Beschreibung der Studie

Das Wiskott-Aldrich Syndrom (WAS) ist eine angeborene Störung des Abwehrsystems und äußerst sich durch wiederkehrende Infektionen, Ekzeme, Blutungsneigung. Außerdem besteht eine Neigung zur Entwicklung von bösartigen Lymphomen (Lymphknotenkrebs). Patienten mit WAS weisen Veränderungen in einem Gen (WASP) auf, welches in allen Zellen des blutbildenden Systems abgelesen wird. Eine fehlerhafte Version dieses Gens führt zu einer Funktionsstörung der weißen Blutkörperchen und der Blutplättchen. Obwohl sich die Therapie des WAS in den letzten Jahren deutlich verbessert hat, sterben die meisten Patienten mit WAS immer noch im Jugend- bzw. frühen Erwachsenenalter an den Komplikationen des Immundefektes. Die einzige langanhaltende Behandlungsmethode stellt die Transplantation von Blutstammzellen dar. Diese hat jedoch einige bedeutende unerwünschte Nebenwirkungen. Ziel dieser Pilotstudie ist die Durchführbarkeit, Sicherheit und Wirksamkeit des genetischen Therapieansatzes zur Korrektur des Gendefektes bei Patienten mit Wiskott-Aldrich-Syndrom (WAS) zu untersuchen. Dem Patienten werden Blutstammzellen entnommen. In diese Stammzellen wird eine korrigierte Version des defekten WASP-Gens mit Hilfe der sog. Genfähren eingebracht. Als Genfähren dienen Retroviren, die Erbmaterial in das Erbmaterial der Zelle einschleusen können. Zwischenzeitlich wird eine milde vorbereitende Chemotherapie mit einem Medikament (Busulfan) durchgeführt, um die spätere Einnistung der Blutstammzellen zu sichern. Anschließend werden die genetisch veränderten Blutstammzellen dem Patienten über eine Bluttransfusion wieder zugeführt. Nach ca. 10-14 Tagen ist mit einem Anwachsen der genetisch korrigierten Zellen zu rechnen.

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Studiendetails

Studienziel 1. Durchführbarkeit einer ex-vivo-Genmarkierung von autologen hämatopoetischen Zellen, die zur kurzfristigen und langfristigen Hämatopoese nach partiell myeloablativer Konditionierung fähig sind 2. Sicherheit des retroviralen Gentransfers in hämatopoetische Stammzellen, insbesondere durch den Nachweis der Abwesenheit replikationskompetenter Retroviren und der Bestimmung insertioneller Mutagenese nach Transfusion genetisch modifizierter Stammzellen 3. Wirksamkeit der WASP-Rekonstitution im hämatopoetischen System durch Nachweis der Wiederherstellung immunologischer Effektorfunktionen, Normalisierung der Blutparameter und Reduktion infektiologischer Komplikationen
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up läuft noch
Studienphase 1 bis 2
Zahl teilnehmender Patienten 15
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Finanzierungsquelle Deutsche Forschungsgemeinschaft e.V.

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Klassisches Wiskott-Aldrich-Syndrom dokumentiert durch molekulare Analyse des WASP-Gens. Patienten mit residueller Proteinexpression können dann in die Studie aufgenommen werden, wenn sie mindestens eine Episode einer lebensbedrohlichen Komplikation (schwere Infektion oder Blutung) erlitten haben.
  • Alter über 12 Monate
  • Kein Hinweis auf maligne Erkrankung (Lymphomausschluss durch Ultraschall Abdomen, Rö-Thorax, Knochenmarkzytologie)
  • Dokumentation des informed consent bzw. informed assent durch Patienten bzw. ihre gesetzlichen Vertreter
  • Ausreichende Anzahl vitaler CD34+ cells (>1 x 10e5 CD34+ cells /kg Körpergewicht) isoliert aus Knochenmark oder aus mobilisierten Apheresepräparaten

Ausschlusskriterien

  • WASP-Mutationen im Rahmen einer Kongenitalen Neutropenie (GBD-Mutationen) oder kongenitale Thrombozytopenie (XLT)
  • Positives Screeningergebnis für WASP provirale Sequenzen durch PCR Analyse oder Nachweis von replikationskompetenten Retroviren durch PCR-Nachweis von GALV-Hüllproteinsequenzen oder eines positiven S+L-Assays
  • Gleichzeitige Teilnahme in einer anderen Studie mit neuen Prüfsubstanzen
  • Physische, psychische oder kognitive Konstitution der Patienten bzw. ihrer gesetzlichen Vertreter, die die Erteilung eines adäquaten informed consent oder das befolgen des Studienprotokolls unmöglich erscheinen lassen

Adressen und Kontakt

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Häufig gestellte Fragen

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Das Wiskott-Aldrich-Syndrom (WAS) ist eine seltene genetische Immundefekterkrankung, die sich durch rezidivierende Infektionen, eine Thrombozytopenie, schwere Ekzeme und eine Prädisposition zu malignen Lymphomen manifestiert. Ohne allogene Knochenmarktransplantation, gegenwärtig die Therapie der Wahl, verläuft die Erkrankung immer letal. Die Transplantation hämatopoetischer Stammzellen birgt zudem das Risiko erheblicher unerwünschter Nebenwirkungen. Daher soll in dieser Pilotstudie die Durchführbarkeit, Sicherheit und Wirksamkeit eines genetischen Therapieansatzes zur Korrektur des Gendefektes bei Patienten mit WAS untersucht werden. Die Studie basiert auf neuen Erkenntnissen und technologischen Entwicklungen, welche die Gentransfereffizienz in präklinischen Modellsystemen deutlich verbessert haben. CD34-positive hämatopoetische Stammzellen werden aus dem Knochenmark oder nach G-CSF vermittelter Mobilisierung aufgereinigt und nach Zytokinstimulation mit GALV-pseudotypisierten Retroviren transduziert. Die Retroviren enthalten eine korrigierte Version des humanen WASP-Gens. Die Patienten werden mit einem partiell myeloablativen Konditionierungsregime (Busulfan) vorbehandelt und dann mit den korrigierten autologen hämatopoetischen Stammzellen transfundiert.

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