Beschreibung der Studie

Beim metastasierten Nierenzellkarzinom sind die klassischen Behandlungsstrategien wie Chemotherapie, Hormontherapie oder Bestrahlung zumeist wirkungslos. Die besten Ergebnisse werden durch eine Immuntherapie erreicht, wobei Botenstoffe des Immunsystems wie Interleukin-2 (IL-2) und Interferon-alpha körpereigene Abwehrzellen stimulieren. Bei dieser Form der Immuntherapie wird eine unspezifische Immunstimulation induziert. Leider gelingt dies nur bei einem relativ kleinen Teil der Patienten, so dass verbesserte Therapieansätze dringend benötigt werden. In den letzten Jahren sind neue Verfahren entwickelt worden, um eine möglichst spezifische Immunantwort gegen Tumorzellen zu induzieren. Dies wird insbesondere durch Impfung mit modifizierten Tumorzellen erreicht. Meistens sind die Tumorzellen jedoch nicht ausreichend „immunogen“, d. h., sie werden vom Immunsystem nicht richtig erkannt, sondern wie normale Zellen „geduldet“. Um diese Duldung durch das Immunsystem (Toleranz) zu brechen, versucht man die Tumorzellen genetisch zu verändern, so dass sie eine verstärkte Immunantwort hervorrufen. In der vorliegenden Studie wird eine Zelllinie verwendet, die aus einem Patienten mit Nierenzellkarzinom stammt. In diese Tumorzellen wurden die Gene für IL-2 und ein kostimulatorisches Molekül B7.1 (CD80) eingeschleust. Diese gentechnisch veränderten Zellen sind in der Lage, im Reagenzglas eine starke Immunantwort zu induzieren. In zahlreichen Tierexperimenten ist gezeigt worden, dass eine Impfung mit solchen genetisch veränderten Zellen das Tumorwachstum verhindern kann. Ziel dieser Studie ist es, festzustellen, ob diese Impfung sicher und verträglich in ihrer Anwendung ist, und ob es zu einer Verstärkung der gegen den Tumor gerichteten Abwehrreaktion kommt.

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Studiendetails

Studienziel Sicherheit, Toxizität: Sicherheit und Toxizität der Vakzinebehandlung wird von Beginn an nach der ersten Vakzinierung bis zu 3 Monate nach der letzten von 10 Vakzinierungen bestimmt durch den Bericht von Nebenwirkungen. Diese basieren auf Überprüfung der vitalen Kapazität, spontanen Berichten, der Geschichte des Patienten und der körperlichen Überprüfung, die ein Ruhe-EKG über 12 Ableitungen, die Bestimmung von Auto-Antikörpern (anti-nukleäre, anti-mitochondriale, anti-thyroide Antikörper), anti-HLA-Antikörper, Standard-Labortests sowie die Überprüfung der DTH (delayed-type of hypersensitivity)-Reaktion umfasst.
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Studienphase 1
Zahl teilnehmender Patienten 15
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Finanzierungsquelle Bundesministerium für Bildung und Forschung Projektträger Deutsche Luft- und Raumfahrt Gesundheitsforschung

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Histologisch gesichertes metastasiertes Nierenzellkarzinom (Stadium IV Holland/Robson)
  • Patienten müssen HLA-A*0201 positiv sein
  • ECOG 0-1
  • Lebenserwartung > 3 Monate
  • Alter > 18 bis < 75 Jahre
  • Intervall zwischen letzter Therapie und Aufnahme in die Studie sollte mindestens 3 Monate sein
  • Intervall zwischen Operation und Aufnahme in die Studie sollte mindestens 4 Wochen sein
  • Mindestens eine evaluierbare Markerläsion sollte vorhanden sein (außer Knochen- und Hirnmetastasen)
  • Unterzeichnete Aufklärungs- und Einwilligungserklärung

Ausschlusskriterien

  • Schwangere und stillende Frauen
  • Hinweis auf eine aktive Autoimmunerkrankung
  • Hinweis auf schwere Allergie
  • Systemische Kortikoidtherapie oder andere immunsuppressive Therapien
  • Patienten mit Organtransplantaten
  • HIV positive Patienten
  • Aktive systemische Infektion oder andere schwerwiegende Herz- oder Lungenerkrankungen oder psychiatrische Erkrankungen
  • Aktive Gehirnmetastasen
  • Serumkreatinin > 2.5 mg /dl
  • Bilirubin > 3.0 mg /dl, Transaminasen > 100 U/L
  • WBC < 2500 / mm^3, Hämoglobin < 7.5 g /dl oder Thrombozyten < 100.000 / mm^3
  • Hinweis auf andere maligne Tumoren in den letzten 5 Jahren
  • Verwendung nicht-geprüfter biologischer Agenzien wie Mistelextrakt, lebende Zellen, Zellextrakte oder andere das Immunsystem stimulierende Agenzien

Adressen und Kontakt

An dieser Studie können Sie leider nicht mehr teilnehmen. Hier finden Sieaktuelle Nierenkrebs-Studien.

Häufig gestellte Fragen

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Bis zu 30 % der Patienten weisen bereits zum Zeitpunkt der Diagnose Metastasen auf. Auch nach partieller oder radikaler Nephrektomie entwickeln sich bei 20-40 % der Patienten metachronisch die Metastasen. Die klassischen adjuvanten Behandlungsstrategien wie Chemotherapie, Bestrahlung und Hormontherapie sind zumeist wirkungslos. Die kombinierte Zytokin-basierte Immunchemotherapie war lange Zeit Standard, bis kürzlich die small molecule Kinaseinhibitoren und Angiogeneseinhibitoren entwickelt wurden. Obgleich eine initiale Verlangsamung des Tumorwachstums erreicht werden konnte, waren die Tumoren selten regredient und die meisten Patienten entwickelten Therapieresistenz. Daher ist es weiterhin dringend erforderlich, für die Patienten mit metastasierender Erkrankung eine Therapieoption zu finden. Die allogene Tumorzelllinie RCC-26 weist eine natürliche Immunogenität auf, die nach genetischer Modifikation durch Expression des kostimulatorischen Moleküls CD80 und durch die Sekretion von Interleukin-2 verstärkt werden konnte. In einer klinischen Phase I Studie sollen nun die RCC-26/CD80/IL-2 Vakzinezellen auf Sicherheit und Toxizität bei Patienten mit metastasierender Erkrankung (mRCC) geprüft werden. Fünfzehn HLA-A*0201 positive Patienten mit mindestens einer Metastase werden eingeschlossen. Die bestrahlten Vakzinezellen werden in einer ansteigenden Dosis von 2.5, 10 und 40 x 10^6 Zellen über einen Zeitraum von 22 Wochen appliziert. Primäre Studienparameter sind Sicherheit und Toxizität. Sequentiell werden Blutproben für die Detektion Tumorantigen-assoziierter spezifischer Effektorzellen anhand unterschiedlicher Immunmonitoirng-Technologien entnommen.

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