Beschreibung der Studie

Die Binge-Eating-Störung ist durch das wiederholte Auftreten von Essanfällen gekennzeichnet. Sie ist die häufigste Essstörung, betrifft Menschen beiderlei Geschlechts und geht oft mit Übergewicht oder Fettleibigkeit einher. Während Studien gezeigt haben, dass die Binge-Eating-Störung bei Erwachsenen durch Psychotherapie effektiv behandelt werden kann, fehlt es weitgehend an Wirksamkeitsbelegen für Jugendliche. Das Standardverfahren zur Behandlung der Binge-Eating-Störung bei Erwachsenen ist die Kognitive Verhaltenstherapie. In der vorliegenden monozentrischen, randomisiert-kontrollierten Studie wird ein auf Jugendliche mit Binge-Eating-Störung zugeschnittenes Programm der Kognitiven Verhaltenstherapie auf seine Wirksamkeit hin überprüft. Aufbauend auf einem evidenzbasierten Therapieprogramm für die Binge-Eating-Störung bei Erwachsenen geht es in dem für Jugendliche adaptierten Programm zunächst darum, ein gesundes Essverhalten aufzubauen, das vor Essanfällen schützt und zu einer Stabilisierung des Gewichts beiträgt. Des Weiteren geht es um den Aufbau eines positiven Körperbildes und von Selbstakzeptanz. Strategien zum Umgang mit negativen Gefühlen und Lösungen für Probleme im Alltag werden erarbeitet. Schlieβlich erhalten die Patientinnen und Patienten Unterstützung bei der Übertragung des Erlernten in den Alltag. Insgesamt 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Studie werden nach einer Eingangsdiagnostik per Zufall einer von zwei Behandlungsbedingungen zugeordnet. Danach kann die Hälfte der Teilnehmer und Teilnehmerinnen unmittelbar mit der kognitiven Verhaltenstherapie beginnen, die andere Hälfte kann nach einer viermonatigen Wartezeit mit der Therapie beginnen. Das Therapieprogramm umfasst über 4 Monate hinweg 20 Einzelsitzungen mit dem Jugendlichen. Außerdem werden die Eltern mit einem Coaching in die Behandlung einbezogen. Bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern in beiden Behandlungsbedingungen wird zu Studienbeginn (und zusätzlich 2 Monate vor und bei Therapiebeginn für die Wartelisten-bedingung), zur Therapiemitte, zu Therapieende sowie 6 und 12 Monate nach Therapieende eine ausführliche persönliche Diagnostik durchgeführt. Es wird erwartet, dass mittels kognitiver Verhaltenstherapie die Anzahl der Tage mit Essanfällen im Vergleich zur Wartelistenkontrollgruppe deutlich reduziert werden kann und dass in der essstörungsspezifischen und allgemeinen Psychopathologie, Lebensqualität und im Körpergewicht eine deutliche Verbesserung erreicht werden kann. Genehmigung eines Amendments zur Erhöhung der Teilnehmerzahl am 04.06.2014

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Studiendetails

Studienziel Der primäre Endpunkt der klinischen Prüfung ist die Anzahl der Essanfälle (Binge Eating Episodes) während der letzten 28 Tage vor Therapieende, d.h. 4 Monate nach Randomisation (Erhebung mittels EDE Interview (eating disorder examination)).
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 73
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Finanzierungsquelle Bundesministerium für Bildung und Forschung Dienstsitz Bonn

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Binge-Eating-Störung (BED) gemäß DSM-IV-TR (mit oder ohne objektiv großer
  • oder gemäß der vorgeschlagenen Forschungskriterien für DSM-5 (mit oder ohne objektiv großer Nahrungsmenge) oder DSM-5 subthreshold
  • Schriftliche Einwilligungserklärung zur Studienteilnahme
  • Alter 12-20 Jahre

Ausschlusskriterien

  • Bulimia nervosa
  • Wesentliche psychiatrische Komorbidität
  • Körperliche Erkrankung, die unmittelbar Einfluss auf Gewicht oder Essverhalten haben kann
  • Aktuelle Einnahme von Antipsychotika oder Medikamenten mit Einfluss auf das Gewicht
  • Laufende Psychotherapie
  • Laufender stationärer Aufenthalt
  • Laufende konsekutive Gewichtsreduktion
  • Mädchen und junge Frauen während der Schwangerschaft und Stillzeit
  • mangelnde Kooperationsbereitschaft (Compliance)
  • aktuelle Teilnahme an einer anderen interventionellen klinischen Prüfung

Adressen und Kontakt

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Häufig gestellte Fragen

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Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen, dass die Binge-Eating-Störung (BED) eine verbreitete und klinisch signifikante Störung im Jugendalter ist. So leiden 20-35% der eine Gewichtsreduktionsbehandlung aufsuchenden Adoleszenten unter Essanfällen und bis zu 25% sind vom Vollbild einer BED betroffen. Essanfälle gehen mit einer erhöhten Essstörungspsychopathologie und allgemeinen Psychopathologie sowie einem erhöhten Risiko für Übergewicht und Adipositas einher. Im Bezug auf die Behandlung der BED im Erwachsenenalter konnte mithilfe der kognitiv-behavioralen Therapie (CBT) eine substanzielle und lang anhaltende Verbesserung von Essanfällen, der assoziierten Essstörungspsychopathologie und der allgemeinen Psychopathologie erreicht werden. Weil keine Behandlungsansätze für die BED im Jugendalter vorliegen, ist Ziel dieses Forschungsprojekts, bei Adoleszenten mit BED die Wirksamkeit der kognitiv-behavioralen Therapie (CBT) zu evaluieren – die Goldstandard-Behandlung für Erwachsene mit BED. Die monozentrische, randomisierte, kontrollierte klinische Studie testet CBT (mit sofortigem Beginn nach Randomisation) gegen eine Wartelistenkontrollbedingung (WL) (Therapiebeginn nach 4monatiger Wartezeit) an insgesamt 60 adoleszenten Patienten mit BED (nach DSM-IV-TR). Die individuelle ambulante CBT umfasst 20 Sitzungen innerhalb von 4 Monaten, welche eine initiale Behandlungsphase zur Motivationssteigerung, eine intensive Behandlungsphase mit Modulen zum Essverhalten, zum negativen Körperbild und zur Emotionsregulation sowie eine Selbstmanagementphase zur Rückfallprophylaxe beinhaltet. Die Adoleszenten in beiden Behandlungsbedingungen werden zu Studienbeginn (und zusätzlich 2 Monate vor und bei Therapiebeginn für die Wartelisten-bedingung), zur Therapiemitte, zu Therapieende sowie 6 und 12 Monate nach Therapieende eine ausführliche persönliche Diagnostik erhalten. Aufgrund vorliegender Wirksamkeitsstudien der kognitiv-behavioralen Therapie der BED im Erwachsenenalter wird angenommen, dass die Ergebnisse der vorliegenden Studie zu einer Implementierung effektiver evidenzbasierter Interventionen von Essanfällen bei Adoleszenten und zu einer Prävention einer exzessiven Gewichtzunahme beitragen. Der klinischen Prüfung liegt die Arbeitshypothese zu Grunde, dass mittels kognitiver Verhaltenstherapie die Anzahl der Tage mit Essanfällen im Vergleich zur Wartelistengruppe deutlich reduziert werden kann.

Quelle

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