Beschreibung der Studie

Zahlreiche Studien der letzten Jahre belegen, dass Schmerzen bei Menschen mit Gedächtnisstörungen zu wenig beachtet und deshalb nicht entsprechend behandelt werden. Einer der Hauptgründe hierfür liegt oftmals in dem Unvermögen, im Rahmen einer fortgeschrittenen Demenz, adäquat Schmerzen anzugeben. Außerdem ist die Datenlage hinsichtlich der Gültigkeit vorhandener Messinstrumente noch unzureichend. Die BESD-Skala (Beurteilung des Schmerzes bei Demenz) hat nach unserer Ansicht die beste Voraussetzung für eine gute Schmerzerfassung bei Demenz. Hierbei handelt es sich um ein Beobachtungsinstrument, bei dem verschiedene Parameter wie z.B. Lautäußerungen (Stöhnen, Ächzen, Weinen), Atmung (lautes angestrengtes Atmen) oder Gesichtsausdruck (ängstlich, grimassierend), genau beobachtet werden. Die Beobachtung dient als Grundlage Schmerzen zu erkennen, selbst wenn der Patient aufgrund seiner Demenz (auch auf Befragen) nicht mehr in der Lage ist seine Schmerzen zu benennen. In der hier vorgestellten Studie möchten wir beweisen, dass die BESD-Skala in der Lage ist Schmerz bei Demenzkranken verlässlich zu erfassen (= Validität).

Studie via E-Mail versenden

Studiendetails

Studienziel Untersuchung der Validität der BESD-Skala sowie Klärung, ob sie tatsächlich effektiv Schmerz misst. Differenz des Schmerzverhaltens zwischen T1-T2, gemessen mit der BESD-Skala.
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Studienphase 3
Zahl teilnehmender Patienten 50
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Placebo
Finanzierungsquelle Robert Bosch Stiftung GmbH

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Diagnose einer Demenz (Demenz vom Alzheimer Typ, vaskulären Typ oder Mischform), nicht/eingeschränkt kommunikative Patienten mit einem MMSE < 20, BESD-Wert ≥ 4, keine analgetische Medikation bzw. nur Medikamente der WHO-Stufe I (wird unverändert fortgesetzt), Erkrankungen, die wahrscheinlich mit Schmerzen einhergehen (z.B. Arthrose, Frakturen), informiertes Einverständnis des Betreuers.

Ausschlusskriterien

  • Gleichzeitige Teilnahme an anderen Studien, Tumorerkrankungen, andere Demenzformen, andere Erkrankungen mit Störungen der Kommunikation (z.B. Schlaganfall, Parkinson, MS), analgetische Medikation der WHO-Stufe II oder III, bekannte Unverträglichkeit gegenüber Oxycodon, Kontraindikationen gegen Oxycodon laut Fachinfo

Adressen und Kontakt

An dieser Studie können Sie leider nicht mehr teilnehmen. Hier finden Sieaktuelle Schmerz-Studien.

Häufig gestellte Fragen

In unserem übersichtlichen Ratgeber finden Sie alle Antworten zu Fragen über klinische Studien.

Ratgeber öffnen

Schmerz in Kombination mit Demenz stellt ein immer häufiger auftretendes Problem dar. Hier ist die Schmerzerkennung deutlich erschwert. Die Folge kann eine schmerztherapeutische Unterversorgung Demenzkranker sein. In den letzten Jahren sind verschiedene Messinstrumente zur Schmerzerfassung bei Demenz entwickelt worden. Die Datenlage hinsichtlich der Validität dieser Messinstrumente ist noch unzureichend. Das Schmerzbeobachtungsinstrument BESD (= Beurteilung des Schmerzes bei Demenz) hat nach unserer Ansicht die besten Voraussetzungen für eine valide Schmerzerfassung bei Demenz. In einer Pilotstudie konnte eine gute Interrater- und Retest-Reliabilität der BESD-Skala nachgewiesen werden. In der vorliegenden Studie soll die Validität der BESD-Skala mittels einer doppel-blind randomisierten, plazebo-kontrollierten Studie nachgewiesen werden. Die Interventionsgruppe wird mit dem Schmerzmittel Oxycodon (10 mg) behandelt, während die Kontrollgruppe ein Plazebo erhält (T1). Nach drei Stunden erhält die Placebo-Gruppe Oxycodon und die Verumgruppe das Placebo (T2). Die Bestimmung des Schmerzverhaltens mittels BESD erfolgt jeweils zum Zeitpunkt T1 (=vor der Intervention), T2 (= nach 3 Stunden) und T3 (= 6 Stunden nach der primären Intervention). Es wird angenommen, dass in der Verumgruppe der ermittelte BESD-Wert zwischen T1 und T2 zurück geht und sich Verum- und Kontrollgruppe zu T2 signifikant darin unterscheiden. Hauptziel der Studie ist die Validierung des Messinstrumentes BESD. Schmerzen bei Menschen mit fortgeschrittener Demenz sollen so besser erkannt und behandelt werden. Als Nebenziel soll ein Vergleich mit weiteren Instrumenten zur Schmerzmessung bei Demenz erfolgen. Verwendung finden hier die BISAD-Skala (=Beobachtungsinstrument für das Schmerzassessment bei alten Menschen mit schwerer Demenz) ), sie ist die deutsche Übersetzung des französischen Messinstrumentes ECPA, sowie die CNPI-Skala (Checklist of Nonverbal Pain Indicators), sowie die ALGOPLUS-Skala.

Quelle

Sponsoren: Registrieren Sie sich auf Viomedo, um Ihre Studien zu veröffentlichen.

Annotation headline

Annotation Synonyms

Annotation text

Weiterlesen Quelle: