Beschreibung der Studie

Die Positionierung von gebrochenen Knochen erfolgt im Operationsaal nach vorhergeganger Bildgebung. Der Chirurg positioniert die Knochenenden in der korrekten anatomischen Position und passt daran die Osteosyntheseplatte durch Biegen und Kürzen an die individuellen anatomischen Gegebenheiten an. Bei schwierigen Defektsituationen, in denen eine Wiederherstellung und Repositionierung der Knochen nur schwer möglich ist, kommt aktuell ein Verfahren zur Anwendung, das anhand von CT-Daten die gesunde Seite auf die kranke Seite spiegelt. Damit diese Spieglung möglich ist, muss der zu spiegelnde Knochen aus dem CT-Datensatz isoliert werden um dann in der Folge auf die kranke Seite gespiegelt zu werden. Dieses Verfahren ist zeitaufwendig, stark vom Geschick des Operateurs am Computer abhängig und stößt vor allem bei beidseitigen Frakturen an seine Grenzen. Ein neues Verfahren, das zusammen mit der Biologischen Anthropologie entwickelt wurde, ermöglicht die Repositionierung der Knochen am Computer durch das Anpassen eines statistischen Modells, das aus vielen verschiedenen CT-Bildern ermittelt wurde und ein Mittelwertmodel darstellt, an die individuelle Situation des Patienten. Dieses Verfahren ist automatisiert und bedarf nur weniger Registrierungspunkte am CT-Datensatz des Patienten um das statistische Modell durch den Computer anzupassen. Bei großen Defekten, bei denen eine Spiegelung nicht möglich ist, dient das statistische Modell als Vorlage, die der Computeralgorythmus an den individuellen Fall anpassen kann. Dieses Studie soll nun den Nachweis erbringen, dass das vorgestellte Verfahren mindestens ebenbürtig in der Genauigkeit der Frakturrepositionierung ist wie das bisher angewandte Verfahren. Ziel ist es ein Verfahren an der Hand zu haben, dass schnell, einfach und zuverlässig Frakturen bereits vor der Operation virtuell am Computer repositionieren kann. Das rekonstruierte Modell, das mit einem 3D-Drucker ausgedruckt werden kann, dient z.B. als Vorlage für die präoperative Anpassung von Implantaten oder bei Vorhandensein eines vollständig digitalen Workflows, zukünftig die Herstellung eines spezifischen Implantats eines Patienten. Die Passgenauigkeit wird so um ein Vielfaches gesteigert. In der Studie werden nun anonymisierte CT-Daten von unverletzten kompletten Schädeln verwendet, die mittels eines Programmes einen virtuellen Defekt gesetzt bekommen, der mittels eines etablierten Verfahren (Spiegelung) und einem neuen Verfahren (statistisches Modell) rekonstruiert wird. Die Analyse beschäftigt sich mit den metrischen Unterschieden der beiden Rekonstruktionsverfahren in Bezug auf die unverletzten Schädeln. Hier kann dann die Präzision beider Verfahren verglichen werden.

Studie via E-Mail versenden

Studiendetails

Studienziel Genauigkeit der virtuellen Frakturrekonstruktion gegenüber der Rekonstruktion mittels Spiegelung als Goldstandardverfahren-Unterschiede in mm zum unverletzten Schädel.
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Studienphase 1
Zahl teilnehmender Patienten 350
Stationärer Aufenthalt Keiner
Finanzierungsquelle MKG

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • einseitig
  • Jochbein
  • Jochbogen
  • Orbitaboden

Ausschlusskriterien

  • Trümmerfrakturen/beidseits/übrige Gesichtsschädelfrakturen

Adressen und Kontakt

An dieser Studie können Sie leider nicht mehr teilnehmen. Hier finden Sieaktuelle Schädelbruch-Studien.

Häufig gestellte Fragen

In unserem übersichtlichen Ratgeber finden Sie alle Antworten zu Fragen über klinische Studien.

Ratgeber öffnen

Die virtuelle Frakturrekonstruktion durch Segmentation, Spiegelung oder Registrierung ist zeitaufwendig und bei bilateralen Defekten limitiert. Anhand eines statistischen Modells des Mittelgesichtes soll ein neues Verfahren zur Frakturrekonstruktion präsentiert werden. Ein statistisches Modell des Mittelgesichtes wurde mittels CT-Daten gesunder Mittelgesichter errechnet. Zur Überprüfung der Rekonstruktionsgenauigkeit wurde ein virtueller Defekt der Jochbeinprominenz gesetzt. Drei verschiedene Verfahren zur Rekonstruktion wurden durchgeführt. In Gruppe I erfolgte die Rekonstruktion durch Spiegelung der gesunden auf die Defektseite. Die Ausrichtung des gespiegelten Volumens erfolgte über einen automatisierten Passungs-Algorithmus. In Gruppe II kam eine rigide Deformation eines Schädel-Templates zur Anwendung. In Gruppe III wurden die Rekonstruktionen anhand des statistischen Modells durchgeführt. Die Rekonstruktionen aller drei Gruppen wurden mit der Originaloberfläche des initialen Schädels auf der intakten und auf der Defektseite vergleichen und analysiert. Der Defekt konnten mit jedem Verfahren rekonstruiert werden. Für die intakte Seite ergaben sich Genauigkeiten in Gruppe I von 1,00mm +/-0,34mm; in Gruppe II von 0,2mm +/-0,12mm und in Gruppe III von 0,79mm +/-0,12mm. Bei der Betrachtung der Rekonstruktionen der defekten Seite ergaben sich Genauigkeiten in Gruppe I von 1,10mm +/-0,26mm; in Gruppe II von 0,84mm +/-0,26mm und in Gruppe III von 1,67mm +/-0,96mm. Die Unterschiede zwischen den Gruppen waren auf der gesunden Seite und der rekonstruierten Seite hoch signifikant. Die Ergebnisse zeigen, dass das statistische Modell präziser ist. Symmetrieabweichungen sind im statistischen Modell berücksichtigt und beeinflusst die Präzision im Vergleich zur Spiegelung. Die vereinfachte Anwendung, die Einsatzmöglichkeit bei bilateralen Defekten und die Möglichkeit automatisiert patienten-spezifische Implantate zur erzeugen stellen Vorteile gegenüber bisherigen Verfahren dar.

Quelle

Sponsoren: Registrieren Sie sich auf Viomedo, um Ihre Studien zu veröffentlichen.

Annotation headline

Annotation Synonyms

Annotation text

Weiterlesen Quelle: