Beschreibung der Studie

Störungen des Sozialverhaltens (CD) und die Störung mit oppositionellem Trotzverhalten (ODD) führen häufig zur Platzierung in Jugendhilfeeinrichtungen. Die Folgen von CD/ODD sind für Patienten, aber auch betroffene Familien, Lehrer und die Gesellschaft sehr negativ. Obwohl die Zahl weiblicher Jugendlicher mit ernsthaftem aggressivem Verhalten ansteigt, hat sich die Mehrheit der bisherigen Studien auf männliche Teilnehmer konzentriert. Das Gesundheitssystem wird den Bedürfnissen von Kindern und Jugendlichen mit CD/ODD aktuell nicht ausreichend gerecht. Die Entwicklung effektiver Behandlungsangebote ist dringend notwendig, um negative Entwicklungsperspektiven zu verhindern (persistierende Aggressionsproblematik, Teenager-Schwangerschaften, Schulabbrüche, Drogenmissbrauch, Delinquenz). Das von der EU finanzierte Forschungsprojekt setzt sich zum Ziel, die Ursachen sowie Behandlungsmöglichkeiten von CD/ODD besonders bei weiblichen Jugendlichen im Alter von 12-20 Jahren zu untersuchen. Ziel dieses Teilprojekts ist die Überprüfung der Wirksamkeit eines 12-wöchigen Gruppentrainingsprogramms zur Verbesserung der Emotionsregulation für Mädchen mit CD/ODD, die aufgrund Ihrer Verhaltensproblematik in einer stationären Jugendhilfeeinrichtung untergebracht sind. Neben der Überprüfung der Effektivität interessiert die Frage, ob sich die Effekte auf unterschiedlichen Ebenen nachweisen lassen: Können die Mädchen nach der Therapie die gelernten Strategien anwenden? Haben Sie eine verbesserte Emotionsregulation und verarbeitet das Gehirn nach dem Training negative Emotionen besser? Deshalb werden Veränderungen nicht nur mit Hilfe von Fragebögen erfasst, sondern auch mit neurowissenschaftlichen Methoden. Darüber hinaus wird untersucht, welche Mädchen von der Intervention profitieren und welche nicht.

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Studiendetails

Studienziel Pre-post Veränderung in der Anzahl an CD/ODD Symptomen beurteilt anhand eines standardisierten, strukturierten psychiatrischen Interviews nach DSM-IV-TR Diagnosekriterien (K-SADS-P, CD/ODD section) zwischen Baseline und Post-Intervention (innerhalb von 2 Wochen nach Ende der 12-wöchigen Intervention) sowie zwischen Baseline und 3 Monate Follow-up.
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 128
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Finanzierungsquelle Directorate-General for Research and Innovation European Commission
Weitere Informationen Studienwebseite

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Aktuelle CD (DSM 312.8) oder ODD (DSM 313.81) Diagnose, ausreichende Schreib- und Lesefähigkeiten (deutsch oder niederländisch), schriftliches Einverständnis und Einverständnis des Erziehungsberechtigten (für Teilnehmer < 18 Jahre, je nach gesetzlicher Regelung des entsprechenden Landes) (muss vor der dem Einschluss in die Studie vorliegen)

Ausschlusskriterien

  • Aktuelle oder Lebenszeitdiagnose der Autismusspektrumstörung gemäß ICD-10, DSM-IV-TR oder DSM-5, aktuelle oder Lebenszeitdiagnose der Schizophrenie gemäß ICD-10, DSM-IV-TR or DSM-5, aktuelle Diagnose der Bipolaren Störung oder Manie gemäß ICD-10, DSM-IV-TR oder DSM-5, Fetales Alkoholsyndrom (FAS) gemäß ICD-10, DSM-IV-TR oder DSM-5, bekannte monogenetische Störung, genetisches Syndrom (z.B. Fragile-X-Syndrom, Down’s Syndrom, Prader-Willi-Syndrom), chronische oder akute neurologische Störung, z.B. zerebrale Lähmung, motorische Probleme aufgrund von motorischer oder Stoffwechselstörung, aktuelle Behandlung der Epilepsie, Vorgeschichte von mittlerer bis schwerer traumatischer Hirnverletzung (milde traumatische Hirnverletzung ohne Bewusstseinsverlust ist kein Ausschlusskriterium), valider Hinweis auf IQ < 70 (z.B. Sonderschule, bestehende Testergebnisse), schwere Krankheit/Beschwerden, welche die Therapie beeinträchtigen, inkl. Suizidgedanken, gleichzeitige gruppenbasierte psychotherapeutische Behandlung

Adressen und Kontakt

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Häufig gestellte Fragen

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Störung des Sozialverhaltens (CD) (gemäss DSM-IV-TR 312.8; ICD-10 F91, F92), eine psychische Störung in der Kindheit und Jugend, ist charakterisiert durch wiederholte Muster des Regelbrechens, aggressives oder aufsässiges Verhalten, welches altersunangemessen ist, mit enormen Kosten für das Individuum und die Gesellschaft. Für Betroffene besteht ein hohes Risiko einer Fortsetzung der Störung im Erwachsenenalter, und eine persistierende antisoziale Persönlichkeitsstörung oder Anpassungsprobleme zu entwickeln. In Übereinstimmung mit ICD-10 und den NICE Leitlinien (2013) wird die Störung mit oppositionellem Trotzverhalten (ODD) unter dem Begriff 'Verhaltensstörungen' zusammengefasst (gemäss ICD-10 F91.3, DSM-IV-TR 313.81), der sich auf alle Varianten von aggressivem Verhalten und Verhaltensproblemen bezieht. Das zentrale Defizit bei CD und ODD zeigt sich in Schwierigkeiten der Emotionsregulation, welche bei der Entwicklung von Interventionsprogrammen berücksichtigt werden sollte. Aktuell sind Behandlungsprogramme in der mittleren Kindheit und Jugend nicht weitgehend implementiert und evaluiert, obwohl die Jugendzeit eine der Schlüsselperioden zur Intervention ist, besonders bei Mädchen mit CD aufgrund des späten Beginns. Es gibt einen international anerkannten Mangel an randomisiert kontrollierten Studien (RCTs), welche die Wirksamkeit neuer, vielversprechender und innovativer Interventionsprogramme bei weiblichen Jugendlichen mit CD untersuchen. Die Implementierung eines kognitiv-behavioral, dialektisch-behavioral orientierten Behandlungsprogramms (START NOW) für weibliche Jugendliche mit CD wird der wiederholt formulierten Forderung gerecht integrative Interventionsansätze zu entwickeln, welche theoriegeleitet sind, auf zentrale Defizite bei CD Patienten abzielen und geschlechtsspezifische Strategien und Materialien anwenden. In der geplanten RCT Studie wird zum ersten Mal systematisch die Wirksamkeit von START NOW, bezüglich der Emotionsregulation weiblicher CD Patienten, untersucht.

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