Beschreibung der Studie

Im Rahmen der Studie wird untersucht, ob sich die subjektive Wahrnehmung des Schlafs bei guten Schläfern (n= 47) und bei Patienten mit Insomnie (n=47) in Relation zu obejtkiven Parametern (Polysomnographie) unterscheidet. Dazu werden vier Untersuchungen im Schlaflabor der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Freiburg durchgeführt. In der ersten und zweiten Nacht werden polysomnographische Untersuchungen durchgeführt. In der dritten und vierten Nacht werden jeweils während der ganzen Nacht zusätzlich akustisch evozierte ereigniskorrelierte Potentiale gemessen. Dabei werden leise Töne eingespielt und die Reaktion des Gehirns via EEG bestimmt. Wir gehen davon aus, dass Patienten mit Insomnie veränderte Reaktionscharakteristika aufweisen, die in Zusammenhang damit stehen, dass sie Ihren Schlaf als deutlich gestörter als gesunde Schläfer erleben.

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Studiendetails

Studienziel P2 Amplitude gemessen mit ereigniskorrelierten Potentialen
Status Teilnahme bald möglich
Zahl teilnehmender Patienten 94
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Wirksame Behandlung
Finanzierungsquelle Deutsche Forschungsgemeinschaft

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Alter 30 bis 60 Jahre
  • Patientengruppe: insomnia disorder Diagnose (nach DSM 5/ab Jahr 2003) und eine Diskrepanz zwischen subjektiver und objektiver totaler Schlafzeit von mindestens 60 Minuten im Sinne einer subjektiven Unterschätzung der totalen Schlafzeit. Die subjektive totale Schlafzeit wird aus den 14-tägig ausgefüllten Schlaftagebüchern erhoben und mit der totalen Schlafzeit der zweiten im Schlaflabor erhobenen Nacht der Polysomnographie verglichen.
  • Uneingeschränktes Hörvermögen (Audiometrie)

Ausschlusskriterien

  • Psychiatrische Erkrankungen akut und Lebenszeit in der Kon-trollgruppe
  • Andere akute oder Lebenszeit psychiatrische Erkrankungen abgesehen von insomni-scher Störung in der Patientengruppe
  • Schlafstörungen entsprechend der Internationalen Klassifikation der Schlafstörung (ICSD-3/ASM 2013) in der Kontrollgruppe (evaluiert durch ein klinisches Interview und die polysomnographische Untersuchung im Schlaflabor)
  • Andere Schlafstörungen abgesehen von einer insomnischen Störung nach der ICSD-3 in der Patientengruppe (wiederum durch klinisches Interview erhoben und die polysomno-graphische Schlafuntersuchung)
  • Schichtarbeit oder Zeitzonenflüge innerhalb der letzten 4 Wochen oder ein irregulärer Schlaf-Wach-Rhythmus (häufige Verschiebung der Bettzeiten um 1 Stunde)
  • Reguläre Einnahme psychotroper Substanzen, die den Schlaf beeinflussen können, in den 2 Wochen vor der Untersuchung oder während der Studie oder auch aktuelle Psy-chotherapie
  • Schwangerschaft oder Stillzeit
  • Klinisch signifikante schwere oder instabile medizinische Erkrankungen, die einen Ein-fluss auf den Schlaf haben

Adressen und Kontakt

Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Freiburg im Breisgau

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Häufig gestellte Fragen

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Ratgeber öffnen

Im ersten Förderzeitraum dieses Projekts wurde untersucht, ob sich der häufig replizierte Befund einer mangelnden Übereinstimmung zwischen objektiven ( = polysomnographischen) und subjektiven (Fragebögen) Einschätzungen des Schlafs bei chronischer primärer Insomnie durch Untersuchungen zur Weckschwelle und direkte Erfassungen der Schlafeinschätzung durch nächtliche Weckungen ergründen lässt. Jeweils 27 Patienten mit Insomnie und 27 gute Schläfer wurden zu diesem Zweck für vier konsekutive Nächte im Schlaflabor untersucht und in den Nächten 3 und 4 fanden jeweils, nach einem balancierten Design, drei Weckungen aus NonREM Schlaf (Stadium 2) und aus REM Schlaf statt. Entgegen unserer Hypothese unterschieden sich die beiden Gruppen nicht hinsichtlich der audiographisch gemessenen Weckschwellen aus Stadium 2 oder REM. Im Sinn unserer Ausgangs- hypothese zeigte sich jedoch, dass Patienten mit Insomnie spezifisch und signifikant bei Weckungen aus dem REM Schlaf den vorhergehenden Bewusstseinszustand als Wach im Kontrast zu Schlaf einschätzten, während bei Weckungen aus Stadium 2 keine Unterschiede zu guten Schläfern fassbar waren. Dieses Ergebnis stützt unsere Annahme einer REM-Schlaf-Instabilität als möglichen Faktor zur Erklärung von veränderter Schlafphysiologie und Schlaf wahrnehmung bei Insomnie. Diese Hypothese gründete sich auf eigenen Untersuchungen zu Microarousals an grossen Stichproben von guten Schläfern und von Patienten mit Insomnie. In einem Fortsetzungsantrag möchten wir nun diese Hypothese weiter experimentell testen. Als geeigneten Ansatz hierzu möchten wir das Paradigma der akustisch evozierten ereigniskorrelierten Potentiale (ERP) einsetzen. Gute Schläfer und Patienten mit Insomnie sollen danach, nach einer Adaptation und Baselinenacht, zwei weitere Nächte Im Schlaflabor verbringen, während denen die ganze Zeit akustisch evozierte Potentiale abgeleitet werden. Die ERP Methode hat den Vorteil, dass damit weitaus mehr Messzeitpunkte während der Nacht differentiell in verschiedenen Schlafstadien (NonREM vs. REM) erfasst werden können und somit die Reaktionscharakteristika des schlafenden Gehirns (N1/ P2) präziser beschrieben werden können. Wir gehen davon aus, analog unserer Vorarbeiten, dass insbesondere im REM-Schlaf bei Insomniepatienten fundamentale Unterscheide zu guten Schläfern fassbar sein werden. Die Bearbeitung dieses Themenkomplexes scheint uns nicht nur von theoretischer Bedeutung für die Frage des Erlebens von Bewusstsein während der Nacht, sondern auch von hoher klinischer und therapeutischer Relevanz für Insomniepatienten.

Quelle

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