Beschreibung der Studie

Nahezu die Hälfte der in Heimen lebenden älteren Menschen erhält bisher keine ausreichende Schmerztherapie. Viele Heimbewohner zeigen außerdem Einschränkungen der Hirnleistung. Diese erschweren erheblich die Schmerzerkennung und damit auch deren Therapie. Eine eigens entwickelte Handlungsanweisung zur Schmerzerkennung und Einschätzung bei geriatrischen Patienten soll hier Abhilfe schaffen. Insgesamt 6 Pflegeheime in Ulm, Heidelberg und Berlin beteiligen sich an der Studie. Drei Pflegeheime erhalten eine ausführliche Schulung zur neuen Handlungsanweisung. In Abhängigkeit von der Hirnleistung wählen die Pflegekräfte dann gemäß der Handlungsanweisung das am besten geeignete Schmerzerfassungsinstrument aus. Die drei übrigen Pflegeheime stellen die Kontrollgruppe dar und verfahren in der Schmerzerfassung und -behandlung wie bisher. Die Anzahl der erkannten Schmerzpatienten und die daraus resultierenden Therapien sollen vor und nach Einführung der Handlungsanweisung erhoben werden. Ziel der Studie ist die Verbesserung der schmerztherapeutischen Versorgung.

Studie via E-Mail versenden

Studiendetails

Studienziel Erfassung des diagnostischen Nutzens: Rate der erkannten Schmerzpatienten, gemessen anhand der Anzahl angegebener Schmerzpatienten, angelegter Dokumentationsbögen oder durchgeführter Schmerztherapien. Schmerzerkennungsrate: Anzahl identifizierter Schmerzpatienten bis zum Zeitpunkt acht Wochen nach der Schulung im Vergleich zu unmittelbar vor der Schulung.
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 350
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Wirksame Behandlung
Finanzierungsquelle Bethesda Geriatrische Klinik Ulm, Akademisches Krankenhaus der Universität Ulm

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Alle Pflegeheimbewohner, unabhängig von der Hirnleistung

Ausschlusskriterien

  • Fehlende Zustimmung zur Studienteilnahme

Adressen und Kontakt

An dieser Studie können Sie leider nicht mehr teilnehmen. Hier finden Sieaktuelle Schmerz-Studien.

Häufig gestellte Fragen

In unserem übersichtlichen Ratgeber finden Sie alle Antworten zu Fragen über klinische Studien.

Ratgeber öffnen

Bis zu 50% der in Heimen lebenden älteren Menschen erhalten bisher keine suffiziente Schmerztherapie. Etwa ¾ aller Heimpatienten zeigen dabei mehr oder weniger deutliche Hirnleistungsstörungen. Diese erschweren erheblich die Schmerzerkennung und Therapieeinstellung. Bisherige Erfahrungen in der Schmerzerfassung bei älteren Menschen zeigen, dass aus diesem Grund ein abgestuftes Assessmentsystem, in Abhängigkeit von der Hirnleistungsfähigkeit, vermutlich den besten Zugang zu einer suffizienten Schmerzerfassung darstellt. Ein an der Bethesda Geriatrische Klinik Ulm neu eingeführter dreistufiger Algorithmus zur Schmerzerkennung und Einschätzung bei geriatrischen Patienten (Numerische Rating Skala [NRS], Verbale Rating Skala [VRS] und BESD [BEurteilung von Schmerz bei Demenz]) soll nun erstmals, im Rahmen eines Subprojektes der SHELTER-Studie [Services and Health for Elderly in Long TERm care], in Pflegeheimen angewandt werden. Entsprechend einem Warte-Kontroll-Design werden 6 beteiligte Heime in Ulm, Heidelberg und Berlin einer Interventionsgruppe oder Kontrollgruppe zugelost. Die Interventionsgruppe erhält nach Aufnahme des Basisassessments eine Schulung zum Thema Schmerz, einschließlich Einführung des Schmerzalgorithmus. Die Kontrollgruppe erhält zum gleichen Zeitpunkt ebenfalls eine Schulung zum Thema Schmerz, allerdings ohne spezifische Empfehlungen im Sinne des Algorithmus. Nach einem halben Jahr erhält die Kontrollgruppe eine Einführungsschulung zum Algorithmus; die ursprüngliche Interventionsgruppe erhält eine Wiederholungsschulung zur Vertiefung. Vor der Schulung, sowie jeweils 8 Wochen nach den Schulungen erfolgt, neben den im Rahmen des Hauptprojektes (SHELTER) erhobenen Daten, die Dokumentation der Anzahl der Schmerzpatienten und deren Schmerztherapie. Unter der Annahme, dass eine schmerztherapeutische Unterversorgung besteht, sollen durch Einführung eines Algorithmus zur Schmerzerfassung Schmerzen besser erkannt und damit auch therapiert werden. Die Wahl des Schmerzerfassungsinstrumentes erfolgt dabei durch die Pflegekräfte aufgrund ihrer fachlichen Einschätzung. Zusätzlich erfolgt eine Erhebung bezüglich der Akzeptanz und Praktikabilität des Algorithmus bei den Anwendern der Messinstrumente. Die Schmerzerkennung und damit auch die Schmerztherapie geriatrischer Patienten soll so verbessert werden.

Quelle

Sponsoren: Registrieren Sie sich auf Viomedo, um Ihre Studien zu veröffentlichen.

Annotation headline

Annotation Synonyms

Annotation text

Weiterlesen Quelle: