Beschreibung der Studie

Seit den 1980er Jahren gehört die Lebertransplantation (LTX) zur Behandlung von Lebererkrankungen im Endstadium weltweit zur Methode der Wahl. Mit dem sogenannten MELD-Score (Model for End-stage Liver Disease) wird die Dringlichkeit einer Transplantation angegeben, jedoch sagt er nichts über deren Erfolgsaussichten aus. Ein Konstrukt, das zur Einschätzung der Erfolgswahrscheinlichkeit einer LTX beitragen könnte, ist die "Gebrechlichkeit". Mit ihrer Hilfe ließ sich die Mortalität von Lebertransplantationskandidaten auf der Warteliste unabhängig von der Schwere der Lebererkrankung vorhersagen, außerdem scheint sie auch die Lebensqualität dieser Patienten zu beeinflussen. Sollte sie sich in dieser Studie tatsächlich als ein Vorhersage-Faktor des Überlebens erweisen, so könnte durch spezifische Interventionsprogramme, die die „Gebrechlichkeit“ reduzieren, die Erfolgswahrscheinlichkeit einer LTX verbessert werden. Patienten auf der Warteliste für eine LTX sollen mit einer Testbatterie zur Erfassung der "Gebrechlichkeit" sowie mit Fragebögen und Tests zu ihrem psychischen Zustand, ihren geistigen Fähigkeiten, ihrer sozialen Unterstützung sowie ihrer Lebensqualität untersucht werden. Die Untersuchung wird während der Wartezeit halbjährlich im Rahmen der Vorstellungen in der LTX-Sprechstunde wiederholt sowie einmalig 6 Monate nach der Transplantation. Eine weitere Gruppe von Patienten wird einmalig zum Zeitpunkt mindestens 12 Monate nach LTX mit derselben Testbatterie untersucht. Fragestellungen: 1. Lässt sich durch den Grad der „Gebrechlichkeit“ die Erfolgswahrscheinlichkeit einer LTX vorhersagen?; 2. In welchem Zusammenhang stehen die verschiedenen Dimensionen der „Gebrechlichkeit“ mit den zu untersuchenden Variablen?; 3. Wie verändert sich die „Gebrechlichkeit“ während der Wartezeit und nach der LTX?; 4. Welche soziodemographischen und körperlichen Merkmale charakterisieren die Patienten mit terminalen Lebererkrankungen? Können Variablen identifiziert werden, die die „Gebrechlichkeit“ beeinflussen?

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Studiendetails

Studienziel 30-Tages-Mortalität der Patienten nach einer Lebertransplantation
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 300
Stationärer Aufenthalt Keiner
Finanzierungsquelle Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, LVR-Klinikum Essen

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • gesicherte Diagnose einer terminalen Lebererkrankung oder bereits erfolgte LTX vor mindestens 12 Monaten, Alter zwischen 18 und 80 Jahren, gute Kenntnisse der deutschen Sprache, Einwilligung zur Teilnahme an der Studie

Ausschlusskriterien

  • körperliche oder geistige Behinderung, schwere psychiatrische Erkrankungen, schwere hepatische Enzephalopathie bzw. auffälliger Befund der Flimmerfrequenz, mangelnde Deutschkenntnisse, Bettlägerigkeit

Adressen und Kontakt

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Häufig gestellte Fragen

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Das Ziel dieser Studie ist es, den Beitrag des Konzepts der Frailty („Gebrechlichkeit“) zusätzlich zum MELD-Score hinsichtlich des Erfolgs einer Lebertransplantation zu untersuchen. Da der MELD-Score keine Informationen bezüglich der Prognose nach einer LTX berücksichtigt, könnte der Einbezug der „Gebrechlichkeit“ eines Patienten zur Einschätzung der Erfolgswahrscheinlichkeit bzw. der Rekonvaleszenz nach der Transplantation einen Informationsgewinn darstellen. Diverse Studien machen den Einfluss der „Gebrechlichkeit“ auf Mortalität und Lebensqualität bei Patienten mit terminalen Lebererkrankungen im Vorfeld einer Lebertransplantation deutlich, wobei der MELD-Score in diesen Untersuchungen zwar als Kovariate untersucht wurde, jedoch keinen signifikanten Beitrag leistete. Demzufolge soll in dieser Studie der Frage nachgegangen werden, ob die „Gebrechlichkeit“ eines Patienten mit dem Erfolg einer LTX assoziiert ist und sich dieses Konzept als vom MELD-Score unabhängige prognostische Variable erweist.

Quelle

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