Beschreibung der Studie

Das übergeordnete Ziel des Forschungsvorhabens ist die Untersuchung der Wirksamkeit einer computer-basierten Interventionsmaßnahme zur Förderung der kognitiven und emotionalen Empathie sowie der grundlegenden Identifikation eigener Emotionen von Kindern zwischen 5 und 10 Jahren mit Autismus-Spektrum-Störung. Nach aktuellem Forschungsstand sind diese Kompetenzen bei Menschen im Autismus-Spektrum schwächer ausgeprägt, so dass deren Förderung im Hinblick auf die Verbesserung des Sozialverhaltens und einer damit einhergehenden Integration der Betroffenen in deren Lebensumfeld eine große Bedeutung zukommt. Zur Untersuchung der Wirksamkeit der computer-basierten Förderung trainiert eine erwachsene Bezugsperson des Kindes als Tutor/in über 6 Wochen im Alltag mit dem Kind und der mobilen Applikation "Zirkus Empathico" (Die vorherige Trainingszeit wurde am 27.01.16 von 8 auf 6 Wochen reduziert, da die ersten Studienteilnehmer die Module der Zirkus Empathico App schneller als erwartet bearbeiteten und die Motivation über die gesamte Trainingszeit aufrechterhalten werden sollte.) Das Training fokussiert auf die Differenzierung eigener Emotionen (Modul 1), die Emotionserkennung anhand emotionaler Gesichtsausdrücke (Modul 2) und anhand kontextueller Hinweise (Modul 3) sowie auf empathisches Mitempfinden und Handeln (Modul 4). Mit dem 5. Modul werden die erworbenen Kompetenzen auf den gemeinsamen Alltag übertragen. In den Vor- und Nachuntersuchungen (T2 und Follow-up) werden die sozioemotionalen Kompetenzen des Kindes anhand von Elternfragebögen, Lehrer-/Erzieherfragebögen und Verhaltenstests erfasst. Die Ergebnisse der Trainingsgruppe werden mit einer Kontrollgruppe autistischer Kinder verglichen, welche zeitgleich gemeinsam mit einer erwachsenen Bezugsperson verschiedene Online Lernspiele zur Stärkung der Zuversicht in die eigene Person und Umwelt spielen. Es wird erwartet, dass sich die Trainingsgruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe in der Fähigkeit, den aktuellen emotionalen Zustand eines anderen Menschen zu erkennen (kognitive Empathie) und im emotionalen Mitempfindens mit anderen Menschen (emotionale Empathie) verbessert. Ferner wird erwartet, dass sich die basale Fähigkeit der Differenzierung eigener Emotionen verbessert. Durch die holistische Förderung sollte langfristig eine Steigerung des tatsächlichen Sozialverhaltens des Kindes erreicht werden.

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Studiendetails

Studienziel 1. Trainingskomponente Emotionale Empathie: Griffith Empathy Measure – GEM; dt. Adaption (Dadds, et al., 2008, Greimel, Schulte-Rüther, Kamp-Becker, Remschmidt, Herpertz-Dahlmann, & Konrad, 2011). Der Elternfragebogen GEM erfasst in insgesamt 23 Items vor allem die emotionale Empathiefähigkeit von Kindern und Jugendlichen. 2.Trainingskomponente Kognitive Empathie: Der computerbasierte Emotionserkennungstest KERMIT (Kids Emotion Recognition Multiple Images Task, Drimalla, Kirst & Dziobek, in prep.) erfasst anhand von Fotos mimisch ausgedrückter Basisemotionen die Antwortgenauigkeit und die Reaktionszeit der Emotionserkennung. Beide Instrumente werden in der Prä- (T1) und nach dem sechswöchigen Training in der Postuntersuchung (T2) sowie in der Follow-up Untersuchung 3 Monate nach Trainingsende eingesetzt.
Status Teilnahme möglich
Zahl teilnehmender Patienten 82
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Placebo
Finanzierungsquelle Humboldt- Universität zu Berlin
Weitere Informationen Studienwebseite

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Klinische Diagnose (ICD 10/DSM 5) Asperger-Syndrom / Frühkindlicher Autismus / Atypischer Autismus / Autismus-Spektrum- Störung nach DSM ;
  • chronologisches Alter: 5 – 10 Jahre 11 Monate bei Trainingsbeginn;
  • keine oder stabile Psychopharmakotherapie

Ausschlusskriterien

  • Nonverbaler IQ <=70 (Coloured progressive matrices intelligence test. Raven, Bulheller & Häcker, 2001);
  • nicht ausreichendes Sprachverständnis (verbales Alter<5;0 Jahre; Peabody Picture Vocabulary Test - Revision 4, Dt. Bearbeitung. Lenhard, Lenhard, Segerer & Suggate, 2015);
  • komorbide Psychopathologie (Schizophrenie, Bipolare Störung, Soziale Phobie, Major-Depression mit suizidalen Absichten, Persönlichkeitsstörung); starke fremd-und/oder autoaggressive Verhaltensweisen, welche den Trainingsablauf massiv stören würden;
  • neurologische Störungen (Ausnahme: gut behandelte Epilepsie);
  • andere interventionsbeeinträchtigende
  • Störungen/Erkrankungen;
  • parallele Teilnahme an Sozialkompetenztrainingsgruppen;
  • parallele Teilnahme an anderen klinischen Studien

Adressen und Kontakt

Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie Wien, Wien

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Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie des Josefinums Augsburg, Augsburg

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Autismuszentren, Autismusambulanzen, Kinder- und Jugendpsychiater, Elternvereine, Träger Einzelfallhilfen etc., deutschlandweit

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Rekrutierung über eigene Website

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Häufig gestellte Fragen

In unserem übersichtlichen Ratgeber finden Sie alle Antworten zu Fragen über klinische Studien.

Ratgeber öffnen

Für die randomisiert-kontrollierte Studie mit 82 Kindern mit Autismus-Spektrum-Störung wird angenommen, dass das sechswöchige computerbasierte und tutorgeleitete Training mit der App "Zirkus Empathico" zum Training kognitiver und emotionaler Empathie im Vergleich zu einem Training nicht-sozialer Inhalte in gesteigerter kognitiver Empathie (gemessen mit dem Emotionserkennungstest KERMIT) und emotionaler Empathie (gemessen mit dem Elternfragebogen GEM) resultiert. Weiterhin wird erwartet, dass die soziale Motivation und soziale Bewusstheit ansteigt, dass eigene Emotionen besser differenziert werden können, und dass das Wohlbefinden der Kinder im Selbst- und Elternbericht ansteigt. Die Trainingseffekte zeigen sich in den primären Maßen GEM für die emotionale Empathiekomponente und KERMIT für die kognitive Empathiekomponente direkt nach der sechswöchigen Intervention sowie im drei Monate späteren Follow-up. Als Randomisierungsverfahren wird Minimisierung mit einer Randomisierungsratio von 0.8 und 2 Stratifizierungsvariablen (verbales Alter (dreigestuft), Studienzentrum (dreigestuft)) gewählt und mittels der Software MinimPy (http://minimpy.sourceforge.net) durchgeführt. Zur Schätzung der benötigten Teilnehmerzahl wurde basierend auf den Effektstärken vorheriger Studien im Bereich computer-basiertes Training der Emotionserkennung bei Kindern (Grynszpan, Weiss, Perez- Diaz & Gall, 2014) eine Power Analyse mit dem Programm G*Power durchgeführt. Dieser wurde zum Zeitpunkt der Registrierung der Studie eine ANOVA zugrunde gelegt. Aufgrund von methodischen Überlegungen wurde sich nach Studienbeginn für einen t-Test zur T2 als Basis der Power Analyse entschieden. Bei einer angenommenen Power von 0,8, einer Effektstärke von d = 0.58 und einer angenommenen Drop-out Rate von 7% ergibt sich eine benötigte Teilnehmerzahl von 82. Am 26.07.2016 wurde die Registrierung entsprechend geändert.

Quelle

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