Beschreibung der Studie

Die optimale Therapie der Syphilis (einer bakteriellen Geschlechtskrankheit) bei HIV-Infizieren ist bisher nicht ganz klar. Es gibt unterschiedliche Therapieleitlinien in den USA und in Deutschland. Die Studie untersucht unterschiedliche Antibiotikatherapien. Eingeschlossen werden HIV-positive Patienten, bei denen eine Syphilis im Stadium I oder II diagnostiziert wurde. Die Patienten werden einer Therapie mit Ceftraxon 1g i.v./10d (Infusion), Benzathin-Penicllin nur Tag 1 2x1,2 Mio i.E. i.m. (Spritze in den Gesäßmuskel) oder Benzathin-Penicillin an Tagen 1, 8, 15 jeweils 2x1,2 Mio i.E. i.m. zugelost . Der Erfolg der Therapie wird nach 3, 6 und 12 Monaten überprüft. Wir erwarten keine Unterschiede bei allen 3 Therapieformen.

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Studiendetails

Studienziel Therapieversagen definiert als: -erneute Therapie -Therapie mit einem gegen Treponema pallidum wirksamen Antibiotikum -fehlende Titerreduktion von VDRL oder FTAabs19S IgM nach 48 Wochen
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Studienphase 4
Zahl teilnehmender Patienten 150
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Wirksame Behandlung
Finanzierungsquelle St. Josef Hospital Bochum

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • HIV positve Patienten mit einer serologisch gesicherten Frühsyphilis

Ausschlusskriterien

  • bekannte Unverträglichkeit von ß-Lactam-Antibiotika
  • Patienten, die innerhalb der letzten 48h bereits eine gegen Treponema pallidum wirksame Therapie erhalten haben
  • Schwangere oder stillende Frauen
  • Patienten mit einer Spätsyphilis (latente Syphilis unbekannter Dauer, Tertiärsyphilis oder Neurosyphilis)

Adressen und Kontakt

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Häufig gestellte Fragen

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Hintergrund: Seit 2001 steigt die Inzidenz der Syphilis in Deutschland dramatisch an. Für das Jahr 2003 wurden 2932 neu diagnostizierte Syphilisfälle gemeldet, ein Anstieg um 500 Erkrankungsfälle (20%) gegenüber dem Vorjahr. Somit wurde im Jahr 2003 eine Inzidenzrate der Syphilis von 3,6 Erkrankungsfälle pro 100000 Einwohner erreicht, die die höchste in Westeuropa ist. Besonders betroffen ist hierbei die Gruppe der homosexuellen Männer. 76% der Erkrankungen wurden auf sexuelle Kontakte zwischen Männern zurückgeführt. Während die absolute Zahl der Erkrankungen nach heterosexuellen Kontakten in Deutschland konstant blieb, wurde in England auch in dieser Gruppe ein starker Anstieg der Syphilisfälle registriert [1]. Ein besonderes Problem wirft die Diagnose einer Syphilis bei HIV-positiven Patienten auf. Rund 15% der Patienten mit Syphilis haben gleichzeitig eine HIV-Infektion, bis zu 80% der HIV-Infizierten haben Syphilis-Antikörper. Diagnostik: Die Basisdiagnostik bei Syphilis/HIV-Koinfizierten unterscheidet sich nicht von nicht HIV-Infizierten. Als klassische Suchreaktionen sind der TPHA, der VDRL, der RPR und der IgG-ELISA zu nennen. Zur Bestätigung unklarer Befunde stehen die VDRL-Titration und der IgG-FTA-ABS zur Verfügung. Zur Beurteilung der Behandlungsbedürftigkeit können neben den oben genannten der IgM-FTA-ABS und der 19S-IgM-FTA-ABS herangezogen werden. Eine sichere Therapiebedürftigkeit wird bei positivem 19S- IgM-FTA-abs und/oder bei VDRL mit einer Titerstufe von mindestens 1:8 oder einer Titererhöhung um mehr als 2 Stufen gesehen. [2]. Die meisten HIV-infizierten Patienten mit gleichzeitiger Syphilis-Infektion zeigen eine typische klinische Symptomatik und eine normale Serumreaktion. Bis zu 40% der Patienten mit primärer oder sekundärer Syphilis haben einen nicht normalen Liquorbefund, so dass bei allen Syphilis/HIV Koinfizierten eine Liquorpunktion durchgeführt werden sollte [3]. Zu beachten ist, dass die Serologie häufig unzuverlässig ist. Falsch negative Testergebnisse werden durch eine inadäquate Antikörperproduktion und eine Unterdrückung der IgM-Produktion bei sehr hohen IgG-Spiegeln erklärt. Der VDRL-Test kann aufgrund der unspezifischen B-Zell-Aktivierung im Rahmen des HIV-Infektes falsch positiv ausfallen. Die Titer bleiben oft, trotz lege artis durchgeführter Therapie, lange hoch. Mit einer Normalisierung des FTA abs IgM und des VDRL ist innerhalb von 6-24 Monaten zu rechenen, TPHA persistiert oft lebenslang auf niedrigem Nivau [2]. Klinik: Der stadienhafte Verlauf der Syphilis unterscheidet sich bei HIV-positiven Patienten im Wesentlichen nicht von HIV-negativen Patienten. Es gibt allerdings mehr atypische und schwere Verläufe bei HIV-Koinfektionen. In Fallberichten ist eine rasche Progression der Syphilis mit Übergang in das Tertiär oder Neurosyphilisstadium beschrieben Teils treten Symptome mehrerer Stadien nebeneinander auf. Zu beachten ist, dass früher durchgemachte Syphilisinfektionen bei HIV-Patienten reaktiviert werden können. Therapie: Penicillin ist das Therapeutikum der Wahl bei allen Stadien der Syphilis bei HIV-Infizierten. Eine bakterizide Wirkung ist peripher bei Serumkonzentrationen von >= 0,03IU/ml zu erwarten, intrathekal bei >=0,078IU/ml. Die Generationszeit liegt für Treponema pallidum bei ca. 30 Stunden. Hieraus ergibt sich eine Mindestdauer ununterbrochener Bakterizidie von ca. 8 Tagen. Um diese hohen Serumkonzentrationen zu erreichen ist in der Regel eine parenterale Verabreichung notwendig. Frühsyphilis Benzathinpenicillin 2,4 Mio i.E. (z.B. Pendysin? 1,2 Mio) i.m. in wöchentlichen Abständen über 3 Wochen wird in den deutschen Leitlinien als Therapie der ersten Wahl bei der Frühsyphilis (Stadium I und II bis zum Ende des 1. Krankheitsjahres) und Spätsyphilis (ab Ende des ersten Krankheitsjahres) genannt [4]. Bei HIV-Infizierten wird die Therapie mit Benzathinpenicillin 2,4 Mio i.E. i.m. als Einmalgabe, wie von der CDC (Center of Disease Controll, Atlanta, USA) vorgeschlagen, aufgrund der häufigen neurologischen Komplikationen und des häufigen Therapieversagens [4, 5, 6] diskutiert. Rolfs et al untersuchten 541 Patienten mit Frühsyphilis, die Benzathinpenicillin als Einmalgabe erhielten, einschließlich 101 HIV-positiver Patienten, die Benzathinpenicillin als Einmalgabe i.m. erhielten. Es wurden 18% Therapieversager nach 6 Monaten festgestellt, hierbei eine erhöhte Anzahl an HIV-Patienten mit Syphilis Stadium I [7]. Bei asymptomatischen Patienten wurde eine intramuskuläre Therapie mit Ceftriaxon und Benzylpenicillin-Procain verglichen. Hier zeigten sich keine signifikanten Unterschiede bei Ansprechraten von ca. 70% [8]. In Studien von Dowell et al. lagen die Ansprechraten auf intramuskulär verabreichtes Ceftriaxon bei HIV-Infizierten mit latenter Syphilis oder Neurosyphilis bei 65%, 9 Patienten wurden als Therapieversager eingestuft und bei einem Patienten zeigte sich eine zunehmende neurologische Symptomatik [9]. Die Arbeitsgruppe von Marra zeigte Ansprechraten auf intravenös verabreichtes Ceftriaxon von 80% bei Neurosyphilis, so dass diese Substanz eine mögliche Alternative bei klinisch relevanter Penicillinallergie darstellt [10] In der vorliegenden Studie wird die einmalige bzw. dreimaligen Benzathingabe bei HIV-Infizierten überprüft. Der Therapieerfolg wird durch klinische und serologische Kontrollen (VDRL, TPHA) 3, 6 und 12 Monate nach Abschluß der Behandlung kontrolliert. Literatur: 1. RKI (2004) Zur Situation bei wichtigen Infektionskrankheiten: Syphilis in Deutschland 2003 Epid Bull 40:339-348 2. RKI (2003) Praktische Empfehlungen zur Serodiagnostik der Syphilis (Ergebnisse einer Konsensuskonferenz des RKI und der DSTDG) Epidem Bull 25:191-192 3. Marra CM, Maxwell CL, Smith SL, Lukehart SA, Rompalo AM, Eaton M, Stoner BP, Augenbraun M, Barker DE, Corbett JJ, Zajackowski M, Raines C, Nerad J, Kee R, Barnett SH (2004) Cerebrospinal fluid abnormalities in patients with syphilis : association with clinical and laboratory features. J Infect Dis 189:369-376 4. Parkes R, Renton A, Meheus A, Laukamm-Josten U (2004) Review of current evidence and comparison of guidelines for effective syphilis treatment in Europe. Int J STD AIDS 15:73-88 5. Berry CD, Hooton TM, Collier A, Lukehart S (1987) Neurologic relapse after benzathine penicillin therapy for secondary syphilis in a patient with HIV infection. N Engl J Med 316:1587-1589 6. Myint M, Baschiri H, Harrington RD, Marra CM (2004) Relapse of secondary syphilis after benzathine penicillin G : molecular analysis. Sex Transm Dis 31:1956-199 7. Rolfs RT, Joesoef RM, Hendershot EF (1997) A randomised trial of enhanced therapy for early syphilis in patients with and without HIV infection. N Engl J Med 337:307-314 8. Smith NH, Musher DM, Huang DB, Rodriguez PS, Dowell ME, Ace W, White AC (2000) Response of HIV-infected patients with asymptomatic syphilis to intensive intramuscular therapy with ceftriaxone or procaine penicilline. Int J STD AIDS 15:328-332 9. Dowell ME, Ross pG, Musher DM, Cate TR, Baug RE (1992) Response of latent syphilis or neurosyphilis to ceftriaxone therapy in persons infected with human immunodeficiency virus. Am J Med 93:477-479 10. Marra CM Boutin P, McArthur JC, Hurwitz S, Simpson PA, Haslett JA, van der Horst C, Nevin T, Hook EW (2000) A pilot study evaluating ceftriaxone and penicillin G as treatment agents for neurosyphilis in human immunodeficiency virus-infected individuals. Clin Infect Dis 30:540-544

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