. Patienten im Arm 2 (BMT+IA - Immunadsorption - Gruppe) werden zusätzlich zur medikamentösen Behandlung an 4 aufeinanderfolgenden Tagen (= 1 Behandlungszyklus) oder falls nicht möglich mindestens innerhalb von 6 Tagen mit Immunadsorption unter Verwendung von Immunosorba® (Fresenius Medical Care) behandelt. Insgesamt werden zwei bis vier Zyklen in dreiwöchigen Intervallen durchgeführt. Diese randomisierte, prospektive multizentrische Studie im Parallelgruppendesign wird die adjuvante Immunadsorption mit der standardisierten immunsuppressiven Therapie vergleichen. Ungefähr 26 Zentren in Deutschland werden an der Studie teilnehmen und 82 Patienten werden für die finale Analyse benötigt. Die Rekrutierungsdauer soll 24 Monate betragen. Die Studiendauer für jeden Patienten beträgt 12 Monate nach Randomisierung. Die Visiten sind 3, 6 und 9 Wochen und 3, 6, 9, und 12 Monate nach Behandlungsbeginn geplant. Die gesamte Studie wird 4 Jahre dauern.

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