Beschreibung der Studie

Die geplante Untersuchung zielt darauf ab, erstmalig den Einfluss verschiedener Umgangsweisen Zwangserkrankter mit aufdringlichen Gedanken auf das Ausmaß der Einsichtsfähigkeit in die Übertriebenheit von Zwangsbefürchtungen im Alltag zu untersuchen. Es wird vermutet, dass sich die Nutzung ungünstiger Gedankenkontrollstrategien nachteilig auf die Ausprägung der Einsichtsfähigkeit auswirkt, während ein achtsamer Umgang mit aufdringlichen Gedanken zu einer Verbesserung der Einsichtsfähigkeit beiträgt. Für die Überprüfung dieser Hypothesen werden über einen Zeitraum von sechs Tagen mithilfe der Experience-sampling-Methode zehn Mal täglich Echtzeitdaten von insgesamt 60 Versuchsteilnehmern mit der Primärdiagnose einer Zwangsstörung erhoben. Die Versuchsteilnehmer tragen dabei ein Smartphone bei sich und erhalten an zehn zufälligen Zeitpunkten zwischen 8 und 23 Uhr einen Signalton, der sie zum Ausfüllen der Befragung auffordert.

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Studiendetails

Studienziel Experience-sampling Methode: Erfragt wird 10 Mal täglich an sechs aufeinander folgenden Tagen die situative Ausprägung von Zwangssymptomen, die Einsichtsfähigkeit (mehrdimensional) und der zeitlich vorausgegangene Umgang mit aufdringlichen Gedanken (Gedankenkontrollstrategien, achtsamer Umgang, Zwangshandlungen).
Status Teilnahme möglich
Zahl teilnehmender Patienten 60
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Beobachtungsstudie
Finanzierungsquelle Wissenschaftliche Gesellschaft Freiburg

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Primärdiagnose Zwangsstörung nach DSM, Klinisch relevante Ausprägung von Zwangssymptomen (Y-BOCS Gesamtwert >12 oder einen Wert >=8 auf einer der Subskalen Zwangsgedanken oder Zwangshandlungen), vorliegen einer spezifischen Befürchtung, die mit den Zwangsgedanken bzw. mit der Unterlassung der Zwangshandlungen einhergeht,
  • Alter zwischen 18 und 65 Jahren, ausreichendes Verständnis der deutschen Sprache

Ausschlusskriterien

  • Generalisierten Angststörung, einer schweren depressiven Episode, einer Psychose oder einer Manie gemäß DSM, Suizidale Tendenz gemessen mit dem Suicidal Behaviors Questionnaire-Revised (SBQ-R), gegenwärtige schwere depressive Episode (BDI-II score > 29), aktuell in stationärer Behandlung

Adressen und Kontakt

Universitätsklinikum, Freiburg im Breisgau

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Lange Zeit stellte bei Zwangsstörungen die Einsicht in die Unsinnigkeit oder Übertriebenheit der Zwangssymptome ein obligatorisches Kriterium für die Diagnosestellung dar und galt als ein wesentliches differentialdiagnostisches Merkmal zur Abgrenzung von wahnhaften Störungen. Empirische Ergebnisse zeigen jedoch, dass sich die Ausprägung der Einsichtsfähigkeit bei diesem Störungsbild auf einem Kontinuum bewegt und dass es Betroffene gibt, die ihre Zwangsbefürchtungen durchaus für realistisch halten. Da eine geringe Einsichtsfähigkeit mit einer stärkeren Beeinträchtigung einhergeht, sollte diesem Phänomen in der klinischen Forschung mehr Beachtung geschenkt werden. Klinische Beobachtungen weisen darauf hin, dass die Einsichtsfähigkeit bei Zwangserkrankten in Abhängigkeit der Situation und der Stimmung des Betroffenen zeitlich fluktuiert. Obwohl die Erforschung klinischer Korrelate der (einmalig erfassten, globalen) Einsichtsfähigkeit bereits Gegenstand etlicher Forschungsarbeiten war, sind jedoch bislang situative Korrelate und Prädiktoren noch nicht wissenschaftlich untersucht worden. Mit der Experience-sampling-Methode kann über wiederholte Erhebungen in der natürlichen Umgebung der Probanden das „Echtzeiterleben“ ökologisch valide erfasst werden. Die geplante Untersuchung zielt darauf ab, erstmalig den Einfluss verschiedener Umgangsweisen Zwangserkrankter mit aufdringlichen Gedanken auf das Ausmaß der Einsichtsfähigkeit zu untersuchen. Es wird vermutet, dass sich die Nutzung dysfunktionaler Gedankenkontrollstrategien wie „Selbstbestrafung“ und „Sorgen“ nachteilig auf die Ausprägung der Einsichtsfähigkeit auswirkt, da diese Strategien u.a. zu einer erhöhten Gefahreneinschätzung beitragen. Demgegenüber wird erwartet, dass ein achtsamer Umgang mit aufdringlichen Gedanken zu einer Verbesserung der Einsichtsfähigkeit führt, da eine nicht-wertende Beobachtung der Gedanken eine innere Distanzierung von den Zwangsbefürchtungen begünstigen sollte. Für die Überprüfung dieser Hypothesen werden über einen Zeitraum von sechs Tagen Echtzeitdaten von insgesamt 60 Versuchsteilnehmern mit der Primärdiagnose einer Zwangsstörung erhoben. Die Probanden tragen im Studienzeitraum ein Smartphone bei sich und erhalten an zehn zufälligen Zeitpunkten zwischen 8 und 23 Uhr über die webbasierte Experience-Sampling-Software movisensXS einen Signalton, der sie zum Ausfüllen der Befragung auffordert. Hierdurch werden von jedem Teilnehmer insgesamt 60 Momentaufnahmen der Einsichtsfähigkeit und der zeitlich vorausgehenden Umgangsweisen mit aufdringlichen Gedanken erhoben. Die statistische Datenauswertung erfolgt mit mehrstufigen Regressionsmodellen, die die hierarchische Datenstruktur von ESM-Daten berücksichtigt (Mehrebenenanalysen). Neben der Erweiterung des phänomenologischen Wissens über die Einsichtsfähigkeit Zwangserkrankter zielt diese Studie darauf ab, zu einem besseren Verständnis derjenigen Mechanismen zu gelangen, die zu einer Verbesserung bzw. Verschlechterung der Einsichtsfähigkeit im Alltag beitragen. Aus diesen Erkenntnissen sollen therapeutische Überlegungen zur Förderung der Einsichtsfähigkeit abgeleitet werden.

Quelle

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