Beschreibung der Studie

Das Projekt „Kinder bewältigen Angst“ befasst sich mit der Behandlung von Kindern mit Angststörungen. Um herauszufinden, wie Kindern mit Angststörungen und ihren Eltern optimal geholfen werden kann, wird an sechs universitären Psychotherapiezentren (Bochum, Dresden, Marburg, Koblenz-Landau, Freiburg und Würzburg) untersucht, wie sich die Psychotherapie weiter verbessern lässt. Dabei liegt der Fokus des Projekts darauf, in wieweit es sinnvoll ist, die Behandlung auf das Kind allein zu konzentrieren oder die Eltern gleichermaßen aktiv in die Behandlung mit einzubeziehen. Teilnehmen können Kinder von 8-16 Jahren, die unter einer spezifischen Phobie, einer sozialen Angststörung oder einer Störung mit Trennungsangst leiden. Nach einer ausführlichen Diagnostikphase werden die Kinder zufällig einer von zwei Psychotherapiebedingungen zugeteilt. In einer Bedingung wird die Angstbehandlung alleine mit dem Kind und in der zweiten Bedingung mit dem Kind und den Eltern gemeinsam durchgeführt. Die Psychotherapie besteht aus einer kognitiven Verhaltenstherapie, eine Behandlungsform, welche wissenschaftlich sehr gut überprüft ist. Ziel der Studie ist es herauszufinden, welchen Einfluss der aktive Einbezug der Eltern auf den Behandlungserfolg bei Kindern mit Angststörungen hat.

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Studiendetails

Studienziel Multi-Informanten-Ansatz (Kinder, Eltern, Kliniker) Kinder-DIPS: Diagnose und Rating des Schweregrads der Diagnose Die Erhebung erfolgt vor der Therapie, nach der Therapie (nur zutreffende Diagnose) sowie im 6-Monats Follow-Up. CGI (Clinical Global Impression Scale): Globaler klinischer Eindruck/Symptomschwere BEE/BEL (Sheehan Disability Scale): Beeinträchtigung/Belastung AVAK-K/E (Angst- und Vermeidungsskala für Angstsituationen im Kindesalter): Angst, Vermeidung in spezifischen Situationen Die Erhebung erfolgt vor der Therapie,während der Therapie (jede Sitzung) nach der Therapie sowie im 6-Monats Follow-Up. LSAS-CA-SR (Liebowitz Social Anxiety Scale for Children and Adolescents (LSAS-CA)- Self-report Version: Soziale Angststörung TAVI (Trennungsangst und -vermeidungsinventar): Störung mit Trennungsangst Die Erhebung erfolgt vor der Therapie, während der Therapie (zu drei Zeitpunkten), nach der Therapie sowie im 6-Monats Follow-Up.
Status Teilnahme möglich
Studienphase 4
Zahl teilnehmender Patienten 359
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Wirksame Behandlung
Finanzierungsquelle Bundesministerium für Bildung und Forschung Dienstsitz Bonn
Weitere Informationen Studienwebseite

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • 1) Alter zwischen 8 und 16 Jahren
  • 2) Erfüllung von DSM-5 Kriterien für die Störung mit Trennungsangst, die Soziale Angststörung oder Spezifische Phobie als primäre Diagnose (sekundäre komorbide Störungen erlaubt)
  • 3) Kinder-DIPS Schweregrad >=4
  • 4) Deutsche Sprachkompetenzen
  • 5) Verfügbarkeit mindestens eines Elternteils, schriftliche Einverständniserklärung beider Elternteile und des Kindes

Ausschlusskriterien

  • 1) Andere primäre psychische Störung als die Störung mit Trennungsangst, die Soziale Angststörung oder Spezifische Phobien
  • 2) Unstabile psychotrope Medikation oder simultane Psychotherapie
  • 3) Akute Suizidalität
  • 4) Generelle medizinische Kontraindikationen

Adressen und Kontakt

Landauer Psychotherapie-Ambulanz für Kinder und Jugendliche, Koblenz-Landau

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Psychotherapeutische Ambulanz für Kinder, Jugendliche und Familien Freiburg Universität Freiburg, Freiburg im Breisgau

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Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie-Ambulanz Marburg (KJ-PAM), Marburg

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Institut für klinische Psychologie und Psychotherapie, Dresden

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Universitätsklinikum, Würzburg

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Zentrum für Kinder- und Jugendpsychotherapie am Forschungs- und Behandlungszentrum für psychische Gesundheit, Bochum

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Häufig gestellte Fragen

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Ratgeber öffnen

Im deutlichen Kontrast zu Angststörungen des Erwachsenenalters sind Angststörungen des Kindesalters signifikant weniger erforscht und das Wissen um ihre adäquate Behandlung liegt weit hinter dem Wissen bei Erwachsenen zurück. Erfolgreiche Ansätze in der psychotherapeutischen Behandlung von Angststörungen des Kindesalters enthalten Expositionsinterventionen als zentralen Therapiebaustein. Ein „hot topic“ mit unklarer Datenlage ist hierbei jedoch der Nutzen des Einbezugs der Eltern für die Behandlung von Kindern mit Angststörungen. Ziel des vorliegenden Verbundprojekts ist es, erstmals an einer hinreichend großen Stichprobe mit ausreichender Power zu prüfen, ob es störungsspezifische Effekte des Einbezugs von Eltern bei intensivierter Expositionsbehandlung von Angststörungen gibt. Hierzu werden insgesamt 400 Kinder mit einer primären Störung mit Trennungsangst, Spezifischer Phobie oder Sozialer Angststörung im Alter von 8 bis 16 Jahren behandelt. Die Kinder und ihre Eltern werden nach der Diagnosestellung per Zufall entweder einer Expositionstherapie mit oder ohne Einbezug der Eltern(jeweils 16 Sitzungen) zugewiesen. Der Therapieerfolg wird bei Therapieende und 6 Monatenach Abschluss der Behandlung über den Bericht des Kindes, der Eltern und (blinder) klinischer Diagnostiker anhand von strukturierten Interviews und Fragebogen erfasst. Erhoben werden neben der Angstsymptomatik die Depression, Lebensqualität und Selbstwirksamkeit des Kindes sowie elterliche dysfunktionale Gedanken in Bezug auf das Kind. Ein weiteres Ziel des Projekts ist es, die Rolle von Extinktionslernen als Moderator und Mediator zu untersuchen. Aktuelle Untersuchungen deuten daraufhin, dass veränderte Lern- und verlangsamte Extinktionsprozesse (oderLöschung) das Erlernen von Furcht und Angst begünstigen und somit grundlegende Charakteristika bzw. Risikofaktoren für Angststörungen sind. Eine bessere Kenntnis der veränderten Lern‐ und Extinktionsprozesse könnte langfristig zu einer Verbesserung der Therapie dieser Störungen beitragen. Konkretes Ziel dieses Projektes ist es deswegen zudem, erstmals mit Paradigmen der Kontextkonditionierung und der Cue-Konditionierung die Lern- und Extinktionsprozesse bei Kindern mit einer Angststörung zu untersuchen. Dazu werden die Verhaltens-‐ und die psychophysiologischen Mediatoren für Lern‐ und Extinktionsprozesse bei den Kindern vor und nach der therapeutischen Behandlung untersucht. Zur Überprüfung der Hypothesen wird eine Multicenterstudie in vier Städten (Bochum, Dresden, Marburg, Würzburg) durchgeführt (N=400). Patienten werden randomisiert entweder der Behandlung mit Einbezug der Eltern oder als Vergleichsbedingung der Behandlung ohne Einbezug der Eltern zugeordnet. In beiden Gruppen werden dieselben, auf die Zielsetzung der Studie angepassten Behandlungsmanuale verwendet. Als primäre Hypothesengelten:1)Die Behandlung mit Einbezug der Eltern wird der Behandlung ohne Einbezug der Eltern in primären Erfolgsmaßen zum Follow‐up Zeitpunkt überlegen sein und zwar bei Kindern mit Trennungsangst, nicht aber bei Kindern mit spezifischen Phobien oder sozialen Angststörungen. 2) In beiden Bedingungen wird die aktive Behandlungsphase bezüglich primärer und sekundärer Erfolgsmaße bei Post-und Follow-up-Messungen bessere Ergebnisse als die 4 Wochen Baseline ohne Behandlung erzielen. Als sekundäre Hypothesengelten:3)Elterliche Beteiligung hat einen größeren Einfluss bei jüngeren Kindern. 4) Elterliche Beteiligung wird bei Trennungsangst, nicht aber bei spezifischen Phobien oder sozialen Angststörungen, zu größeren Veränderungen verhaltensnaher Maße von Extinktionslernen führen. 5) Des Weiteren werden transgenerationale Effekte untersucht und die Hypothese getestet, ob Interventionen beim Kind die elterliche Psychopathologie verbessern können. Ammendment vom 01.06.2018: Das Alterskriterium wurde von 8-14 auf 8-16 Jahre erhöht. Dies hat den Zweck einerseits die Rekrutierungszahlen zu verbessern, andererseits die Patienten, die bisher im Verbundprojekt PROTECT-AD P1 (Erwachsenen Trial) eingeschlossen wurden, weiter zu versorgen,da das Projekt kurz vor Abschluss steht.

Quelle

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