Beschreibung der Studie

Beschreibung: In dieser Studie soll untersucht werden, inwieweit sich das Auftreten depressiver Episoden bei Patienten mit Chronisch Entzündlichen Darmerkrankungen (M.Crohn und Colitis Ulcerosa) durch psychologische Maßnahmen verringern lässt. Zielgröße ist das Ausmaß an Depressivität, gemessen mittels psychologischer Fragebögen ADS (allgemeine Depressionsskala) und BDI (Beck- Depressions-Inventar). Die Intervention basiert auf einem mehrstündigen Gruppenprogramm auf der Grundlage der kognitiven Verhaltenstherapie. Hierbei werden gezielt Angleichungen auf das erhöhte Risikoprofil der Teilnehmer durchgeführt, welches durch die Grunderkrankung gegeben ist. Ziel der Intervention sind die Förderung von Selbstmanagementfertigkeiten und die Steigerung der Kompetenzen zur Selbst- und Emotionsregulation, um auch im Falle einer erneuten Verschlechterung der Grunderkrankung eine depressive Dekompensation zu vermeiden. Da psychologische Präventionsmaßnahmen oft eine längere Zeitspanne benötigen, um durch Übungseffekte im Alltag ihr volles Wirkspektrum zu entfalten, soll die Wirksamkeitsüberprüfung 12 Monate nach der Intervention durchgeführt werden. Hintergrund: Die Interaktion von Chronisch Entzündlichen Darmerkrankungen mit psychischen Faktoren ist bislang unzureichend geklärt, allerdings weisen Patienten mit Chronisch Entzündlicher Darmerkrankungen eine deutlich erhöhte Häufigkeit depressiver Episoden auf. Depressionen stellen darüber hinaus ein Risiko für einen erneuten Entzündungsschub bei entsprechender bestehender Grunderkraknung dar. Dies ließ sich im Tiermodell zeigen.(Ghia JE, Blennerhassett P, 2009) Die Vermeidung depressiver Schübe könnte demnach dem Auftreten eines neuen Schubes vorbeugen. Angesichts der großen Häufigkeit rezidivierender depressiver Erkrankungen im Gegensatz zu einmaligen depressiven Episoden, ist durch die Verhinderung einer depressiven Episode weiterhin davon auszugehen, dass auch möglichen zukünftigen depressiven Episoden vorgebeugt werden könnte.

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Studiendetails

Studienziel Prä-Interventions-Messung: Ausmass an Depressivität anhand der Fragebögen BDI (Beck- Depressions-Inventar) und ADS (allgemeine Depressionsskala) unmittelbar vor der Intervention. Post-Interventions-Messung: Ausmass an Depressivität unmittelbar nach der Intervention, ebenfalls mit ADS (Allgemeine Depressiosskala) und BDI (Beck- Depressions-Inventar) Zum Gruppenvergleich wird nach der Intervention auch der IBDQ-D (infalmmatory-bowel-disease) erhoben. Dieser erfasst die krankheitsspezifische Lebensqualität.
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 70
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Finanzierungsquelle Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, Medizinische Fakultät, Institut für Medizinische Psychologie

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  • gesicherte Diagnose einer Chronisch Entzündlichen Darmerkrankung

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  • fremde Sprachzugehörigkeit;
  • Einnahme antidepressiver Medikamente;
  • grobe psychiastrische Vorerkrankung;
  • Durchleben eines akuten Entzündungsschubes

Adressen und Kontakt

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Beschreibung: In dieser Studie soll untersucht werden, inwieweit sich das Auftreten depressiver Episoden bei Patienten mit Chronisch Entzündlichen Darmerkrankungen durch psychologische Maßnahmen verringern lässt. Zielgröße ist das Ausmaß an Depressivität, gemessen mittels der psychometrischen Instrumente ADS (Allgemeine Depressionsskala, Hautzinger, Bailer, 1993) und BDI (Beck- Depressions-Inventar, Schmitt et al. 2006). Die Intervention ist eine mehrstündige Gruppenintervention auf der Grundlage der kognitiven Verhaltenstherapie (Hautzinger and Welz 2004). Hierbei werden gezielt Adaptationen auf das erhöhte Risikoprofil der Teilnehmer durchgeführt. Ziel der Intervention sind die Förderung von Selbstmanagementfertigkeiten und die Steigerung der Kompetenzen zur Selbst- und Emotionsregulation, um auch bei späteren Exazerbationen der Chronisch entzündlichen Darmerkrakung eine depressive Dekompensation zu vermeiden. Damit liegt eine indizierte Präventionsmaßnahme vor, für die in Metaanalysen die höchsten Effektstärken zur Prävention von Depressionen dokumentiert werden konnten. Da psychologische Präventionsmaßnahmen oft eine längere Zeitspanne benötigen, um durch Übungseffekte im Alltag ihr volles Wirkspektrum zu entfalten, soll die Wirksamkeitsüberprüfung 12 Monate nach der Intervention durchgeführt werden. Hintergrund: Die genauen Entstehungsmechanismen der CED sind bislang nicht eindeutig geklärt. Diskutiert werden unter anderem eine genetische Prädisposition sowie immunologische Defekte. Die CED gilt als eine der häufigsten funktionellen gastrointestinalen Störungen weltweit (Ohman and Simren 2010). Die Interaktion von CED mit psychischen Faktoren ist bislang ebenfalls unzureichend geklärt, allerdings weisen Patienten mit CED eine deutlich erhöhte Prävalenz für depressive Erkrankungen auf (Fuller-Thomson & Sulman, 2006). So zeigte eine Studie aus dem vergangenen Jahr eine signifikant (25,4% zu 8,4% der Kontrollgruppe) erhöhte Prävalenz für depressive Verstimmungen für Morbus Crohn-Patienten (Brandi, Ribeiro, 2009). Ähnliches wurde auch für an Colitis ulcerosa Erkrankte gefunden. Eine etwas ältere Studie zeigte im direkten Vergleich erhöhte Prävalenzen für psychiatrische Erkrankungen, lt. DSM-III 34% für M.Crohn und 33% für Colitis ulcerosa (Andrews, Barczak 1987). Depressionen stellen darüber hinaus ein Risiko für einen erneuten Entzündungsschub bei bestehender CED dar. Dies ließ sich im Tiermodell zeigen, in dem durch die Gabe depressogener Stoffe eine bis dato zur Ruhe gekommene Colitis wieder neu entfacht wurde (Ghia JE, Blennerhassett P, Deng Y, Verdu EF, Khan WI, Collins SM. 2009). Die Vermeidung depressiver Schübe könnte demnach dem Auftreten eines Rezidivs einer bestehenden CED vorbeugen. Angesichts der großen Häufigkeit rezidivierender depressiver Erkrankungen im Gegensatz zu einmaligen depressiven Episoden, ist durch die Verhinderung einer depressiven Episode weiterhin davon auszugehen, dass auch möglichen zukünftigen depressiven Episoden vorgebeugt werden könnte. Dass Prävention in Bezug auf Depression wirksam ist, konnte in der Vergangenheit bereits gezeigt werden. Der auch in dieser Arbeit verfolgte Ansatz der Kognitiven Verhaltenstherapie erwies sich als wirksam. Gegenüber einer Wartegruppe zeigte die Interventionsgruppe sowohl 12 Wochen nach Beginn der Therapie, als auch 32 Wochen danach bessere Ergebnisse (Hautzinger, Welz 2004). Erwarteter Effekt: Anhand des Vergleiches mit zwei ähnlichen Studien aus den vergangenen Jahren ist zu erwarten, dass durch die unternommene psychologische Intervention ein mittlerer Effekt von mindestens 0,5 erzielt wird.

Quelle

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