Beschreibung der Studie

Depressionen sind weit verbreitete und ernste psychische Erkrankungen, die die Lebensqualität der Betroffenen und deren soziales Umfeld dauerhaft und erheblich belasten. Depressionen treten zumeist in zeitlich begrenzten Episoden auf und können gut mit modernen psychotherapeutischen und medikamentösen Verfahren behandelt werden. In Studien hat sich jedoch gezeigt, dass das Risiko für ein Wiederauftreten einer Depression mit der Anzahl vorausgegangener Episoden ansteigt. Rückfälle sind auch nach einer erfolgreichen Therapie nicht auszuschließen. Die Forschung wendet sich daher zunehmend der Frage zu, wie Rückfälle vermieden oder in ihren Auswirkungen begrenzt werden können, und wie die Lebensqualität depressiv erkrankter Menschen nachhaltig verbessert werden kann. Ziel der Studie ist es, die Wirksamkeit zweier Internet-basierter Verfahren im Vergleich zur Standardbehandlung bei depressiven Patienten im Anschluss an eine psychiatrische Behandlung zu untersuchen. Die beiden Verfahren dauern 12 Monate an und beinhalten Informationen zur Depression, eine kontinuierliche Erfassung und Rückmeldung des Gesundheitszustands (supportives Monitoring), Zugang zu einem Internet Forum und ein individuell abgestimmtes Krisenmanagement. Das Monitoring ist zentraler Bestandteil beider Verfahren; alle zwei Wochen beantworten die Teilnehmer einen Fragebogen zur Depression und erhalten eine entsprechend angepasste Rückmeldung. Im Fall, dass das Monitoring eine gesundheitliche Verschlechterung anzeigt, wird ein individuelles Krisenmanagement angestoßen. Die beiden Verfahren unterscheiden sich lediglich darin, dass eines der beiden Verfahren eine zusätzliche Begleitung durch einen klinischen Experten enthält. In die Studie eingeschlossen werden Patienten, die bereits mehrere depressive Episoden hatten und aufgrund einer depressiven Episode eine psychiatrische Behandlung in einem der an der Studie beteiligten Zentren in Anspruch nehmen. Die Patienten werden per Zufallsentscheidung einer der drei Gruppen zugewiesen. Um die Wirksamkeit der Verfahren abschätzen zu können, werden die Patienten im Verlauf der Studie mehrmals mit Experteninterviews zu ihrem Gesundheitszustand befragt. Als wichtigstes Kriterium werden daraus die symptomfreien, oder „guten“ Wochen im Verlauf von 24 Monaten im Anschluss an die psychiatrische Behandlung bestimmt. Daneben werden erfasst: Anzahl von Rückfällen, Verlauf der Depressionssymptomatik, Inanspruchnahme weiterer Behandlungen und gesundheitsbezogene Lebensqualität. Für Patienten, die an einer Depression erkrankt sind, eröffnen die in der Studie geprüften Verfahren neue Perspektiven für ein individuelles, kosten-effektives und nachhaltiges Krankheitsmanagement.

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Studiendetails

Studienziel Übergangsraten zwischen "guten" und "schlechten" Wochen, gemessen am Longitudinal Interval Follow Up Evaluation (LIFE), der zu den Zeitpunkten 6, 12, 18 und 24 Monate rückwirkend angewandt wird.
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up läuft noch
Zahl teilnehmender Patienten 234
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Wirksame Behandlung
Finanzierungsquelle Deutsche Forschungsgemeinschaft

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • mindestens 3. Depressionsepisode im Leben;
  • Aufenthalt in einem rekrutierenden Studienzentrum im Rahmen der Behandlung der Depression
  • Internetzugang

Ausschlusskriterien

  • Akutes Suizidrisiko gemäß klinischer Leitlinien
  • Vorangegangene psychotische Symptome, bipolare Störung oder organische Hirnschäden
  • Eine andere Primärdiagnose aus SCID Achse I, einschließlich Angststörungen, schwerwiegende Störungen im Zusammenhang mit Psychotropen Substanzen, antisozialer, schizotypischer oder Borderline-Perönlichkeitsstörung
  • Ernste lörperliche Erkrankung
  • Schwere kognitive Beeinträchtigung
  • unzureichendes Verständnis der deutschen Sprache
  • Unvermögen zu lesen

Adressen und Kontakt

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Häufig gestellte Fragen

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Depressionen zählen zu den häufigsten psychische Erkrankungen. Sie belasten die Lebensqualität der Betroffenen sowie deren soziales Umfeld erheblich und haben gravierende volkswirtschaftlichen Folgen. Depressionen zeichnen sich in der Regel durch einen episodischen rezidivierenden Verlauf aus. Studien zufolge steigt das Rückfallrisiko mit der Anzahl vorausgegangener Episoden. Wirksame Langzeitstrategien sind daher notwendig um symptomfreie Phasen zu verlängern und die Lebensqualität der Betroffenen nachhaltig zu verbessern. Ziel dieser multizentrischen, randomisierten, kontrollierten klinischen Studie ist es, die Wirksamkeit zweier individualisierter Internet-basierter Verfahren im Vergleich zur Standardbehandlung bei Patienten mit rezidivierender Depression zu prüfen. In den beiden Behandlungsarmen nehmen die Patienten im Anschluss an ihre psychiatrische Indexbehandlung an einer 12 Monate andauernden Internet-basierten Intervention teil. Die Intervention beinhaltet Informationen zur Depression, ein supportives Monitoring, ein Internet-Forum, sowie ein Krisenmanagement mit bzw. ohne persönliche Unterstützung durch klinische Experten. 14-tägig beantworten die Teilnehmer einen Depressionsfragebogen und erhalten eine hinsichtlich Zustand sowie Verlauf angepasste Rückmeldung. Bei Beginn einer Krise wird ein individuelles Krisenmanagement angestoßen. In die Studie eingeschlossen werden Patienten mit mindestens drei depressiven Episoden, die Internetzugang haben und aktuell aufgrund einer depressiven Episode psychiatrisch in einem der Studienzentren behandelt werden. Hauptzielkriterium der Studie ist die Anzahl symptomfreier Wochen („well weeks“) im 24-monatigen Beobachtungszeitraum erfasst mit dem Longitudinal Interval Follow Up Evaluation Interview. Als Nebenzielkriterien werden Rückfallhäufigkeiten, der Verlauf depressiver Symptome, Inanspruchnahme, und die gesundheitsbezogene Lebensqualität untersucht. Generalisierte Erwartungen über die Regulation negativer Stimmungen werden als potenzieller Moderator berücksichtigt. Der geringe Aufwand und niedrige Kosten dieser automatisierten und individualisierten Interventionen eröffnen neue Perspektiven für ein nachhaltiges Krankheitsmanagement bei rezidivierender Depression.

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