Beschreibung der Studie

Seit Oktober 2002 ist die Koloskopie Bestandteil der gesetzlichen Krebsfrüherkennung in Deutschland und kann von Versicherten ab dem 55. Lebensjahr in Anspruch genommen werden. Altersspezifische Analysen zeigen jedoch relevante Erkrankungsraten an kolorektalen Karzinomen bereits ab dem Alter von 50 Jahren. Die beiden gesetzlichen Krankenkassen AOK Baden-Württemberg und Bosch BKK bieten daher in einem Modellvorhaben die Früherkennungskoloskopie bereits ab dem 50. Lebensjahr an, wie dies auch in der S3-Leitlinie Darmkrebs gefordert wird. Dabei werden unterschiedlich gestaltete Einladungsschreiben eingesetzt. In dieser Studie sollen pseudonymisierte Daten dieses Modellvorhabens analysiert werden. Ziel ist es, herauszufinden, wie das Angebot einer Vorsorgekoloskopie bei 50-54 jährigen Frauen und Männern in Anspruch genommen wird und welche Faktoren mit der Inanspruchnahme assoziiert sind. Insbesondere soll der Einfluss unterschiedlich gestalteter Einladungsschreiben analysiert werden. Zudem sollen weitere statistisch-epidemiologische Auswertungen nähere Erkenntnisse zur Relevanz der Darmkrebsvorsorge in der genannten Altersgruppe liefern. Beispielsweise soll die Prävalenz an kolorektalen Karzinomen und seiner Vorstufen (Adenome) bestimmt werden. Für die Auswertungen werden ausschließlich pseudonymisierte von den Krankenkassen erhobene und bereitgestellte Daten genutzt. In die geplante Untersuchung werden 50-54 jährige Versicherte eingeschlossen, die am HausarztProgramm HZV (Hausarztzentrierte Versorgung) teilnehmen (N derzeit ca. 70.000).

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Studiendetails

Studienziel Steigerung der Entdeckungsrate kolorektaler Neoplasien durch Einladungsschreiben mit Risiko-Selbst-Check im Vergleich zu Einladungsschreiben ohne Risiko-Selbst-Check.
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 70000
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Finanzierungsquelle Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ) Abteilung Klinische Epidemiologie und Alternsforschung (C070)

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Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Versicherte der betreffenden Krankenkassen mit Teilnahme am HZV-Vertrag (§ 73b SGB V) ab 01.04.2014 oder früher

Ausschlusskriterien

  • Anschreiben Teilnehmer seitens der betreffenden Krankenkassen:
  • Verstorbene Versicherte
  • Versicherte, die eine Pflegestufe haben
  • Versicherte, bei denen im Leistungsverlauf eine Krebsdiagnose jeglicher Art (ICD = C*, D0*, D37*, D38*, D39*, D40*, D41*, D42*, D43*, D44*, D45*, D46*, D47*, D48*, D53*, D54*, D55*, D56*, D57*, D58*, D59*, D6*, D7*, D8*, D90*, Sicherheit = Gesichert/Zustand nach) vorliegt
  • Versicherte, bei denen bereits eine kurative Koloskopie durchgeführt wurde
  • Auswertungen am DKFZ:
  • Fehlerhafte oder unplausible Daten zu unverzichtbaren Merkmalen im Datensatz

Adressen und Kontakt

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Mit ca. 65.000 Neuerkrankungen und ca. 26.000 Todesfällen pro Jahr ist Darmkrebs die häufigste Krebserkrankung und zweithäufigste Krebstodesursache in Deutschland. Seit Oktober 2002 sind Versicherte der gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland ab ihrem 50. bzw. 55. Geburtstag berechtigt, Darmkrebsfrüherkennung bzw. -vorsorge als Kassenleistung in Anspruch zu nehmen. Ab dem 50. Lebensjahr wird jedem Versicherten der jährliche Test auf okkultes Blut im Stuhl angeboten. Ab dem 55. Geburtstag besteht dieses Angebot nur noch in 2-jährigem Abstand. Als alternative Früherkennungsmaßnahme kann ab dem 55. Geburtstag eine Darmspiegelung in Anspruch genommen werden, wobei bei erstmaliger Inanspruchnahme vor dem 65. Lebensjahr das Angebot einer Wiederholung nach 10 Jahren besteht. Trotz intensiver Öffentlichkeitsarbeit und Motivationskampagnen, u.a. durch die Stiftung Lebensblicke und die Felix Burda Stiftung, blieben die Teilnahmeraten an der Darmkrebsfrüherkennung jedoch weiterhin enttäuschend gering. Pro Jahr nahmen nur etwas weniger als 3% der teilnahmeberechtigten Frauen und Männer das Angebot der Früherkennungskoloskopie wahr, hochgerechnet auf einen Zeitraum von 10 Jahren (der als Screeningintervall für die Koloskopie von den Fachgesellschaften empfohlen wird) sind dies ca. 20-30%. Eine Möglichkeit, die Teilnahmerate zu steigern, ist die Einführung eines organisierten Screenings mit persönlicher Einladung. Im Rahmen eines Modellvorhabens laden die beiden gesetzlichen Krankenkassen AOK Baden-Württemberg und Bosch BKK in Zusammenarbeit mit dem MEDIVERBUND seit Frühjahr 2014 gezielt Versicherte zwischen dem 50. und 54. Lebensjahr zu einer Vorsorgekoloskopie ein. Dabei werden randomisiert unterschiedlich gestaltete Einladungsschreiben eingesetzt. Eine Teilgruppe der Angeschriebenen erhält einen Risiko-Check der die Identifizierung besonderer Risikogruppen ermöglicht. Die Ergebnisse der Vorsorgekoloskopie werden von den behandelnden Ärzten in standardisierter Form erfasst und bei expliziter schriftlicher Einwilligung der Patienten zusammen mit der Abrechnung an den MEDIVERBUND weitergeleitet und dort für Zwecke der Qualitätssicherung und wissenschaftlichen Begleitung in einen pseudonymisierten Datensatz integriert. Primäre Ziele der Studie sind die Untersuchung der Inanspruchnahme einer Vorsorgekoloskopie bei 50-54 Jährigen und die Analyse der Faktoren, die mit der Inanspruchnahme assoziiert sind. Insbesondere soll analysiert werden, ob die Ergänzung des Einladungsschreibens um einen Risiko-Check zu einer verbesserten Teilnahme insgesamt sowie insbesondere der Risikogruppen und damit zu einer erhöhten Entdeckungsrate kolorektaler Neoplasien führt. Darüber hinaus sollen weitere statistisch-epidemiologische Auswertungen durchgeführt werden, die wichtige Erkenntnisse zur Relevanz der Darmkrebsvorsorge bei 50-54 jährigen Frauen und Männern liefern, und deren Ergebnisse zu einer weiteren Verbesserung der Darmkrebsfrüherkennung beitragen sollen. Die statistischen Auswertungen erfolgen hierbei in der Abteilung Klinische Epidemiologie und Alternsforschung am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg. Zielpopulation sind 50-54 jährige Versicherte der beiden gesetzlichen Krankenkassen AOK Baden-Württemberg und Bosch BKK, die am HausarztProgramm HZV (Hausarztzentrierte Versorgung) teilnehmen (N derzeit ca. 70.000). Diese werden über die betreffenden Krankenkassen identifiziert und seit Frühjahr 2014 kontaktiert (Informations- und Einladungsschreiben zur Darmkrebsfrüherkennung ab dem 50. Lebensjahr). Dabei werden durch die betreffenden Krankenkassen zwei randomisierte Gruppen gebildet: eine Gruppe erhält lediglich ein Informations- und Einladungsschreiben (Kontrollgruppe), die andere Gruppe erhält zusätzlich einen 1-minütigen Risiko-Selbst-Check zu Darmkrebs (Interventionsgruppe). Durch das zu evaluierende Einladungsverfahren und die gewünschte Inanspruchnahme der Krebsfrüherkennungsuntersuchungen entstehen dem betroffenen Personenkreis keine zusätzlichen, über die Teilnahme an der gesetzlichen Krebsfrüherkennung hinausgehenden Risiken.

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