Beschreibung der Studie

Die meisten Patienten mit Pankreaskarzinom (bis zu 80 %) leiden unter einem starken, tumorbedingten Gewichtsverlust, der die Lebensqualität, die Lebenserwartung, und auch Therapieoptionen stark einschränkt. Ziel dieser Studie ist die Evaluation der Effekte von Phospholipiden mit einem hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren (marine Phospholipide aus Lachsrogen, MPL) auf den Gewichtsverlust, Appetit und die Lebensqualität von Patienten mit Pankreaskarzinom. Es wird erhofft, dass antientzündliche Omega-3-Fettsäuren, wenn sie in Form von Phospholipiden gegeben werden, rascher und vollständiger von Tumorzellen aufgenommen werden als die gleichen Fettsäuren, die als Triglyceride gegeben werden (Fischöle). Zur Untersuchung der Effekte von marinen Phospholipiden auf den Gewichtsverlust, den Appetit und die Lebensqualität sollen insgesamt 80 Pankreaskarzinompatienten (40 post-operative Patienten und 40 palliativ behandelte Patienten) über 6 Wochen täglich 1,5 g MPL oder, als Vergleichsgruppe, ein Fischölpräparat mit einer den Phospholipiden entsprechenden Komposition und Menge an Omega-3-Fettsäuren in identischen Kapseln erhalten.

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Studiendetails

Studienziel Gewichtsverlust (6 Wochen lang tägliche Eigenmessung, Dokumentation im Patiententagebuch)
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 80
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Wirksame Behandlung
Finanzierungsquelle Internationales Pankreaskarzinomzentrum Freiburg
Weitere Informationen Studienwebseite

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Patienten mit Pankreaskarzinom, die im Rahmen des Internationalen Pankreaskarzinomzentrums Freiburg betreut werden:
  • Post-operativ: Patienten, die 4 Wochen nach Pankreasresektion wieder normal ernährt werden können
  • Palliativ: Patienten, die Chemotherapie oder Best Supportive Care erhalten
  • Alter größer/gleich 18 Jahre
  • Patienten mit einer minimalen Lebenserwartung von mindestens 3 Monaten
  • Vorliegen einer schriftlichen Einwilligungserklärung nach Patientenaufklärung
  • Patienten mit tumorassoziiertem Gewichtsverlust von größer/gleich 5 % seit Erstdiagnose
  • Karnofsky-Index größer/gleich 60 %

Ausschlusskriterien

  • Patienten mit einer bekannten Allergie gegen Fisch und Meeresfrüchte
  • Patienten, die nicht oral ernährt werden können
  • Patienten, die mehr als 15 % ihres Körpergewichts seit Erstdiagnose verloren haben
  • Patienten mit bekannten Resorptionsstörungen, die nicht durch Enzymsubstitution (z.B. Kreon®) zu beheben sind
  • Patienten, die an Gerinnungsstörungen leiden (29)
  • Patienten, die bereits regelmäßig Omega-3-Präparate oder andere Nahrungsergänzungsmittel sowie Medikamente zu sich nehmen, die die Aussage der Studie beeinträchtigen können
  • Patienten, die an schweren Begleiterkrankungen leiden
  • Patienten mit psychiatrischen oder ZNS-Erkrankungen, die die Einwilligungsfähigkeit beeinträchtigen könnten
  • Patienten, die bereits an anderen klinischen Studien teilnehmen

Adressen und Kontakt

An dieser Studie können Sie leider nicht mehr teilnehmen. Hier finden Sieaktuelle Bauchspeicheldrüsenkrebs-Studien.

Häufig gestellte Fragen

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Die Tumorkachexie ist eine spezielle Form der Mangelernährung, die bei bis zu 80 % der Pankreaskarzinompatienten auftritt und begleitet ist von einer systemischen Entzündungsreaktion. Tumorkachexie tritt meist in fortgeschrittenem Erkrankungsstadium auf, oft begleitet von Appetitlosigkeit, und beeinträchtigt sowohl die Lebensqualität als auch die Lebenserwartung. Die der Kachexie zugrunde liegende systemische Entzündungsreaktion steht mit dem Fettsäuremetabolismus in engem Zusammenhang. Dabei wichtige Zytokine, wie das IL-1, IL-6 und TNFalpha, induzieren die Enzymaktivität der Phospholipasen A2, welche unter anderem die n-6-FS Arachidonsäure (AA) aus Membran-Phospholipide spalten. Aus AA werden durch die COX Enzyme pro-inflammatorische Eicosanoide synthetisiert, welche unter anderem als Vermittler der Kachexie bei Patienten mit Pankreaskarzinom gelten. N-3-FS konkurrieren mit der n-6-FS AA um die gebundene Position in den Phospholipiden der Zellmembranen sowie um die Umsetzung durch COX. Aus n-3-FS entstehen hauptsächlich anti-inflammatorische Eicosanoide. Eine Anreicherung von n-3-FS in den Zellmembranen kann daher zu einer Verminderung der pro-inflammatorischen Eicosanoide führen. N-3-FS, die oral als Phospholipide verabreicht werden, werden im Darm auf andere Weise verstoffwechselt als Triglyceride. In vitro Studien mit Zelllinien aus soliden Tumoren haben die Aufnahme von Phospholipiden in die Zellen und die erwünschte Änderung der FS-Muster in der Zellmembran bestätigt. Daher soll in dieser Studie der Effekt von marinen Phospholipiden (MPL) auf Gewichtsverlust, Appetit und Lebensqualität bei Pankreaskarzinompatienten mit Fischöl verglichen werden. Insgesamt sollen 80 Patienten (40 post-operativ und 40 palliativ) täglich entweder 1,5 g MPL oder Fischöl mit gleicher Fettsäurekomposition über 6 Wochen einnehmen. Die Zuteilung zu den Behandlungsgruppen erfolgt stratifiziert randomisiert und doppelblind.

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