Beschreibung der Studie

Nach lungenresezierenden Eingriffen z.B. wegen eines Bronchialkarzinoms kann die Notwendigkeit einer verlängerten postoperativen Beatmung bestehen. Insbesondere Patienten mit eingeschränkter Lungenfunktion unterliegen einem erhöhten Risiko einer verlängerten Nachbeatmung. Dies geht mit einer erhöhten Sterblichkeit und Komplikationsrate einher. Hierbei sind insbesondere wiederholte Reintubationen sowie nachfolgend Tracheotomien, Lungenentzündungen und die erhöhte Wahrscheinlichkeit für weitere durch die Immobilität bedingte Erkrankungen während des Intensivstationaufenthalts zu erwähnen. Die nicht-invasive (Masken-) Beatmung hat im Vergleich zur invasiven (endotrachealen) Beatmungstechnik bei Patienten mit internistischen Erkrankungen eine Verminderung der Komplikationen gezeigt. Dieser positive Effekt wurde auch bei Patienten mit bauchchirurgischen Eingriffen nachgewiesen, jedoch liegen bislang keine Untersuchungen an Patienten nach lungenresezierenden Eingriffen vor, bei denen die postoperative Lungenfunktion deutlich eingeschränkt sein wird. Ziel dieser Studie ist es zu untersuchen, ob Patienten nach lungenchirurgischen Eingriffen (Lobektomie, Bilobektomie, Pneumonektomie) mit eingeschränkter Lungenfunktion von einer nicht-invasiven Beatmung hinsichtlich der Intubationsdauer, der Dauer des Intensivaufenthaltes sowie der Entwicklung von Pneumonien profitieren.

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Studiendetails

Studienziel Reintubations-Rate und Mortalität innerhalb der ersten 30 Tage postoperativ
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 40
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Wirksame Behandlung
Finanzierungsquelle Klinik und Poliklinik Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie Universitätsmedizin Göttingen

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Geplanter lungenresezierender Eingriff (Segmentektomie, Lobektomie, Bilobektomie, Pneumonektomie)
  • Erwartete prädiktive postoperative Lungenfunktion (ppoFEV1) zwischen 1,0 l * sec-1 und 1,5 l *sec-1
  • Präoperative maximale Sauerstoffaufnahme VO2max größer 10 ml * min-1 * kgKG-1

Ausschlusskriterien

  • Signifikante Herzerkrankung (KHK, Myokardinfarkt < 6 Wochen)
  • ppoFEV1: < 1,0 l * sec-1
  • Präoperative VO2max < 10 ml * min-1 * kgKG-1
  • Alter <18 Jahre
  • Karnofsky Index < 50 oder ECOG-WHO Skala >2
  • Nicht - Vorlage der Einwilligung

Adressen und Kontakt

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Häufig gestellte Fragen

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Nach thoraxchirurgischen Eingriffen ist der pulmonale Gasaustausch einerseits durch die Resektion von Lungenparenchym sowie andererseits durch die Depression der Atemfunktion - induziert durch Narkotika und durch die Schmerzsymptomatik - reduziert. Pneumonien, Atelektasen, vermehrte Schleimsekretion, bronchopulmonale Fistelbildung, etc. führen zu verlängerter Rekonvalenszenz und zur erhöhten Mortalität und Morbidität. Mortalitätsraten werden für Lobektomien mit 2-5% und für Pneumonektomien mit 8-10% angegeben. Respektiv werden die Morbiditätsraten für Lobektomien mit 24% und für Pneumonektomien mit 26% angegeben. Prädiktoren für einen komplizierten postoperativen Verlauf sind neben dem Alter und der kardialen Komorbidität insbesondere die eingeschränkte Lungenfunktion. Beim Eintreten von postoperativen pulmonalen Komplikationen steigt die Mortalität auf 50 bis zu 80% an. Der Einsatz der nicht-invasiven Beatmung (non-invasive ventilatory support - NIVS), d.h. die künstliche Beatmung ohne Anwendung eines endotrachealen Tubus bietet viele Vorteile. Sie verbessert den Gasaustausch und verringert das Eintreten von Komplikationen. Einerseits können Stimmbandverletzungen sowie tiefe Atemwegsinfektionen vermieden werden. Andererseits ist der Patient wach und ansprechbar, kann den alltäglichen Verrichtungen (Essensaufnahme, Sprechen, Schlucken) nachgehen und den physiologischen Atemvorgang (Husten, Lufterwärmung und Befeuchtung) aufrecht halten. Limitationen der nicht-invasiven Beatmung sind neben der hämodynamischen Instabilität eine persistierende Ateminsuffizienz. Weiterhin können Vigilanzstörungen des Patienten und mangelnde Anwendungstoleranz relative Kontraindikationen darstellen. Dies erfordert dann die endotracheale Intubation. Durch den Einsatz der nicht-invasiven Beatmung wird eine schnellere Rekonvaleszenz und eine Verringerung der Letalität erreicht. Dies wurde bei akuten internistischen Erkrankungen, insbesondere bei Patienten mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) und kardial-bedingtem Lungenödem nachgewiesen. Hier konnten die Komplikationsraten zum Teil deutlich reduziert werden. So war die Intubationsrate von 74 auf 26% verringert, der Krankenhausaufenthalt von 35 auf 17 Tage verkürzt und die Sterblichkeit von 31 auf 9% reduziert. Nach abdominal-chirurgischen Eingriffen konnte eine nicht-invasive Lungenbeatmung ebenfalls positive Ergebnisse auf die Lungenfunktion erzielen (Steigerung des FEV1 und FVC). Ein verbesserter Gasaustauch wurde auch nach thoraxchirurgisch lungenresezierenden Eingriffen aufgezeigt. Bei akuter postoperativ aufgetretener respiratorsicher Insuffizienz nach lungenresezierendem Eingriff konnte eine deutlich reduzierte Mortalität (von 38 auf 12%) beobachtet werden13. Komplikationen durch die Maßnahme der nicht-invasiven Beatmung hinsichtlich kardialer Nebeneffekte, Totraumventilation oder pleuraler Leckagen wurden in den meisten Studien nicht gesehen. In einer Untersuchung bei Patienten nach Eingriffen mit der Herz-Lungen-Maschine (Aortocoronare Bypassoperation und Aortenklappenersatz) wurden verbesserte hämodynamische Daten mit Steigerung der kardialen Pumpleistung und der Urinproduktion festgestellt. Nach lungenresezierenden Eingriffen ist eine Extubation direkt postoperativ häufig, eine notwendige verlängerte Nachbeatmung führt zu einer erhöhten Morbidität und Mortalität. Ebenso sind besonders die Patienten gefährdet, bei denen die Lungenfunktion bereits präoperativ eingeschränkt ist beziehungsweise bei denen postoperativ eine deutlich eingeschränkte Lungenfunktion zu erwarten ist. Der Anteil dieser Patienten ist steigend. Die nicht-invasive Beatmung bietet in dieser Patientengruppe möglicherweise einen therapeutischen Ansatz zur Verbesserung des pulmonalen Gasaustausches, der Vermeidung von Atelektasen und Pneumonien. Auswirkungen auf die Morbidität und Mortalität wurden bei diesen Hochrisiko-Patienten bisher nicht eingehend untersucht.

Quelle

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